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Mehr als drei Jahre von der Suche nach einem Standort bis zum Spatenstich – so lange hat es gedauert, bis nun der Baustart für die Kita in der Gemeindemitte erfolgen kann. Nun soll es schnell gehen.

Holzwickede

, 14.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Die Bauarbeiter waren am Dienstagmorgen schon zur Stelle: Mit Warnwesten, Helmen und Schaufeln ausgerüstet, warteten die Kita-Kinder der Holzwickeder Awo-Einrichtungen auf ihren Einsatz. Ein wenig mussten sie sich aber gedulden, denn nach fast dreijähriger Planungsphase waren ein paar Worte der Erleichterung und Versöhnung nötig, bevor die Spaten in die Erde gedrückt wurden. An Befürworter und Kritiker des Standortes wandte sich der Holzwickeder Vorsitzende des UKBS-Aufsichtsrates, Theo Rieke: „Sie alle waren beseelt vom Gedanken, das Beste für unserer Kinder zu erreichen. Dieses Bestreben vereint uns am heutigen Tage.“

In Vertretung für Bürgermeisterin Ulrike Drossel, die dienstlich auf dem Sparkassentag in Hamburg weilte, übernahm Stellvertreterin Monika Mölle (SPD) das Grußwort. Der Zwist um Mölles Befangenheit bei der Ratsitzung im Juli 2018, als der bereits gefasste Ratsbeschluss einer Kita auf dem Platz von Louviers mit Stimmen von SPD, FDP und Grünen gekippt wurde, ist längst kein Thema mehr. Protest seitens des Historischen Vereins und das angestrebte Bürgerbegehren der Initiative „Pro Park“, um eine Kita auf der Wiese neben dem Platz von Louviers zu verhindern, spielen auch keine Rolle mehr. „Wir investieren hier in die Zukunft unserer Kinder. Die Standortfrage hat uns leider Monate gekostet, aber wir blicken nicht mehr zurück, sondern nach vorne“, sagte Mölle.

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Spatenstich für die Kita Sonnenschein

Für 2,1 Millionen Euro baut die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft nun auf der grünen Wiese. Die bleibt – anders als zunächst geplant – weiterhin in Gemeindehand: Ursprünglich wollte die UKBS eine 2200 Quadratmeter große Fläche der Gemeinde abkaufen. Zusätzliche 279 Quadratmeter würden der Kita zur kostenfreien Nutzung überlassen. Etwas mehr als 400.000 Euro wollte die Gemeinde haben, richtete sich beim Preis nach dem Bodenrichtwert. Zwischenzeitlich muss sich aber der UKBS-Aufsichtsrat gegen den geforderten Kaufpreis gestellt haben, man wollte weniger zahlen. „Zwar ist die UKBS ein kommunales Unternehmen, aber doch auch ein Investor. Da können wir dann auch nicht mehr nachgeben. Wir haben uns auf eine Erbpacht geeinigt“, sagt Bernd Kasischke, Erster Beigeordneter der Gemeinde. Die nächsten 50 Jahre ist das Gelände an die UKBS verpachtet.

Ein zufriedenes Gesicht beim Spatenstich zeigte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Klemp, der in den vergangenen Monaten in diversen Ausschüssen immer wieder ein begrüntes Dach für die Kita ins Spiel brachte. Das stellte UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer nun tatsächlich in Aussicht. „Wir prüfen noch, inwieweit ein Photovoltaik-Anlage sinnvoll ist, oder ob wir doch ein Gründach bauen.“ Zudem habe man bereits mit der Emschergenossenschaft klären können, dass Niederschlagswasser in die nahe Emscher geleitet werden könne. Der richtige Baustart dürfte nun nicht mehr lange dauern: Die Rohbauarbeiten wurden zu Wochenbeginn an ein Unternehmen aus dem Kreis Unna vergeben.

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Spatenstich für die Kita "Sonnenschein"

Mehr als drei Jahre lang haben die Diskussionen um den richtigen Standort und die Planungen gedauert: Am Dienstag, 14. Mai, wurde er endlich gesetzt: der erste Spatenstich für eine neue Kindertagesstätte in der Gemeindemitte. Im Juni oder Juli 2020 soll sie fertig sein und kostet rund 2,1 Millionen Euro.
14.05.2019
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Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes
Eindrücke vom Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ in der Gemeindemitte.© Udo Hennes

Nicht nur Fischers sondern auch Riekes Worte machten klar, dass man nach dem ganzen Hin und Her bei der Standortsuche nun endlich aktiv werden will. „Wir haben 3000 Wohnungen in unseren Gesellschafterkommunen, darunter 184 in Holzwickede. Jetzt wollen wir zeigen, dass wir nicht nur Wohnungsbau können“, sagte Rieke. Die Holzwickeder Kita solle zum 80-jährigen Bestehen „ein Aushängeschild“ für das 1939 durch die Kommunen Unna, Kamen, Pelkum, Fröndenberg und Rhynern gegründete Unternehmen werden.

Der Spatenstich für die Kita „Sonnenschein“ im Park ist gesetzt

Hartmut Ganzke hob diejenigen hervor, die den Bau später mit Leben füllen: die Kinder und ihre Erzieherinnen und Erzieher. © Udo Hennes

Beim Namen hat man sich gegen einen Verweis auf das ehemalige Haus Dudenroth entschieden – die Kita wird „Sonnenschein“ heißen. Dass Mitte der 1970er-Jahre abgerissene Gebäude soll sich an der Fassade oder durch eine Informationstafel am Neubau wiederfinden. „Die junge Generation soll sich hier wohlfühlen und eine in die Zukunft gerichtete Lern- und Erziehungslandschaft vorfinden“, sagt Rieke.

Kita in Opherdicke

Zweiter Baustart der UKBS im Sommer

Die UKBS baut für die Evangelische Kirche als Träger eine weitere Kindertagesstätte an der Unnaer Straße in Opherdicke. Baustart für das eingeschossige Gebäude soll im Sommer sein. Die Kita in der Gemeindemitte soll im Juni oder Juli 2020 übergeben werden, die in Opherdicke im August kommenden Jahres.

Für den künftigen Kita-Träger, die Arbeiterwohlfahrt, machte Hartmut Ganzke als Vorsitzende im Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems keinen Hehl daraus, dass er zwischenzeitlich daran zweifelte, ob die Standort-Diskussionen noch zielführend seien. „Am Ende ist aber wichtig, dass den Sonntagsreden, die uns Politikern häufig nachgesagt werden, auch Taten folgen. Und das ist hier gelungen“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete. „Mit Leben füllen werden das Haus die Kinder mit ihren Erzieherinnen und Erziehern. Deren Leistung und Einsatz muss man würdigen“, sagt Ganzke. Er freue sich, die Kita im kommenden Sommer den eigentlichen „Chefs“ der Einrichtung zu übergeben: den Kindern.

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