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Der Mann, der Tausende Patienten in den Narkoseschlaf versetzte

dzDr. Ernst Noe

Der vorletzte Chefarzt der alten Garde hat das Hellmig-Krankenhaus verlassen. Dr. Ernst Noe – bekannt als Chef der Intensivmedizin – ist in Pension gegangen. Ein Nachfolger ist schon eingearbeitet.

16.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Da war der Patient mit der Handoperation, der erwartete, dass bei der OP nur seine Hand betäubt würde und er auf diese Weise den operativen Eingriff mitverfolgen könne. Doch davon habe Dr. Noe abgeraten, erinnert sich der Patient. Denn das Risiko, dass dem Zuschauer beim Anblick des Skalpells plötzlich schlecht wurde, hielt Narkosearzt Dr. Noe für zu groß. Die Vollnarkose war in diesem Fall für den Patienten mit guter körperlicher Verfassung die medizinisch bessere Option.

23 Jahre lang Chefarzt am Hellmig-Krankenhaus

23 Jahre lang war Dr. Ernst Noe Chefarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Hellmig-Krankenhaus in Kamen, nun ist er in den Ruhestand gegangen. In seinem Job war er dafür zuständig, bei operativen und diagnostischen Eingriffen die vitalen Funktionen der Patienten aufrecht zu erhalten. Dr. Günter Hartleb, pensionierter Chirurgie-Chefarzt, beschreibt den früheren Kollegen so: „Zurückhaltend, eher still im Hintergrund agierend, aber immer für die Patienten und Kollegen ein zuverlässiger Partner, auch wenn er schon mal unbequem für die ungeduldigen Chirurgen sein konnte.“

Der Mann, der Tausende Patienten in den Narkoseschlaf versetzte

Dr. Ernst Noe (vorne) im Jahr 2004 (mit dem damaligen Chirurgie-Chefarzt Dr. Günter Hartleb und dem damaligen Verwaltungschef Norbert Vongehr). © Archiv

Nach der Fusion des Hellmig-Krankenhauses mit dem Klinikum Westfalen war Dr. Noe neben dem noch amtierenden Chirurgie-Chefarzt Dr. Dieter Metzner der letzte Chefarzt der alten Garde. Bei seiner Verabschiedung schilderte Dr. Noe, dass er immense Veränderungen in der Anästhesiologie sowie in der strukturellen Entwicklung des Hauses begleitet habe. Vor der Fusion mit dem Klinikum sei das Hellmig-Krankenhaus eine kleine Segeljolle auf dem großen Meer gewesen. Heute sei es ein mittelgroßes Schiff, das aber durch enges Fahrwasser manövriert werden muss. Die Jolle von einst würde so heute nicht mehr schwimmen, so Dr. Noe laut einer Mitteilung des Klinikums.

Zur Person

Neuer Chefarzt

Dr. Christos Erifopoulos ist seit Anfang April neuer Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Hellmig-Krankenhaus Kamen. Danit rückt der bisherige Stellvertreter des nun pensionierten Chefarzts Dr. Ernst Noe in die erste Reihe auf. Der in Bayern geborene und aufgewachsene Erifopoulos mit verschiedenen Studien- und Berufsstationen in Italien und Deutschland arbeitet nach Angaben des Klinikums Westfalen seit 2004 am Hellmig-Krankenhaus. Der 54-Jährige hat sich laut Klinikums dem Rettungsdienst verschrieben, aber auch weiteren Themen wie der Hygiene und dem effektiven Antiobiotika-Einsatz. Die Intensivmedizin sei für ihn immer die entscheidende Klammer seiner fachlichen Betätigung, so der 54-Jährige. Der Anästhesiologe sei innerhalb des medizinischen Teams immer Dienstleister für weitere Professionen. Deshalb verstehe er sich auch als Teamplayer innerhalb der Chefarztriege am Kamener Haus, wo es unter anderem die Alterstraumatologie, die Viszeralchirurgie, die Gastroenterologie und die Onkologie gibt.

Noe studierte ab 1978 Medizin in Bochum und Essen und erhielt 1985 seine Approbation. Als Assistenzarzt für Anästhesiologie war er zunächst am St. Josef-Hospital Oberhausen (1985/1986), am Kaiser-Wilhelm-Krankenhaus Duisburg (1986/88), am Ev. und Johanniterkrankenhaus Duisburg-Nord/Oberhausen (1988/89) und am Universitätsklinikum Essen (1989 bis 1992) tätig. Seine Doktorarbeit widmete er dem Thema „Langzeitergebnisse nach operativer Therapie der Patellaluxation“. Darin ging es um herausgesprungene Kniescheiben. Noe wurde 1991 promoviert und 1992 als Arzt für Anästhesiologie anerkannt. Am Universitätsklinikum Essen war er als Facharzt (1992 bis 1994) und als Oberarzt (1995) tätig, bevor er 1996 als Leitender Oberarzt ans Hellmig-Krankenhaus wechselte. Den Chefarztposten übernahm er am 1. Juli 1997.

Abschied im kleinen Kreis

Den letzten Arbeitstag absolvierte Dr. Noe bereits am 29. März, was das Klinikum jetzt im Nachhinein auf Anfrage bestätigte. Im kleinen Kreis der Anästhesie-Abteilung und einiger Weggefährten wurde er verabschiedet. Einige Tage zuvor gab es eine Zeremonie mit Klinikum-Chef Stefan Aust, dem Ärztlicher Direktor Dr. Marcus Rottmann, Verwaltungsleiter Holger Hintze und dem neuen Chefarzt Dr. Christos Erifopoulos. Eines der Abschiedsgeschenke des knappschaftlichen Hauses für Dr. Noe: ein Steigerstab.

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