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Die Familienbande kann mit der Sonne um die Wette strahlen. Sie nutzt ab sofort eine Solaranlage. Damit will sie auch Vorbild sein, um jene Familien zu inspirieren, die das Haus aufsuchen.

Kamen

, 13.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Einen kleinen Beitrag leisten, um dem Klimawandel zu begegnen. Und einen großen Beitrag, den eigenen Stromverbrauch zu minimieren. Die Familienbande an der Bahnhofstraße hat ihre eigene Solaranlage in Betrieb genommen. Die Initiative, die an der Bahnhofstraße zahlreiche Angebote rund um die Familie bündelt, ist der erste Verein, der in das sogenannte Energiedach-Programm der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bergkamen-Bönen (GSW) einsteigt, um Photovoltaik zu nutzen. Privatkunden gibt es im GSW-Verbreitungsgebiet schon mehrere – acht in Kamen, zwei in Bergkamen und sieben in Bönen. Mit der Familienbande sind es jetzt 18. „Jetzt wird nur noch gekocht und gewaschen, wenn die Sonne scheint“, sagt Christiane Fuest, 2. Vorsitzende der Familienbande, lachend.

Familienbande: Mit der Kraft der Sonne auch ein Vorbild sein

Mit leichter Neigung auf dem Dach der Familienbande: 32 Module sorgen für selbst erzeugten Strom, mit dem die Einrichtung bisher etwa 30 Prozent der benötigten Energie erzeugen konnte. „Und die sonnenstarken Monate kommen noch“, sagt GSW-Vertriebsleiter Thomas Gaide. © Borys Sarad

Auch der Vorbildfunktion gerecht werden

Tanja Brückel, Vorsitzende der Familienbande, fiel es nicht schwer, sich zusammen mit den anderen Bandenmitgliedern für eine Solaranlage zu entscheiden. „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass fast alles, was an Strom vom Dach kommt, auch direkt verbraucht wird.“ 32 Module sind auf dem Flachdach des Neubaus aufgestellt worden, eine Flachdachmontage mit 15 Prozent Neigung, um die Sonnenstrahlen optimal aufzufangen. Aber es geht der Familienbande nicht nur darum, weniger Strom einzukaufen, sondern auch darum, einer Vorbildfunktion gerecht zu werden. „Der Klimawandel ist ein großes Thema bei uns. Und wir haben viele junge Familien hier, die vor der Frage stehen, wie sie in Zukunft leben wollen, wie sie ihr Zuhause ausstatten, beispielsweise mit Solarkraft und mit der Stromsteckdose fürs Elektroauto.“ Etwa 50.000 Besucher zählt das Haus an der Bahnhofstraße 46 jährlich.

Familienbande: Mit der Kraft der Sonne auch ein Vorbild sein

Frank Lukas, Projektleiter für Photovoltaik bei den GSW, vor dem Wechselrichter, der anzeigt, wie viel Sonnenstrom gerade fließt. Eine kindgerechte Anzeige unter dem Namen „VisiKids“ soll zusätzlich im Kindergarten der Familienbande angebracht werden, damit die Junioren spielerisch erkennen können, was die Kraft der Sonne möglich macht. © Borys Sarad

Schon 1741 Solaranlagen in Kamen, Bergkamen und Bönen

Insgesamt gibt es in Kamen, Bergkamen und Bönen, dem Verbreitungsgebiet der Gemeinschaftsstadtwerke 1741 Solaranlagen. Die zusätzlichen 18 Energiedachanlagen fallen da kaum ins Gewicht. Trotzdem ist Vertriebsleiter Thomas Gaide zufrieden mit dem Programm, das es erst seit September 2016 gibt. „Das Potenzial, das auf Kamener Dächern liegt, ist aber noch enorm.“ Dass es künftig verstärkt gehoben werden kann, dafür will Energieberater Jörg Böttcher sorgen. Für Familien, die einen Jahresverbrauch ab etwa 3.500 Kilowattstunden Strom haben, kann sich das Energiedach lohnen. „Die Pacht ist in der Regel geringer als die Einsparung.“ Und nach folgendem Prinzip läuft das Programm, das die Solarenergie massentauglich machen soll: Die GSW übernehmen die Kosten der Anschaffung, Inbetriebnahme und Wartung. Der Kunde bezahlt im Gegenzug eine Pacht, profitiert aber vom produzierten Strom, in erster Linie durch den Eigenverbrauch und in geringerem Maße von der Einspeisung ins Stromnetz.

