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Jobsuche per Videonachricht

dzStart-up

Das Monopol der schriftlichen Bewerbung wackelt, meint Klaus Goczol, Geschäftsführer des Start-ups „Tanedo“ in Kamen. Mit einer Internetplattform für Videobewerbungen will er den Markt aufmischen. Ein Bewerber könne mit einem Video viel besser zeigen, welche Talente er mitbringt. Auch Unternehmen haben auf der Plattform die Chance, neue Mitarbeiter zu akquirieren.

Methler

, 10.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Mit dem neuen Start-up „Tanedo“ mit Sitz in Kaiserau bietet Geschäftsführer Klaus Goczol Berufssuchenden eine Alternative zur klassischen schriftlichen Bewerbung. Statt mit einem ausführlichen Anschreiben und angehängten Papierdokumenten auf die Jobjagd zu gehen, können die Kunden selbstangefertigte Videos auf die Internetseite des Unternehmens hochladen, in denen sie ihre potenziellen Arbeitgeber direkt ansprechen können. Außerdem haben Arbeitgeber die Möglichkeit, sich mit Infovideos direkt an potenzielle Arbeitnehmer zu richten, in denen sie etwa offene Stellen bewerben oder erklären, wie man im Vorstellungsgespräch punkten kann.

Goczol hat selbst bereits Erfahrungen an der Spitze verschiedener Unternehmen sammeln können und blickt auf eine zwölfjährige selbstständige Tätigkeit im Bereich Marketing zurück. Dabei kam er auf die Idee, Videobewerbungen zu einem Geschäftsmodell zu machen: Ein junger Programmierer, der Teil seines Teams gewesen ist, klagte darüber, dass er mit seinem ungeraden Lebenslauf oft kaum Möglichkeiten bekomme, sich in Vorstellungsgesprächen präsentieren zu können. Das Talent des 25-Jährigen sei aber beeindruckend gewesen. Goczol kam zu dem Schluss, dass es viele Berufe gebe, bei denen man in einem persönlichen Video viel besser zeigen könne, welche Talente man mitbringt. Ein Handwerker könne so beispielsweise zeigen, dass er mit dem entsprechenden Werkzeug geschickt umgehen kann. Interessenten für den Service-Bereich könnten bereits im Video mit einer freundlichen Ausstrahlung punkten.

Doch die Frage steht im Raum, warum man die entsprechenden Videos nicht einfach auf eine der großen Videoplattformen wie Youtube oder Vimeo hochladen sollte. „Der Entertainment-Faktor steht bei diesen Plattformen im Zentrum“, antwortet Goczol darauf. Die Webseite von „Tanedo“ sei im Vergleich seriöser und speziell für den Zweck der Bewerbungen angelegt worden. Außerdem gebe es bereits Kooperationen mit rund zehn Unternehmen, etwa dem Café Extrablatt in Kamen. Des Weiteren habe die Plattform technische Vorteile, Bewertungen und Kommentare seien etwa nicht möglich, da so Verunglimpfungen durch Konkurrenten vorgebeugt werden könne. Zudem habe man die Möglichkeit, sein Video an spezielle Unternehmen zu schicken oder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Service sei für alle Privatpersonen kostenlos, Tipps, Tricks und Tutorials für das Erstellen eigener Videos gebe es vonseiten des Jungunternehmens.

Das Unternehmen gründete Goczol im Januar dieses Jahres, seit Mitte März kann die Internetseite aufgerufen werden. Zusammen mit Goczol arbeiten noch zwei Projektentwickler bei „Tanedo“, Maximilian Kwiatkowski und Andreas Neuhaus.

Das Start-up ist in Kamen kein Einzelfall. Aus dem Jahresbericht des Technoparks Kamen, der ein eigenes Gründerzentrum betreibt, geht etwa hervor, dass sich die Gesamtzahl der Arbeitsplätze am Standort im vergangenen Jahr auf ca. 882 beläuft. Die Quote der Existenzgründer betrage dabei rund 30 Prozent, also etwa 265 Arbeitsplätze in Jungunternehmen.

Die Webseite des Unternehmens „Tanedo“
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