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Der Sänger, die Gitarre und das Schnippsorchester

dzBlues-Konzert

In der Kamener Gitarrenschule Potschinski singt der Blues-Musiker Michael van Merwyk über Liebe, Familie und den Morgenkaffee. Seine Stücke reiht er spontan zusammen und beherrscht das Spiel mit dem Publikum.

von Ann-Christin Herbe

Kamen

, 06.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Sonne strahlt mit voller Kraft durch das Glasfenster in die Gitarrenschule Potschinski. Trotz des zugezogenen Vorhangs ist es warm, doch davon lässt sich Michael van Merwyk nicht aus dem Konzept bringen. Entspannt wischt er sich mit einem roten Tuch ein paar Schweißperlen von der Stirn, dann greift er zur Resonator-Gitarre und beginnt zu spielen.

Van Merwyk spielt nicht mit einer gewöhnlichen Gitarre, sondern mit einer aus Metall. Die ist wesentlich lauter und wie so vieles an ihm „old school“. „Die wurden in den 20er-Jahren erfunden. Meine Gitarre hier habe ich von einem Freund bekommen, die ist von 1976“, erzählt van Merwyk. Seine kraftvolle Stimme füllt den kleinen Raum und zieht die vier Besucher schnell in seinen Bann.

Er singt über das Auf und Ab im Leben, über Tage an denen „Mr. Trouble“ an die Tür klopft, aber auch über Liebe, Familie und den rettenden Kaffee am Morgen. Zwischendurch streift er sich eine Röhre, die man Slide nennt, über den Finger und entlockt der Metall-Gitarre kuriose Töne. Wenn er singt, legt sich ein Lächeln auf die Lippen von van Merwyk. Er geht auf in seiner Musik. Trotzdem möchte er nicht in die Blues-Schublade gesteckt werden, wie viele es häufig tun.

„Ich habe angefangen, Musik zu machen, da gab es so was wie Genres noch nicht so richtig. Ich habe viel mit Engländern zusammengespielt am Anfang, da war dann von Blues über Folk bis hin zu einem Judas-Priest-Song alles mit dabei“, sagt er. Seit seinem 15. Lebensjahr greift van Merwyk zur Gitarre. Damals wollte er Mädchen beeindrucken, heute ist der Songster, wie er sich selbst nennt, einfach gerne auf der Bühne.

130 Konzerte in ganze Europa spielt der Musiker im Jahr. Bei seinem Konzert in der Gitarrenschule Potschinski bastelt er sich wie so oft seine Setlist spontan zusammen. Seine Lieder werden teilweise ergänzt durch das „Kamener Schnippsorchester“ zu dem er das Publikum kurzerhand ernennt. Van Merwyk weiß es, mit den Zuhörern zu spielen und sie miteinzubinden, sodass die Zeit wie im Flug vergeht.

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