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Bahnübergang in Südkamen wird wochenlang gesperrt

Bis Mitte September

Die Mega-Sperrung der Bahnstrecke Dortmund-Hamm betrifft nicht nur Berufspendler, die mit dem Zug unterwegs sind. Auch Autofahrer müssen gewohnte Wege ändern: Der Bahnübergang Südkamener Straße wird voll gesperrt.

Kamen

von Carsten Fischer

, 12.07.2018
Bahnübergang in Südkamen wird wochenlang gesperrt

Der Bahnübergang an der Südkamener Straße – hier bei Reparaturarbeiten im März 2017. © Michael Neumann

Der Bahnübergang der Südkamener Straße wird ab diesem Freitag für „zunächst neun Wochen voll gesperrt werden“. Das gab die Stadt Kamen am Donnerstag bekannt. In dem Bereich des Bahnübergangs werden die Gleisanlagen erneuert. Die Arbeiten beginnen laut Stadt Kamen am Freitag, 13. Juli, und sollen voraussichtlich bis zum 17. September abgeschlossen sein. Ein Verlängerung der Vollsperrung sei nicht auszuschließen. Eine Umleitung werde ausgeschildert.

Die Sperrung des Bahnübergangs fällt in das Zeitfenster einer von der Deutschen Bahn angekündigten Streckensperrung. Ab Samstag, 14. Juli, 0 Uhr, bis Montag, 10. September, 4 Uhr, wird die Bahnstrecke zwischen Dortmund und Hamm aufgrund von Bauarbeiten an Gleisen, Oberleitungen und Bahnhöfen insgesamt acht Wochen gesperrt. Die Südkamener Straße verbindet die Dortmunder Allee im Kamener Süden mit der Westicker Straße, die nach Westen führt. Durch die Sperrung des Bahnübergangs fällt ein direkter Weg aus Südkamen in Richtung Methler bzw. in Richtung Bergkamen und A2-Auffahrt Kamen/Bergkamen weg.

Die Deutsche Bahn will auf dem 26 Kilometer langen Streckenabschnitt Gleise erneuern, 36 neue Oberleitungsmasten setzen und fünf Kilometer Fahrdraht aufhängen. Außerdem sollen insgesamt fünf Bahnhöfe, darunter Methler, fit für die neue Nahverkehrslinie RRX gemacht werden. Am Bahnhof Methler ist wegen der Bauvorbereitungen bereits ein Pendlerparkplatz gesperrt.

Obwohl die DB, die Eisenbahnunternehmen sowie die Verkehrsverbünde bereits vor Wochen eine große Informationskampagne zur Streckensperrung gestartet haben, dürfte die Sperrung des Bahnübergangs jetzt für viele Menschen überraschend kommen. Dass die Sperrung auch dazu führen würde, dass der Bahnübergang vom Netz genommen wird, war nicht explizit angekündigt. Weder die Deutsche Bahn noch die Stadt Kamen, deren Gemeindestraße betroffen ist, hatte dazu bislang etwas verlauten lassen.

Im Rathaus ist die beabsichtigte Sperrung des Bahnübergangs seit mindestens zwei Wochen bekannt. „Ein Antrag auf temporäre Sperrung der Südkamener Straße/des Bahnüberganges wurde der Stadt Kamen als Verkehrsbehörde in der letzten Woche des Juni 2018 vorgelegt“, erklärte Rathaus-Sprecher Hanno Peppmeier auf Nachfrage dieser Zeitung.

Eingehend geprüft

Der Antrag kam von einem Unternehmen, das von der Deutschen Bahn beauftragt wurde. Die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus prüften die Unterlagen eingehend und erteilten laut Peppmeier am 11. Juli, also am Mittwoch, eine Genehmigung. Eine öffentliche Bekanntgabe der Genehmigung sei am Donnerstag erfolgt, so Peppmeier.

Der Antrag des DB-Subunternehmens zielte auf eine vollständige Sperrung des Bahnüberganges ab. Das wollten die Verwaltungsleute aus dem Fachbereich des Beigeordneten Dr. Uwe Liedtke im Interesse der betroffenen Verkehrsteilnehmer abmildern. Sie erteilten deshalb die Genehmigung am 11. Juli, also am Mittwoch, mit der Auflage, „die Querung des Bahnüberganges zumindest für Fußgänger und Radfahrer, die das Rad schieben, geöffnet zu halten, um damit für diese Verkehrsteilnehmer relativ lange und unzumutbare Umwege zu vermeiden“, so Peppmeier. In der Pressemitteilung allerdings, die die Stadt Kamen am Donnerstag verbreitete, blieb diese Passiermöglichkeit für Radfahrer und Fußgänger unerwähnt. Sie wurde erst auf Nachfrage dieser Zeitung genannt.

Die Baufirma muss die verkehrsrechtlichen Anordnungen der städtischen Verkehrsbehörde umsetzen. Das heißt, dass sie veranlassen muss, dass Sperrungs- und Umleitungsschilder aufgestellt werden. „Auf Umleitungsstrecken für die sonstigen Verkehre wird im umliegenden Straßennetz adäquat hingewiesen“, erklärt der Verwaltungssprecher.

Ursprünglich sollte die Sperrpause der Bahnstrecke von der DB auch genutzt werden, um eine Bahn-Unterführung neben dem Bahnübergang zu bauen. Allerdings hat die Deutsche Bahn das Projekt verschoben, wofür Kostengründe angeführt wurden. Das Bundesverkehrsministerium soll eine Kostensteigerung noch nicht genehmigt haben. Die neue Bahnunterführung ist die Voraussetzung für den Bau der Umgehungsstraße „Südkamener Spange“, die den Bahnübergang einmal überflüssig machen soll. Die Spange gilt als umstritten und sorgte auch im Bürgermeisterwahlkampf für Diskussionsstoff.

Die Sperrung der Bahnlinie Dortmund-Hamm beginnt am Samstag, 14. Juli, 0 Uhr, und geht bis Montag, 10. September, ca. 4 Uhr. In diesem Zeitraum können die Bahnhöfe auf der Strecke, darunter auch Kamen und Methler, nicht mehr von Zügen angesteuert werden. Die Ersatzhaltestelle in Methler wird an der Wasserkurler Straße, Höhe Norma, liegen. Die Ersatzhaltestelle am Bahnhof Kamen wird am Bahnhofsvorplatz eingerichtet. Die Regionalbahnen werden auf Umleitungsstrecken geschickt, betroffen sind etwa die Linien RE1, RE3, RE6, RE11, RB51 und RB59. Weitere Informationen gibt unter folgenden Links:
In einer früheren Version dieses Textes war versehentlich ein falscher Wochentag für den Beginn der Sperrung des Bahnübergangs genannt. Der Fehler wurde korrigiert.