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Integration soll nicht in der Sackgasse enden

Posse um Bafög für Flüchtlingsfrau

Die 32-jährige Zada B.* kann wohl doch eine Ausbildung beginnen. Das haben Gespräche von Flüchtlingspaten und Jobcenter-Mitarbeitern ergeben, die sich mit dem Fall der Syrerin befassen. Die aus dem Bürgerkriegsland geflohene Frau war bei ihren Integrationsbemühungen in eine Sackgasse geraten.

Kamen

, 23.07.2018
Integration soll nicht in der Sackgasse enden

Jobcenter Logo BS © Borys Sarad

Der ehrenamtliche Flüchtlingspate Dieter A.*, der den Fall des mutmaßlich gescheiterten Integrationsversuchs öffentlich gemacht hatte, berichtet nun von einem Erfolg. „Ein Treffen mit den zuständigen Fachleuten im Jobcenter hat tatsächlich dazu geführt, zu erkennen, dass es noch Möglichkeiten gibt, die nicht über einen Bafög-Kredit, sondern auf andere Weise eine Ausbildung ermöglichen, ohne das Grundeinkommen zu schmälern“, sagte er. „Natürlich werde ich als Betreuer mich sehr dafür einsetzen, dass diese Möglichkeiten vielleicht zum Ziel führen. Aber das bleibt zunächst Zukunftsmusik.“

Die 32-jährige Zada B. gilt als Beispiel für vorbildliche Integration von Flüchtlingen. Sie beherrscht schon recht gut die deutsche Sprache und hat einen anerkannten Realschulabschluss. Doch eine bürokratische Posse erschwerte aus Sicht von Flüchtlingspaten wie Dieter A., dass sie eine Ausbildung machen kann.

Von 500 Euro Bafög blieben nur 100 Euro übrig

Zada B. hat sich vorgenommen, eine Fachschule zur Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin zu besuchen. Da die Ausbildung nicht kostenlos ist, sondern im ersten Jahr monatlich rund 400 Euro erfordert, erkundigte sie sich nach einem Bafög-Kredit. Das Ergebnis: Bafög würde zwar in Höhe von 500 Euro bezahlt, allerdings vom Arbeitslosengeld 2 abgezogen, sodass nur 100 Euro übrig blieben. „Da die Familie aber mit dem Grundeinkommen gerade so über die Runden kommt, ist Bafög in dem Falle uninteressant, will sagen, eine Zumutung“, hatte Dieter A. berichtet.

Der ehrenamtliche Integrationshelfer, der bei den Kamener Flüchtlingshilfeorganisationen engagiert ist, sprach von einer „positiven Reaktion“ des Jobcenters. Die Behörde bestätigte auf Anfrage, dass ein guter Weg gefunden wurde, über einen sogenannten Bildungsgutschein.

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