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Kim Friehs findet die ersten Darsteller für „Natürlich Blond“

Casting für Musical

Singen, Tanzen, Schauspielern. Drei Talente werden für ein Musical verlangt. Die Herausforderung können auch Laien professionell angehen, wie das Casting des Musicalvereins „Vorhang auf, Holzwickede“ zeigt.

Holzwickede

25.06.2018
Kim Friehs findet die ersten Darsteller für „Natürlich Blond“

Kim Friehs, Florian Theiler und Anja Gimbel (v.l.) wollen gemeinsam das Musical „Natürlich Blond“mit rund 40 Laiendarstellern auf die Bühne bringen. © UDO HENNES

Wissen konnte er es nicht, aber zuversichtlich war Kim Friehs vor dem ersten Casting von „Vorhang auf, Holzwickede“, dass am Sonntag genügend potenzielle Musical-Darsteller auftauchen würden. 40 Rollen, davon zehn Hauptrollen, gilt es bis zum geplanten Probenstart von „Natürlich Blond“ im September zu besetzen. Ein Handvoll Teilnehmer hatte sich vorab angemeldet, am Tag des Castings war Friehs dann damit beschäftigt, die Daten von 32 Castingteilnehmern aufzunehmen und nebenbei auf Befehl die Musik abzuspielen. Für Tanz- und Gesangseinlagen hatte der Sänger der Band Max im Parkhaus und Mitbegründer des ersten Holzwickeder Musicalvereins zunächst keine Zeit.

Die Ansage „Musik ab“ bekam Friehs im Alois-Gemmeke-Haus von Anja Gimbel und Florian Theiler. Gimbel hat zehn Jahre lang für diverse Theater als Choreografin und Regisseurin gearbeitet, zuletzt am Stadttheater Nordhausen. Von Unna aus hat sie durch einen Facebook-Aufruf zum Musicalverein gefunden.

Kim Friehs findet die ersten Darsteller für „Natürlich Blond“

Gut gelaunt zeigte sich die Casting-Gruppe am Sonntagvormittag. Die Atmosphäre war locker und zwanglose – zumindest bis es ans Einzelsingen ging. hennes © UDO HENNES

Ebenfalls aus Unna kommt Florian Theiler. Er kam mit Kim Friehs ins Gespräch, als der gerade Plakate für das Musical „Loserville“ aufhängte, das im Februar am Clara-Schumann-Gymnasium über die reaktivierte Musical-AG aufgeführt wurde.

„Ich bin ausgebildeter Musicaldarsteller. Ich will eine helfende Hand sein und kann mich dennoch auch ein bisschen selbst dabei verwirklichen“, sagt Theiler, der sein Examen an der German Musical Academy in Osnabrück gemacht hat und Rollen in West Side Story, Jesus Christ Superstar oder Tanz der Vampire vorweisen kann. „Menschlich hat das zwischen uns gleich super gepasst“, sagt Kim Friehs.

Kein Druck und gute Laune

Das spürt auch die erste Castinggruppe am Sonntagmorgen. Es wird viel gelacht und sowohl Gimbel als auch Theiler gelingt es, Kommandos und Hinweise locker und ohne Druck an die zwölf jungen Castingteilnehmer zu richten – vier Jungs und acht Mädels. Die größere Gruppe ist dann am Nachmittag dran. „Die Jüngste hier ist zwölf, am Nachmittag reicht das Alter dann bis 50“, sagt Friehs.

Bevor jeder Teilnehmer einzeln auf sein Gesangstalent hin gecheckt wird, steht zunächst eine gemeinsame Tanzeinheit mit minimaler Gesangseinlage an. Das wurde Allan Grunenberg gleich zum Verhängnis. Eigentlich wollte er nur seine Freundin Rebecca Herrmann auf der Gitarre beim Vorsingen begleiten, nun stampft er mit seinen groben Stiefeln zu einer halbminütigen Sequenz, die einmal Teil von „Natürlich Blond“ sein wird. „Auf die Bühne zieht es mich nicht, aber für die musikalische Begleitung wäre ich zu haben“, sagt der 22-Jährige. Weil tanzen, atmen und singen sich gar nicht so einfach kombinieren lassen, arbeitet Friehs noch daran, seinen Darstellern später eine Live-Unterstützung zur Seite zu stellen. Das Singen und eine Hauptrolle traut sich jeder in der ersten Castinggruppe zu. Auf die entsprechende Frage schnellen die Hände in die Höhe. Einige der angehenden Musical-Darsteller kommen aus Holzwickede, überraschend hoch ist jedoch das Interesse aus Unna und sogar aus Werl hat sich eine Kandidatin eingefunden.

Das Musical „Natürlich Blond“ beruht auf der gleichnamigen Filmkomödie und soll im kommenden Jahr aufgeführt werden. Gut zweieinhalb Stunden dauert das Stück und damit wird klar, wie viel Arbeit auf alle Beteiligten noch wartet. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend wird, singen und tanzen zu kombinieren. Man muss die Schritte gut üben, um dabei den Atem zum Singen zu haben“, sagt die 21-jährige Rebecca Herrmann. Die Sölderin hat ihr Abitur am CSG gemacht und kennt Kim Friehs noch aus dem Schulchor. Jetzt will sie ein Teil seines ambitionierten Projektes werden. Halten die Beteiligten ihr Engagement so hoch wie am Sonntag, dürfen sich die Holzwickeder im kommenden Jahr auf einen unterhaltsamen kulturellen Höhepunkt freuen.

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