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Grüne wollen Tempo 30 auf der Massener Straße

dzForderung an den Kreis

Die Grünen hätten unter der Woche im Verkehrsausschuss gerne einen Antrag behandelt, der ein Tempolimit für einen Teilabschnitt der Massener Straße vorsieht. Dazu kam es nicht, weil der entsprechende Antrag gar nicht auf der Tagesordnung auftauchte. Ein Umstand, den der Fraktionsvorsitzende Friedhelm Klemp mild ausgedrückt als „schade“ bezeichnete.

Holzwickede

, 07.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Grünen-Mitglieder im Verkehrsausschuss fühlten sich am Mittwoch durchaus vor den Kopf gestoßen, als sie zu Beginn der Sitzung realisierten, dass ihr Antrag gar nicht Thema sein würde. Stattdessen standen die Testbuslinie zum Eco Port und Flughafen sowie das an anderer Stelle den Gemeindepolitikern bereits präsentierte Gutachten zur möglichen Verkehrsbelastung rund um den geplanten Wohnpark Emscherquelle im Vordergrund. „Ich hatte Uwe Nettlenbusch als Leiter Technische Dienste informiert, den Antrag auf die Tagesordnung zu setzen. Was dieser auch tun wollte“, sagte Klemp. Der Antrag tauchte aber nicht auf. Im Vorlauf der Sitzung habe Klemp auch nicht ins Internet geschaut, wo auf den Seiten der Gemeinde die Tagesordnungen der anstehenden Sitzungen rechtzeitig veröffentlicht werden. Sonst wäre ihm das Fehlen aufgefallen. „Was auch nicht schlimm ist, der Antrag hätte ja spontan auch als Tischvorlage behandelt werden können“, sagte Klemp.

Der Ausschussvorsitzende Frank Lausmann (CDU) ließ schließlich darüber abstimmen, ob der Antrag der Grünen auf ein Tempolimit in der Massener Straße überhaupt diskutiert werden sollte. Der Tenor der anderen Fraktionen war eindeutig: Man habe kein Hintergrundwissen über den Antrag, Diskussion abgelehnt. Lediglich die Grünen stimmten für eine Diskussion. Friedhelm Klemp kann die Verweigerung der anderen Fraktionen nicht verstehen, schließlich habe er an verschiedenen Stellen bereits mehrmals auf die vermeintliche Gefahrenstelle an der Massener Straße hingewiesen und die Problematik sei seit Jahren allgemein bekannt.

Die Grünen fordern auf der Massener Straße zwischen Buchholzstraße und Holzwickeder Straße eine Tempo-30-Zone. „Dadurch, dass die Hauptstraße verkehrsberuhigt ist und durch die Behinderungen durch die Baustellen in Opherdicke und Hengsen weichen viele Auto- und LKW-Fahrer auf die Massener aus und nutzen sie als Rennstrecke“, sagt Klemp. Immer wieder habe er Beschwerden von Anwohnern vernommen. Noch dazu herrsche auf dem Teilstück für Fußgänger und Radfahrer ein hohes Sicherheitsrisiko, da kein Geh- beziehungsweise Radweg vorhanden ist. Einen offiziell durch Verkehrsfachleute festgestellten Unfallschwerpunkt gibt es in Holzwickede derzeit nicht. Auf der Massener Straße hat es in diesem Frühjahr zweimal kurz hintereinander so gekracht, dass Feuerwehr und Rettungswagen im Einsatz waren, mehr passierte bislang glücklicherweise auch nicht.

Dennoch würden sich die Grünen wünschen, dass man einen Teilbereich der Massener Straße mit einem Tempolimit versieht, um den Verkehr zu beruhigen. „Auf der Hauptstraße hat das auch wunderbar geklappt“, sagt Klemp. Das Problem, das dem Grünen-Politiker auch bewusst ist: Die Massener Straße ist eine Kreisstraße. Die Gemeinde selbst kann dort gar nichts beschließen. Der Kreis Unna müsste hier reagieren. „Bei einem erfolgreichen Antrag liegt es aber an der Gemeinde, das Anliegen an den Kreis weiterzuleiten, damit ein Tempolimit zumindest geprüft wird“, sagt Klemp. Dazu wird es so schnell nicht kommen: Nach der Sommerpause ist der nächste Verkehrsausschuss erst wieder im November terminiert.

Für Klemp ist klar, dass der Kreis die Problematik des zunehmenden Verkehrs auf der Massener Straße sowieso kenne, aber durch die geplante Ost-Umgehung und den Anschluss auf Höhe Oelpfad an die geplante A40 derzeit keine Maßnahmen treffen will. „Würden die Arbeiten in den nächsten zwei Jahren umgesetzt, würde ich das verstehen. Aber es ist doch noch gar nicht sicher, dass das so kommt wie geplant. Das kann noch Jahre dauern und daher muss auf der Massener Straße reagiert werden“, fordert Klemp. „Wir werden uns jetzt direkt an den Kreis wenden und den Antrag über die Kreistagsfraktion der Grünen weiterleiten“, sagt Klemp, um nicht bis zum nächsten Verkehrsausschuss der Gemeinde warten zu müssen.

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