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Bundesverdienstkreuz für Marlene Siekmann

Ein Herz für Integration

Marlene Siekmann hat durch ihr soziales Engagement in verschiedenen Institutionen ein Herz für Integration und Völkerverständigung gezeigt. Dafür erhält die Kamenerin, die unter anderem als Gästeführerin und Flüchtlingsbetreuerin aktiv ist, das Bundesverdienstkreuz.

Kamen

13.07.2018
Bundesverdienstkreuz für Marlene Siekmann

Marlene Siekmann in ihrem Element – hier als Gästeführerin bei einer Besichtigung der Pauluskirche im Jahr 2010 in Kamen. © Stefan Milk

Die pensionierte Lehrerin nahm die Auszeichnung des Bundespräsidenten am Freitag bei einer Feierstunde im Schloss Opherdicke aus den Händen von Landrat Michael Makiolla (SPD) entgegen. „Marlene Siekmann engagiert sich seit Jahrzehnten in vielen sozialen und gemeinnützigen Gremien und insbesondere für Integration und Völkerverständigung“, heißt es in der Ordensbegründung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Siekmann war am Aufbau der Beziehungen zu den Partnerstädten Eilat (Israel), Ängelholm (Schweden) und Montreuil-Juigné (Frankreich) beteiligt. Als Lehrerin setzte sie sich ehrenamtlich für die Integration von Ausländern ein – in der deutsch-türkischen Begegnungsstätte, die sie leitete. Seit 1981 engagiert sie sich laut Ordensbegründung in der Regionalen Arbeitsstelle für Ausländerfragen, dem heutigen Integrationsbüro. Sie betreute zwei syrische Flüchtlinge – einen Apotheker und einen Architekten – und erteilte ihnen Deutschunterricht, damit sie sich auf den Universitätsbesuch in Deutschland vorbereiten konnten.

Als Lehrerin und Konrektorin der Diesterwegschule, der Grundschule an der Hammer Straße in Kamen, förderte und begleitete Siekmann zahlreiche Schüler während ihrer Schulzeit. Nach ihrer Pensionierung 1994 war sie von 2000 bis 2002 in der lettischen Hauptstadt Riga, um dort Lehrkräfte in der Fremdsprache Deutsch auszubilden. „Dies wurde über das Kultusministerium NRW organisiert, aber Frau Siekmann selbst hat den Anteil der Reise- und Aufenthaltskosten selbst finanziert“, heißt es.

Bundesverdienstkreuz für Marlene Siekmann

Bundesverdienstkreuz-Trägerin Marlene Siekmann mit den Gratulanten Michael Makiolla, Hermann Hupe (l.) und Oliver Kaczmarek (r.). © Marcel Drawe

Innerhalb des Sauerländischen Gebirgsverein (SGV), Abteilung Kamen, war Marlene Siekmann ebenfalls aktiv tätig, auch einige Jahre als Jugendleiterin. So begleitete und leitete sie zahlreiche Jugendfahrten in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten. Bei diesen Reisen wurden den Jugendlichen die Grundlagen des Naturschutzes und die Liebe zur Natur nähergebracht.

Daneben war Marlene Siekmann von 1979 bis 1994 als sachkundige Bürgerin im Kulturausschuss des Rates der Stadt Kamen tätig. Seit 2011 ist Siekmann Gästeführerin der Stadt Kamen und führt Gruppen durch das historische Kamen. Bis heute ist sie Mitglied im „Frauenreferat“ der Evangelischen Kirche. Ihr besonderes Interesse gilt dem interreligiösen Arbeitskreis für Frauen im Islaminstitut der Stadt Soest und dem friedlichen Miteinander unter den Religionen.

Verliehen wurde das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bei einer Feierstunde auf dem kreiseigenen Gut in Holzwickede. Landrat Makiolla sprach Siekmann Dank für ihr „herausragendes Engagement innerhalb des Kreises Unna“ aus. Der Landrat gab Siekmann mit auf den Weg: „Tragen Sie diese Auszeichnung mit Freude und Stolz und stecken Sie andere damit an. Denn nur so wird die Auszeichnung vielleicht zu einem Anspruch für andere Menschen, ein vergleichbares ehrenamtliches Engagement auszuüben.“ Auch Bürgermeister Hermann Hupe (SPD) und Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek (SPD) gratulierten der engagierten Kamenerin.