Familienbande: Mit der Kraft der Sonne auch ein Vorbild sein

Das Dach der Familienbande und die Solarmodule. Es steht stellvertretend für das Energiedachprogramm, mit dem bisher 18 Anlagen realisiert wurden. © Borys Sarad

Die Familienbande strahlt: Schon 1600 Kilowattstunden

Die Familienbande kann jetzt mit der Sonne um die Wette strahlen. In den ersten beiden Monaten hat die 9,6 kWp starke Anlage schon 1.600 kWh erzeugt. Das ist fast die Hälfte, die eine Familie in einem Jahr verbraucht. Die bisherige CO2-Einsparung beträgt damit 464 Kilogramm. Etwa 8.000 kWh soll die Anlage jährlich produzieren, das würde etwa 2.080 Kilogramm CO2-Einsparung bedeuten - und in der geförderten Laufzeit von 20 Jahren 41.600 Kilogramm.

Die aktuelle Verbrauchsbilanz sieht wie folgt aus: Der Strombedarf der Familienbande betrug in den vergangenen zwei Monaten 4.041 kWh. Das Energiedach stellte davon schon 1.215 kWh zur Verfügung. Aus dem GSW-Netz bezogen sie 2.826 kWh. Zurück wanderten 385 kWh an Einspeisung. Ein kleiner Wert, der zeigt, dass der Eigenverbrauchsanteil sehr hoch ist. Er liegt bei 76 Prozent. Das ist so gewollt. „Je mehr Strom man selbst nutzt, desto eher rentiert sich eine Anlage“, erläutert Böttcher. Statt die Kilowattstunde für ca. 24 Cent einzukaufen, gibt es sie kostenlos.

Insgesamt Strom für 5000 Haushalte

Das Energiedach-Programm ist damit sozusagen das Gegenteil zu privat angeschafften Solaranlagen, von denen es im Verbreitungsgebiet der GSW, siehe oben, 1741 Anlagen gibt, 712 in Bergkamen, 662 in Kamen und 367 in Bönen. Seitdem die Einspeisevergütung auf unter zwölf Cent geschrumpft ist (11,47 Cent seit 1. Januar) findet ein Umdenken statt. „Der Trend geht zu kleineren Anlagen, die auf den Eigenverbrauch ausgerichtet sind“, so Gaide. Zu große Anlagen würden sich für den Häuslebauer durch die geringe Einspeisevergütung nicht mehr rentieren. Sie würden lediglich Kapital binden. Zusätzlich zu den zurzeit 18 Energiedächern (79,51 kWp mit 67.500 Kilowattstunden jährlich) betreiben die Stadtwerke 17 Anlagen auf kommunalen Dächern – wie Schulen und Feuerwehren – mit einer installierten Leistung von 466 kWp. Das sind noch einmal etwa 320.000 Kilowattstunden jährlich. Damit kann man etwa 100 Haushalte versorgen. Den Großteil der Sonnenenergie liefern aber die privaten Solaranlagen: Sie haben eine installierte Leistung von 22.094 kWp. Zusammen liefern sie Strom, der umgerechnet 5000 Haushalte versorgen könnte.

So wird ein ökologischer Schuh draus

Für Jörg Böttcher ist die neue Form der solaren Förderung, bei der die Einspeisevergütung geringer ist und der Selbstverbrauch größer, demokratischer und gerechter als früher, weil nicht mehr nur die Großanlagen attraktiv sind. „Mit dem Trend zur kleinen Anlage ist eine gute Wende eingeleitet worden. Der Strom wird vor Ort erzeugt und genutzt. So wird ein ökologischer Schuh draus.“ Ein Schuh, der auch der Familienbande sehr gut passt.

Mit der Kraft der Sonne

Solaranlagen im GSW-Gebiet

  • In Kamen gibt es 662 private Solaranlagen, in Bönen 367 und in Bergkamen 712. Die Gesamtzahl beträgt 1741.
  • Die installierte Leistung beträgt in Kamen 6.980 kWp, in Bönen 6.275 kWp und in Bergkamen 8.838 kWp. Die Gesamtleistung beträgt 22.094 kWp.
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