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Heeren-Werver März-Kirmes wieder fest in der Hand der Großfamilien

dzBuntes Treiben

Die März-Kirmes ist die erste Kirmes im Kamen in diesem Jahr. Einige Schausteller legen dafür weite Strecken zurück, Andere kommen aus der Nähe. Alle bauen auf den Zusammenhalt der Familie.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 30.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Grelle Lichter, bunte Comicfiguren, auf denen man reiten kann, und ein Feuerwehrauto mit einer großen Glocke zum Schlagen - das Fahrgeschäft „Kinderparadies“ macht seinem Namen alle Ehre. Vor zwei Jahren ließ die Familie Wendler das Karussell von einem Pfarrer segnen, eine alte Tradition unter Schaustellern.

Die Familie Wendler hat mehrere Fahrgeschäfte

An der Kasse wartet Pauline Wendler auf Kundschaft, so wie jede Woche. Die Familie hat mehrere Fahrgeschäfte und Buden, die an den Wochenenden auf verschiedenen Festen und Kirmessen stehen. Die Wendlers sind eine typische Schaustellerfamilie, die schon seit Generationen mit der Schaustellerei ihre Brötchen verdient. Mitte der 70er übernahm sie mit ihrem Mann Karl-Heinz die Geschäfte des Schwiegervaters, der ebenfalls Karl-Heinz heißt. Und auch ihr 28-jähriger Sohn, ein weiterer Karl-Heinz, hat sich bereits mit 18 Jahren selbstständig gemacht und kümmert sich seitdem unter anderem um den Autoscooter der Familie. Anders als andere Schausteller haben es die Wendlers nicht weit nach Heeren-Werve, die Familie ist in Unna verwurzelt.

Verhaltener Kirmes-Auftakt

Die März-Kirmes in Heeren-Werve ist die erste Kirmes im Kamener Stadtgebiet in diesem Jahr, seit Freitag steht sie an der Westfälischen Straße. Obwohl das Wetter kaum besser sein könnte, beschreiben die meisten Schausteller den Auftakt am Freitagabend als eher verhaltend. „Noch gibt es etwas zu wenig Kundschaft für meinen Geschmack“, findet auch Walter Burghard, Betreiber des Autoscooters der Kirmes. „Aber ich hoffe natürlich, dass es am Wochenende deutlich voller wird.“

Auch Burghard ist Teil einer Schaustellerfamilie mit langer Tradition. Schon seit er laufen könne, habe er mitgeholfen, erinnert er sich: „Damals waren es natürlich noch kleine Sachen, beim Aufbauen helfen zum Beispiel.“ Anders als die Wendlers hat Burghard den Wohnwagen mitgebracht, denn für die abendliche Heimfahrt ist Lippstadt, Heimatort der Burghards, zu weit entfernt. Insgesamt 24 Autos finden auf der Metallfläche des Autoscooters Platz, das Fahrgeschäft selbst muss Burghard mit zwei Lkw transportieren.

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Bildergalerie

Frühjahrskirmes in Heeren

In Heeren-Werve läuft die Frühjahrskirmes. Vor allem Kinder haben Spaß in den Karussells und Fahrgeschäften
30.03.2019
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Frühjahrskirmes in Heeren© Stefan Milk
Frühjahrskirmes in Heeren© Stefan Milk
Frühjahrskirmes in Heeren© Stefan Milk
Frühjahrskirmes in Heeren© Stefan Milk
Frühjahrskirmes in Heeren© Stefan Milk

Schausteller in der siebten Generation

Viele der Schausteller haben Familienmitglieder mitgebracht, doch in Heeren-Werve schießen die Petters ganz klar den Vogel ab. Während Natalie Petter am Grill der Imbissbude Würstchen, Hamburger und Hotdogs für die Besucher zubereitet, kümmert sich ihre Schwester um das „Pfeil werfen“, eine Bude an der es gilt, mit Pfeilen Ballons zum Platzen zu bringen. Das klassische „Dosen werfen“ hat ihre Mutter im Programm, die Familie gehört schon in der siebten Generation zum fahrenden Volk. „In Schaustellerfamilien ist das ganz normal“, so Schramm.

Exot am „Schloß Entenstein“

Zwischen so vielen Familien mit langer Schaustellertradition ist Roman Haid ein echter Exot. Der Chef von „Schloß Entenstein“, wo Kinder quietschgelbe Enten mit Magneten aus einem Pool fischen können ist Schausteller der ersten Generation. Vor 25 Jahren entschlossen sich er und seine Frau für ein Leben auf dem Rummelplatz. Ob sich die Tradition hier noch weiter fortsetzt, ist zu diesem Zeitpunkt ungewiss, erklärt Haid: „Meine Tochter ist 14 Jahre alt und hilft natürlich gerne mit. Ihr Berufswunsch ist aber Konditorin.“ Die Kirmes ist noch bis einschließlich Montag geöffnet. Der letzte Tag ist gleichzeitig der Familientag, dann gilt wieder die Regel: Einmal zahlen, zweimal fahren.

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