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„Je länger diskutiert wird, desto teurer wird es“

dzZukunft der Kamener Bäder

Während um die Zukunft der Bäder gerungen wird, steigen die Baukosten. „Ich kann Ihnen ans Herz legen, nicht so lange zu diskutieren, weil es bares Geld sparen wird“, rät die Architektin.

Kamen

, 13.05.2019 / Lesedauer: 3 min

„Euer Sanierungsstau. Unser Pech.“ Mit großen Buchstaben auf einem Leinenbanner zeigen Beate Siebert und Nicole Hinkelmann von der Bürgerinitiative für den Erhalt der Kleinschwimmhalle Heeren, mit welchem Ziel sie in die Einwohnerversammlung am Montagabend in die Stadthalle gekommen sind. Das Interesse ist riesig. Etwa 300 Bürger versammeln sich dort.

Darunter etwa 40 Mitstreiter der Bürgerinitiative. Siebert und Hinkelmann nutzen das Bad regelmäßig, wie für die Wassergymnastik, aber auch indirekt für den Schwimmunterricht der Kinder. „Eine Schließung wäre ein großer Verlust für Heeren“, sagen sie.

Tief in die Materie eingetaucht

Bei der Veranstaltung ging es an dem Abend nicht nur um den Standort Heeren, sondern auch um den Standort Mitte mit seinen sanierungsbedürftigen Frei- und Hallenbädern und den Standort Methler. „Das große Interesse zeigt, dass es sich um etwas handelt, das die Infrastruktur der Stadt Kamen nachhaltig verändern wird“, sagte Bürgermeisterin Elke Kappen, bevor tief in die Materie eingestiegen wurde, besser eingetaucht, um im Bild der Schwimmer zu bleiben: Architektin Daniela Kersting bezifferte den Sanierungsbedarf auf 24,3 Mio. Euro für alle drei Bäder, 9,1 Mio. Euro fürs Freibad, 11,3 Mio. Euro fürs Hallenbad an der Gutenbergstraße und 3,9 Mio Euro für die Kleinschwimmhalle Heeren. Es sei sinnvoll, einen Risikopuffer einzuplanen. Bei beispielsweise 20 Prozent wären das ca. fünf Millionen Euro obendrauf, also etwa 29 Millionen Euro. GSW-Chef Jochen Baudrexl wehrte sich gegen den Vorwurf, es sei in der Vergangenheit nicht ausreichend investiert worden. „Selbstverständlich haben wir das in den vergangenen Jahren getan.“ Doch falls eine Sanierung beschlossen werde, dann müsste man das auch gründlich tun. „Es geht dann nicht darum, ein paar Verschönerungen vorzunehmen.“

Zu lange Diskussionen als Kostentreiber

Egal ob Sanierung oder Neubau: Die Kosten steigen nahezu Monat für Monat. Die Baupreise, so Kersting, hätten sich seit 2013 um 35 Prozent verteuert. „Und die Entwicklung hält an. Ich kann Ihnen ans Herz legen, nicht zu lange zu diskutieren, weil es bares Geld spart“, mahnte sie. Je länger sich die Politik um die Entscheidung herumdrücke, desto teurer werde es. Den ca. 29 Mio. Euro für die Sanierung stehen etwa 26 Mio. für den Neubau eines Kombibades gegenüber. Architekt Heinrich Brinkhus stellte die Pläne detailliert vor. Danach wurde lebhaft diskutiert. Mit Fragen nach der Wiederverwendung der Rutsche, nach ausreichender Größe der Wasserflächen und Liegewiese sowie fehlenden Sprungtürmen.

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