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Handyläden in Kamen verweigern Herausgabe von Produktinformationen

dzWeltverbrauchertag

Dass es um den Verbraucherschutz im Handygeschäft nicht gut bestellt ist, zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW. In Kamen händigte keiner der getesteten Händler wichtige informationen aus.

Kamen

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Ergebnis ist verheerend: Die Verbraucherzentrale NRW hat in Kamen stichprobenartig geprüft, ob Handyläden die den Kunden zustehenden Produktinformationsblätter herausgeben. Keiner der 13 aufgesuchten Handyläden hat das getan - weder unaufgefordert noch auf Nachfrage. Damit befindet sich Kamen in unguter Gesellschaft: Kreisweit gab es bei 23 Überprüfungen keinen einzigen Shop, der das Infoblatt aushändigte, in NRW waren es bei 301 Stichproben nur zwei.

Pflicht wird nicht umgesetzt

„Damit Ratsuchende eine Chance haben, in dem Gewirr von Kosten, Extras, und Tarifen einen passenden Handyvertrag zu finden, sind Shopbetreiber seit 2017 verpflichtet, Kunden über die wichtigsten Details vor einem Vertragsabschluss zu informieren, erklärte Elvira Roth, Leiterin der Beratungsstelle in Kamen zum Weltverbrauchertag am 15. März. Händler müssten Kunden auf das Produktinformationsblatt zum Vertrag hinweisen und dieses entweder sehr gut sichtbar auslegen oder dem Kunden aushändigen. Das Ergebnis der Stichprobe in Kamen zeigt, dass diese Pflicht nicht umgesetzt wird.

Auf Herausgabe beharren

„Eigentlich soll durch das Produktinformationsblatt ratlosen Kunden ein Weg durch den Tarifdschungel gezeigt werden. Leider ist das bisher nur blanke Theorie“, kritisiert Karin Baumann, Beraterin in der Verbraucherzentrale Kamen.

De Verbraucherzentrale rät Kunden, auf die Herausgabe des Informationsblattes zu beharren, das unter anderem Informationen zu der Vertragslaufzeit, zur Kündigung und Verlängerung des Vertrags, zu den Datenübertragungsraten in Mbit/s, zum Datenvolumen und zu den Preisen enthält. Gewährt ein Händler keinen Einblick, so rät die Verbraucherzentrale dazu, einen anderen Shop aufzusuchen.

Kein Recht auf Widerruf

Kunden sollten die Vertragsbedingungen genau studieren und vor allem darauf achten, ob sich mündliche Zusagen des Verkäufers exakt im Vertragstext wiederfinden. Im Gegensatz zum Internet können im Handyshop abgeschlossene Verträge in der Regel im Nachhinein nicht widerrufen werden. Eine möglich Ausnahme ist es, wenn mit Abschluss eines Mobilfunkvertrags zusätzlich ein vergünstigtes Handy oder ein Tablet erworben wird.

Wenn Kunden feststellen, dass die Leistungen nicht dem entsprechen, was im Mobilfunkvertrag verinbart worden ist, sollten sie rechtlich prüfen lassen, ob der Vertrag angefochten, außerordentlich gekündigt und Schadenersatz geltend gemacht werden kann.

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