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Die 800 Jahre alte Margaretenkirche darf nicht wackeln: Kanalbauer wollen in Kürze eine heikle Mission an dem Baudenkmal wieder aufnehmen. Über anderthalb Jahre stand die Baustelle still.

Kamen

, 17.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die schwierigen Kanalbauarbeiten an der Margaretenkirche sollen nach langer Unterbrechung noch in diesem Monat fortgesetzt werden. Die Stadt Kamen hat den Auftrag an ein noch nicht genanntes Bauunternehmen vergeben. „Geplant ist der Baubeginn am 29. April“, sagte Stadtsprecher Peter Büttner. Baukirchmeisterin Annette Wortmann von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Methler geht ebenfalls von einer baldigen Wiederaufnahme der Arbeiten aus. Nächste Woche werde es ein Gespräch zwischen Vertretern von Stadt und Gemeinde geben.

Bauarbeiten seit Sommer 2017 gestoppt

Die Margaretenkirche, ein spätromanisches Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert, ruht anders als moderne Gebäude auf einem Ringfundament aus Steinen. Direkt neben dem alten Gemäuer soll ein maroder Kanal ersetzt werden, was den Kanalbauern mehr Kopfzerbrechen bereitete als anfangs gedacht. Die Stadt Kamen stoppte die Bauarbeiten bereits im Sommer 2017 wegen Zweifeln am zunächst gewählten Bauverfahren. Während die Fachleute nach einer alternativen Lösung suchten, verzögerte sich die Wiederaufnahme des Kanalbaus. Im Herbst 2018 verkündigte die Stadt Kamen schließlich die Entscheidung, dass die Bauarbeiten im sogenannten „Microtunneling“-Verfahren ab April 2019 fortgesetzt werden sollen. Dieser neue Zeitplan wird mit dem nun genannten Termin knapp eingehalten.

Baustopp an Margaretenkirche geht nach anderthalb Jahren zu Ende

Die Bauarbeiten begannen bereits im Juni 2016. Ein Jahr später wurden sie aus Rücksicht auf die Kirche gestoppt. © Stefan Milk

Bodensetzungen sollen vermieden werden

Falls die Kanalbauer den Boden an der Margaretenkirche zu stark erschüttern, lockern oder verdichten, droht Gefahr für das Gefüge. Deshalb suchten Fachleute nach einer möglichst schonenden Herangehensweise – und entschieden sich nach einigem Hin und Her für das sogenannte „Microtunneling“. Das ist ein im Spezialtiefbau angewandtes Verfahren, bei dem die Rohre unterirdisch vorgetrieben werden. Bei anderen Verfahren soll die Gefahr von Erschütterungen und Bodensetzungen höher einzuschätzen sein. Die Stadt Kamen erklärte bereits im Herbst, dass „Microtunneling“ Erschütterungen „weitestgehend vermeidet und beim Rückbau und Verfüllen der Baugruben keine Risiken für die Kirche beinhaltet“. Das Gotteshaus ist ein bedeutendes Baudenkmal, auch weil Glocken und Dachstuhl zu den ältesten in Westfalen zählen.

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Neuer Fertigstellungstermin: November 2019

Ursprünglich sollten die Kanalbauarbeiten längst abgehakt sein. Im Mai 2016 wurden die Pläne bei einer Bürgerversammlung durch die Betriebsleiter Dr. Uwe Liedtke und Bernd-Josef Neuhaus präsentiert. Der Stadtentwässerungsbetrieb begann 2016 mit den Kanalbauarbeiten. Zwischen Gantenbach und Otto-Prein-Straße war auf einer Baulänge von insgesamt 190 Metern ein öffentlicher Mischwasserkanal zu erneuern. Mittendrin liegt der Lutherplatz mit der Margaretenkirche, an der die Rohre dicht vorbeiführen. Rechnet man noch den weiteren Kanalverlauf hinzu, beträgt die gesamte Baulänge des Projekts 380 Meter. Die Kanalrohre sind zwischen 30 und 80 Zentimeter dick und liegen bis zu 4,50 Meter unter der Oberfläche. Die Baukosten werden in der Projektbeschreibung auf rund 1,3 Millionen Euro beziffert. Der ursprüngliche Bauzeitplan war von Juni 2016 bis Sommer 2018. Der neue Fertigstellungstermin lautet nun: November 2019.

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