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Das neue Porsche-Zentrum gegenüber dem Dortmunder Flughafen wird nicht so aussehen wie angekündigt. Hülpert-Chef Sprenger erklärt, warum der Bau ruht und warum er ein Pilot-Projekt ist.

Holzwickede, Dortmund

, 28.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Als Anfang 2018 die ersten Arbeiten an der Chaussee für das neue Porsche-Zentrum gegenüber vom Dortmunder Flughafen starteten, wusste Michael Sprenger schon, dass der Bau am Ende nicht so aussehen würde, wie es das Baustellenschild an der Kreuzung zur Nordstraße bis heute ankündigt. Der Geschäftsführer der Hülpert-Gruppe hatte wenige Wochen zuvor erfahren, dass man in Zuffenhausen an einer neuen „Corporate Identity“ (CI) für Porsche-Niederlassungen weltweit arbeitet. Der englische Begriff bezeichnet die einheitlichen Merkmale eines Unternehmens – die Identität.

Sprenger reagierte, die Hülpert-Gruppe stoppte den Bau nach den ersten Erdarbeiten. Seitdem ruht die Baustelle. Hülpert-Mitarbeiter nutzen sie aktuell als Parkplatz. Mitte März bestätigte die Automobil-Handelsgruppe, dass man die ursprünglichen Pläne verworfen hat. Das künftige Porsche-Zentrum soll nach den neuen Design-Richtlinien aus Zuffenhausen erbaut werden. Weil der Standort in Holzwickede dann auch für die Marke Porsche zu einem Pilotprojekt wird, steht man bei Hülpert seitdem verstärkt in Kontakt mit dem schwäbischen Vertragspartner. „Man muss ja immer schauen, was wir möchten und was der Hersteller möchte. Da wir mit Porsche eine sehr gute Zusammenarbeit haben, sind wir schnell zu einem Konsens gekommen“, sagt Sprenger.

Hülpert-Gebäude am Dortmunder Flughafen wird zum Vorreiter für Porsche-Autohäuser weltweit

Hülpert-Geschäftsführer Michael Sprenger ist Herr über 14 Autohäuser diverser Marken in der Region. © Stephan Schuetze

Würde die Hülpert-Gruppe nach den alten Plänen bauen, würde ein Gebäude entstehen, das den Porsche-Vorgaben zu Beginn des Jahrtausends entspräche. Das hätte eigentlich schon beim 2003 eröffneten Autohaus an der Ferdinand-Porsche-Straße greifen sollen. „Der bisherige Standort ist ein Unikat. Das wurde einst abweichend von der geltenden CI gebaut, die nun veraltet ist“, sagt Michael Sprenger. Die Oberhoheit über die CI des Sportwagenherstellers hatte in dieser Zeit noch der damalige Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking, der die Entwürfe für das später „Toblerone“ genannte Gebäude aber akzeptierte.

960 MITARBEITER AN 14 BETRIEBSSTÄTTEN

Größtes Automobil-Handelsunternehmen in Deutschland

Aktuell beschäftigt Hülpert rund 960 Mitarbeiter an 14 Betriebsstätten in Dortmund, Unna, Soest, Bergkamen und Recklinghausen. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden rund 16.900 Fahrzeuge verkauft, während sich der Umsatz auf 477 Millionen Euro belief. Mittlerweile gehört das Unternehmen zu den größten Automobil-Handelsunternehmen in Deutschland.

Ein Unikat würde der neue Standort zwar nicht, wohl aber ein Vorreiter: Zwar steht im kalifornischen Palm Springs bereits ein Gebäude nach aktuellen Maßgaben, „das ist aber quasi die Null-Serie. Holzwickede wird der Pilot. Entsprechend müssen wir viele Details mit Porsche absprechen. Das dauert eben seine Zeit“, sagt Sprenger. Der angekündigte Eröffnungstermin für 2019, den das Baustellenschild an der Chaussee noch verspricht, ist nicht zu halten. Stattdessen will man im Spätsommer dieses Jahres den Bau des Gebäudes wieder aufnehmen, um im nächsten Jahr zu eröffnen.

20 neue Arbeitsplätze in Verkauf, Service und Werkstatt sollen zusätzlich zu den bestehenden 60 im Laufe der nächsten Jahre entstehen. Rund 15,5 Millionen Euro investiert die Dortmunder Unternehmensgruppe in den Standort in der Emscherquellgemeinde. Auch wenn sich die Niederlassung als „Porsche-Zentrum Dortmund“ bezeichnet, wollte man dem Holzwickeder Gewerbepark am Flughafen dennoch treu bleiben. „Wir hätten auch an den Phoenix-See ziehen können. Aber mit der Fläche dort wären wir wieder schnell an unsere Grenzen gekommen. Außerdem haben wir den Standort Holzwickede so bei unseren Kunden etabliert, dass auch das ausschlaggebend war“, sagt Michael Sprenger. Der Geschäftsbereich soll durch den Neubau mit knapp 23.500 Quadratmetern nahezu verdoppelt werden.

Hülpert-Gebäude am Dortmunder Flughafen wird zum Vorreiter für Porsche-Autohäuser weltweit

Die "Blaupause" des neuen Porsche-Zentrums in Holzwickede steht im kalifornischen Palm Springs. Ob alle Elemente eins zu eins auf deutschen Grund und Boden übertragen werden können, muss vor Baustart geklärt werden. © Porsche AG

Tesla und weitere Interessenten für Altstandort

Eine Metallmembran von acht Metern Höhe, 16 Metern Breite und 130 Metern Länge dient jedem als Landmarke, der über die B1 am Eco Port vorbeirauscht. Noch ist unklar, was aus dem bisherigen Porsche-Zentrum wird, wenn das Gebäude an der neuen Adresse an der Bertha-Krupp-Straße fertig ist. „Tesla ist tatsächlich interessiert, wir stehen in Verhandlungen. Allerdings hat Tesla mittlerweile seine Philosophie geändert“, verweist Sprenger darauf, dass der US-amerikanische Elektroautobauer kürzlich angekündigt hat, seine Produkte nur noch online vertreiben zu wollen.

Begehrt sei das Objekt in jedem Fall: „Wir stehen mit mehreren Interessenten in Kontakt. Es kommen auch immer wieder neue hinzu. Wir können uns aber auch vorstellen, dass wir es weiterhin selber nutzen“, sagt der Hülpert-Chef. Zumindest mit Blick auf die Adresse an der Ferdinand-Porsche-Straße wäre das konsequent. Ansonsten müsste ja ein Namenstausch her. „Da habe ich ehrlich gesagt noch nicht drüber nachgedacht. Guter Hinweis. Vielleicht gibt es da ja eine Möglichkeit“, sagt Michael Sprenger lachend.

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