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Freie Berufswahl für die Bürger von Mini-Kamen

dzFerienaktion

Die Stadtsimulation „Mini-Kamen“ kann mit eigenem Arbeitsmarkt und Wirtschaftssystem aufwarten. Die Liebe zum Detail fasziniert nicht nur die Kinder.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 01.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Für seine Arbeit anständig entlohnt zu werden. Ein Wunsch, den vermutlich alle Berufstätigen teilen. Auch in Mini-Kamen ist das nicht anders, Grund genug für die Politik zu handeln: Kurzerhand verdoppelt Bürgermeisterin Sophia das Gehalt ihrer Bürger! Mit ungeahnten Konsequenzen...

Die Ferienaktion „Mini-Kamen“ ist in vollem Gange. Noch bis Freitag bevölkern täglich bis zu 250 Kinder die Heimatstadt im Kleinformat. In der Stadtsimulation bekommen die jungen Teilnehmer einen tiefen Einblick in das Leben der Erwachsenen mit allem, was dazu gehört. Wer sich etwas kaufen möchte, muss arbeiten gehen. Gelegenheiten gibt es genug. Eine Vielzahl an Ständen bietet alles, was es im echten Leben auch gibt. Das Arbeitsamt vermittelt die Jobs. Bei der hauseigenen Bank können sich die Kinder nach getaner Arbeit das wohlverdiente Gehalt abholen.

Zum 17. Mal bieten Michael Wrobel, Leiter des FZ, und seine Kollegen die Ferienaktion schon an. Wer sich jetzt fragt, warum es diese Aktion nicht schon früher gab, der steht nicht allein da, versichert Wrobel: „Diese Frage bekommen wir jedes Jahr zu hören. Viele der Eltern würden, glaube ich, insgeheim selbst gerne mal teilnehmen.“

Freie Berufswahl für die Bürger von Mini-Kamen

Wer Durst hat, muss in die Tasche greifen: Während Wasser kostenlos ist, kostet der Eistee ein „Mini-Moos“. © Stefan Milk

Doch das geht leider nicht, die Aktion richtet sich an Kinder zwischen sechs und 13 Jahren. Die können sich an jedem Morgen einen Beruf beim Arbeitsamt aussuchen. Mindestens eine halbe Stunde müssen sie diesen ausüben, bevor das erste Gehalt fließen kann. Vergeben werden die Stellen vom Arbeitsamt, jeder Stand hat eine individuelle Zahl an freien Arbeitsplätzen. Wie viele das sind, bestimmt auch der Platz. So ist der Stand vom lokalen Radiosender, der täglich die neuesten Aktivitäten ankündigt und Werbeblöcke für die übrigen Stände schaltet, relativ klein. „Mehr als zwei Personen passen nicht an den Tisch“, erklärt Alex. Der ehrenamtliche Helfer ist selbst noch Jugendlicher, die Tätigkeit mache ihm einfach Spaß, berichtet er. Damit das Radioprogramm auch bei den Zuhörern ankommt, achtet der 15-Jährige besonders auf die Aussprache seiner Schützlinge.

Mit dem verdienten Geld, dem sogenannten Mini-Moos, können die Kinder ganz verschiedene Dinge erwerben. So gibt es Eistee an der Bar bereits für einen Mini-Moos. Cocktails sind teuerer, hier müssen die Kinder drei Mini-Moos berappen. „Wir wollen den Kindern einen realistischen Umgang mit Geld vermitteln“, erklärt Wrobel. „Deswegen gibt es auch Dinge, die teurer sind als ein Tagesgehalt. Hier müssen die Kinder dann sparen.“ Mit zu den teuersten Waren dürften die Gurkenpflanzen am Blumenstand von Sigrid Hinterseer gehören. Die tragen dafür schon Früchte, die auch verzehrt werden können.

Zweimal am Tag gibt es zudem Aktivitäten, für die sich die Kinder anmelden können. Ist das Mini-Moos gezahlt und die Erlaubnis von den Eltern unterschrieben, geht es dann zum Beispiel in den Maxipark in Hamm oder zum Wertstoffhof der GWA. Damit sich die Kinder die Aktionen auch leisten können, hat Bürgermeisterin Sophia das Einkommen von zwei auf vier Mini-Moos pro Stunde erhöht. Doch damit steigt leider auch der Preis der Waren, die Inflation lässt grüßen. Noch bis zum Freitag steht die Stadt. Zur Abschlussveranstaltung zwischen 15 und 17 Uhr sind dann auch die Familien der Kinder eingeladen.

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