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Kamener Wirte schlagen Alarm wegen Randale auf dem Marktplatz

dzGehäufte Polizeieinsätze

Wirte prangern ein mutmaßliches Sicherheitsproblem auf dem Alten Markt in Kamen an. Polizeieinsätze wegen Streit, Schlägereien und Übergriffen haben sich gehäuft.

Kamen

, 02.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Abends bietet sich rund um den Marktplatz oft das gleiche Bild: Junge Leute treffen sich gruppenweise. Sie stehen unter den Arkaden der Bücherei, des Waffelcafés, am Döner-Imbiss, am Kiosk Kaya oder im Buswartehäuschen. Es herrscht ein Kommen und Gehen. Schüler sind dort ebenso anzutreffen wie Angehörige der Trinkerszene, Kamener wie Auswärtige, Deutsche wie Migranten. Frauen sind dabei, aber oft dominieren junge Männer die Szene.

Es wird lautstark palavert – vorwiegend auf Deutsch, aber auch auf Türkisch und Arabisch. Mancher spielt laute Musik ab, andere spielen Fußball. Meist bleibt es friedlich, aber es sind auch Alkohol und illegale Drogen im Spiel, die Zutaten für eine Eskalation. Man braucht sich nur länger dort aufzuhalten und sieht zufällig, wie sich jemand eine Linie Amphetaminpulver auf der Glasfläche eines Handys in die Nase zieht oder wie sich zwei junge Männer ein Drogentütchen zustecken. Schon wiederholt war die Polizei da, weil es Streit oder Übergriffe gab.

Sexuelle Belästigung auf der Weststraße

Kamener Wirte haben jetzt genug. Sie fürchten, dass Gäste wegbleiben, die sich an den Gruppen stören und die von Randale abgeschreckt werden. Die Gastronomen haben sich mit Beschwerden ans Rathaus gewandt, es hat ein Gespräch gegeben. Namentlich wollen sie sich nicht zu dem Thema äußern.

Eine Wirtin erzählt Geschichten von weiblichen Gästen, die sich nicht trauen, abends allein durch die Innenstadt zu gehen, aus Angst vor Übergriffen. Ein Wirt beklagt offenen Konsum illegaler Drogen. Am Samstag der Frühjahrskirmes (13. April) wurde eine Kamenerin (24) nach Polizeiangaben auf der Weststraße von einem gleichaltrigen Kamener belästigt, der sein Geschlechtsteil zeigte und „Ficki Ficki“ rief. Am 23. April wurde eine Kamenerin (17) auf dem Marktplatz von einem 25 Jahre alten Bekannten geschlagen. Die Wirtin ist nach Feierabend vorsichtig, weil sie fürchtet, von Männern, die schon einmal von ihr aus der Kneipe geworfen wurden, angegangen zu werden.

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Polizeisprecher Thomas Röwekamp bestätigte eine auffällige Häufung von Einsätzen seiner Kollegen seit März im Bereich Bahnhofstraße, Markt und Weststraße. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) kündigte nach Rücksprache mit der Polizei als Reaktion auf die Beschwerde der Wirte eine verstärkte Präsenz des städtischen Ordnungsdiensts sowie des externen Sicherheitsdiensts an. „Wir haben ein starkes Auge auf die Innenstadt“, sagte die Bürgermeisterin, die mit dem Thema nicht nur durch die Wirte konfrontiert wird, sondern auch durch den offenen Brief eines Kameners und SPD-Mitglieds, der Zeuge eines Polizeieinsatzes wurde und die Vorfälle mit einer „verfehlten Flüchtlingspolitik“ zusammenbringt.

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