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Die historischen Superhirne. Heimatpfleger beugt ortsgeschichtlichen Gedächtnisverlust vor

dz50 Jahre Methler

Die Ortsheimatpfleger erinnern mit alten Ansichten an die drei Gemeinden Methler, Westick und Wasserkurl. Und auch an den Ortsteil Kaiserau, der ursprünglich die Bezeichnung für eine Bergarbeitersiedlung der Zeche Kurl war.

Kamen

, 10.08.2018 / Lesedauer: 3 min

An vielen alten Bildern kann die Geschichte und Entwicklung von Methler abgelesen werden. Die Ortsheimatpflegerin Anja Sklorz und die Ortsheimatpfleger Wilfrid Loos, Ulli Neumann und André Siegel dokumentieren und bewahren das Vergangene des westlichen Stadtteils von Kamen.

Die historischen Superhirne. Heimatpfleger beugt ortsgeschichtlichen Gedächtnisverlust vor

Die Wasserkurler Straße, links Einmündung Jägerweg, rechts Wasserkurler Schule, später Kindergarten.

Aus der umfangreichen Bildersammlung präsentieren sie einige 50 Jahre alte Ansichten, die zeigen, wie sich Methler in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Und zwar deutlich, wie die Heimatkundler feststellen. „Auswertungen aus Aufzeichnungen und von noch älteren Bildern, lassen den Schluss zu, nie zuvor hat sich der Stadtteil Methler so verändert, wie in den letzten 50 Jahren“, so Wilfrid Loos.

Die historischen Superhirne. Heimatpfleger beugt ortsgeschichtlichen Gedächtnisverlust vor

Ein Käfer an der Robert-Koch-Straße, Blickrichtung Nordwest, im Hintergrund befindet sich die Marienkirche der Kath. Gemeinde St. Marien.Privat

Der Heimatforscher aus Methler sammelt unermüdlich Bilder und sucht dabei regelmäßig „seine“ Methleraner auf, die ihn dabei unterstützen, indem sie alte Ansichten der Gemeinde aus ihren Fotoalben zur Verfügung stellen. Sein Bildarchiv umfasst etwa 27.000 Aufnahmen aus Kamen und Umgebung und bildet nahezu ein kleines Stadtarchiv. Allein 3000 historische Aufnahmen hat er vom Methleraner Ortsteil Kaiserau gesammelt.

Die historischen Superhirne. Heimatpfleger beugt ortsgeschichtlichen Gedächtnisverlust vor

Der alte Bahnhof samt Schrankenwärterhaus an der Bahnlinie Dortmund-Hamm.Privat

Was vergessen wird

„Allzu häufig wird vergessen, dass das heutige Methler aus drei ehemalig selbstständigen Kommunen besteht“, so Loos: Nämlich die Dörfer Methler, Westick und Wasserkurl. Kaiserau war ursprünglich die Bezeichnung für eine Bergarbeitersiedlung der Zeche Kurl und kein eigenständiges Dorf. Ein Teil von Kaiserau gehörte zur politischen Gemeinde Methler und der andere Teil zur Gemeinde Westick. Die Gemeindegrenze ging mitten durch Kaiserau. Die erste gravierende Änderung für die drei Dörfer Methler, Westick und Wasserkurl geschah im Jahr 1967.

Die historischen Superhirne. Heimatpfleger beugt ortsgeschichtlichen Gedächtnisverlust vor

Blick auf die Robert-Koch-Straße, rechts hinter dem Gasthaus „Schäfer“ (heute Gaststätte „In der Kaiserau“) liegt der alte Kindergarten.Privat

Für Aufgaben der Zukunft

Schon Jahre vorher bildeten die drei Gemeinden eine Arbeitsgemeinschaft für verschiedene Zwecke – wie zum Beispiel die Volkshochschule oder den Bau eines gemeinsamen Jugendheimes, das heute das Bürgerhaus Methler beherbergt. Schon 1959 arbeiteten die drei selbstständigen Kommunen in einigen Bereichen zusammen. Dazu gehörte auch die Aufstellung eines gemeinsamen Bebauungsplanes. Es sollten die Aufgaben der Zukunft koordiniert werden, um eine Zersiedelung der freien Landschaft zu verhindern.

Die historischen Superhirne. Heimatpfleger beugt ortsgeschichtlichen Gedächtnisverlust vor

Blick über ein Feld auf den Bahnübergang „Block Westick“ an der Schimmelstraße.Privat

Erst 1967 schlossen sich Methler, Westick und Wasserkurl zu einer „Großgemeinde“ namens Methler zusammen. Das bedeutete, dass die geografische und politische Eigenständigkeit der drei Kommunen nach Jahrhunderten aufhörte, zu existieren. „Durch die Gründung der Großgemeinde und deren Bezeichnung Methler gab es dann rechtlich auch die offiziellen Namen Westick und Wasserkurl nicht mehr“, erinnert Loos.

Die historischen Superhirne. Heimatpfleger beugt ortsgeschichtlichen Gedächtnisverlust vor

An der Wasserkurler Straße, links Bauernhof Löddemann, rechts das Gasthaus „Schulze-Kemminghausen“, jetzt das Haus der Stiftung „Ummeln“.Privat

Erst später waren sich die Politiker dieser Problematik bewusst, dass ein Stück Heimatidentität verloren gegangen ist. Und so wurde zumindest auf Zusatzschildern die uralten Bezeichnungen Westick und Wasserkurl dargestellt. Auch Kaiserau ist dann berücksichtigt worden.

Nach nur einem Jahr, am 1. Januar 1968, endete die Selbstständigkeit der Großgemeinde Methler. Doch ihre Identität hat sie nie verloren.

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