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Kamener Bäder: Ist die Banane schon geschält?

dzVor der Bürgerversammlung

Bei der Versammlung am Montag können die Bürger noch einmal Position beziehen, wenn sie sich über den Stand der Pläne informieren. Die CDU befürchtet, dass „die Banane schon geschält“ ist.

Kamen

, 11.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Kurz vor der Bürgerversammlung zur Zukunft der Kamener Bäderlandschaft am Montagabend in der Stadthalle (18 Uhr) bringen sich einige Parteien in Position.

Position beziehen können bei der Abendveranstaltung auch die Bürger, die sich zuvor über den aktuellen Stand der Planungen informieren können. Sowohl die SPD als auch die CDU rufen zur Teilnahme an dieser öffentlichen Veranstaltung auf. Die Fraktion GAL/Linke plädiert für den Erhalt der bisherigen Standorte in einer abgespeckten Form.

Kombibad oder Bäder-Erhalt: SPD noch offen

Obwohl zurzeit alles danach aussieht, als würde alles auf ein neues Kombibad am Standort des Freibades hindeuten, gibt sich die SPD-Fraktion, die die Mehrheit im letztlich entscheidenden Stadtrat hat, betont offen. „Wir sind für alle Sachargumente offen und werden diese in die Fraktionsberatungen einfließen lassen“, so Martin Köhler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Heeren-Werve. Bekanntlich werden zurzeit zwei Möglichkeiten geprüft: Der Neubau des Kombibades einerseits und der Erhalt der bisherigen Standorte andererseits. Die Neuaufnahme einer Debatte über ein Zentralbad, das zusammen mit der Stadt Bergkamen realisiert wird, schließt er aus. Die Experten des Kamener Schul- und Schwimmsports, so führt Fraktionsvorsitzender Daniel Heidler aus, hätten deutlich gemacht, dass ihre Aktivitäten in einem Zentralbad nicht mehr möglich seien. Das sei der Ausgangspunkt für die aktuellen Überlegungen gewesen.

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CDU befürchtet: „Die Banane ist schon geschält“

Während sich die SPD offen gibt, befürchtet die CDU-Ortsunion, dass „die Banane schon geschält“ ist, sprich: Dass die Entscheidung für ein Kombibad schon gefällt ist. Deswegen fordert Wilhelm Kemna, Vorsitzender der Ortsunion Heeren-Werve, dazu auf „alle, denen unsere Kleinschwimmhalle am Herzen liegt, an der Bürgerversammlung teilzunehmen und sich für den Fortbestand - Sanierung oder Neubau - einzusetzen“. In einer „Vernichtung der Kleinschwimmhalle“ sieht Kemna „die Zerschlagung gewachsener sozialer Strukturen für die Menschen in Heeren-Werve“. Es gehe um die Zukunft der Kinder und um die älteren Menschen im Stadtteil und so um die schwächsten Glieder in der Kette. „Über Jahrzehnte hat man die Bäder verrotten lassen, um dann mit gespieltem Erstaunen festzustellen, dass diese marode sind und wohl nicht mehr dem hochmodernen Standard entsprechen.“

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GAL/Linke: Auch eine Frage des Klimaschutzes

Für die Fraktion GAL/Linke, die ebenso wie SPD und CDU zum Wochenende eine Stellungnahme veröffentlichte, spielt Erreichbarkeit und Klimaschutz eine Rolle. „Die jetzige Lage der Hallenbäder ermöglicht es den Grundschulen in Heeren-Werve und Methler sowie dem großen Teil der Schüler der weiterführenden Schulen, ohne große Wege Schwimmbäder zu erreichen. Somit ist der Erhalt der Standorte sinnvoll“, so Fraktionsvorsitzender Klaus Dieter Grosch, der Schwimmvereine in ihrer Existenz bedroht sieht und deutlich mehr Busverkehr befürchtet. Dass man auf Solarzellen aus steuerlichen Gründen verzichten will, ist für Grosch nicht nachvollziehbar: „Das ist aus Position des Klimaschutzes nicht nachzuvollziehen.“

Bei der Bürgerversammlung am Montag ist es möglich, den Referenten Fragen zu stellen. Zur Beantwortung von Fragen stehen außerdem die Ratsmitglieder Daniel Heidler (SPD), Ralf Eisenhardt (CDU), Anke Dörlemann (Bündnisgrüne), Klaus-Dieter Grosch (Linke/GAL) und Heike Schaumann (FW/FDP) zur Verfügung.

Einwohnerversammlung am 13. Mai

Über Neubau oder Sanierung

Eine Einwohnerversammlung der Stadt Kamen „zur Neuausrichtung der Bäderlandschaft“ findet am Montag, 13. Mai, 18 Uhr, in der Stadthalle statt. Die Stadt gab am Dienstag Einzelheiten zum Ablauf bekannt. Zunächst sei geplant, dass die Bürgermeisterin den Anwesenden im Rückblick den Verlauf und den aktuellen Stand des Entscheidungsprozesses schildert. Warum hat man sich auf den Weg gemacht, über die Bädersituation nachzudenken? Was sind die Prämissen, die bisher berücksichtigt wurden? Welche Grundlagen, welche Ziele, welchen Zweck und welche Auswirkungen hat die Neuausrichtung der Bäderlandschaft? Welche Anregungen sind in den bisherigen Beratungsprozess eingeflossen? Wie bewertet die Stadt die aktuell am sinnvollsten erscheinenden Optionen (Neubau eines Bades oder die Sanierung der bestehenden Bäder)? Ergänzen würden die Ausführungen bei Bedarf die Architektin Daniela Kersting, die im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) den technischen Zustand der Bäder bewertet und den Sanierungsaufwand festgestellt hat, sowie GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl. Anschließend werde der Architekt Heinrich Brinkhus vom Architekturbüro Geising & Böker die Planungen für den Kombibad-Neubau vorstellen.
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