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Ein Ausflug zum Emscherquellhof lohnt in diesem Sommer nur aus optischen aber nicht aus gastronomischen Gründen: Der neue Pächter will erst 2019 regelmäßig öffnen. Komplett geschlossen, ist der Hof aber nicht.

Holzwickede

, 04.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Mit Leben wolle man den Emscherquellhof füllen, hieß es Anfang März. Damals stellte sich die Wewole-Stiftung als neuer Pächter des Emscherquellhofes der Gemeinde vor. Eine Eröffnung im Mai war mal angedacht – zumindest zu einzelnen Terminen, bevor die Betriebszeiten sukzessive bis zu einem durchgängigen Café-Betrieb gesteigert werden sollten.

Daraus wird in diesem Sommer aber nichts mehr, wie sowohl die Wewole als auch die Emschergenossenschaft als Eigentümer des Hofes auf Nachfrage einräumten. „Man darf nicht vergessen, dass wir ein Sozialunternehmen sind und der Emscherquellhof von und mit Menschen mit Behinderung betrieben wird. Gerade am Anfang standen Teamfindung und Einarbeitung im Vordergrund und genossen oberste Priorität“, sagt Wewole-Sprecherin Inci Wagner.

Zwar sind die Mitarbeiter eingewiesen und kommen bei Tagungen auch zum Einsatz. So übernahm die Wewole noch im März Catering und Service bei einem Unternehmerforum vor Ort, für einen dauerhaften Betrieb fehlt derzeit aber schlicht die Genehmigung. Aus baulicher Sicht ist laut Emschergenossenschaft alles bereitet. „Hier sind die Auflagen für die Genehmigung des Café-Betriebes erfüllt“, sagt Sprecher Michael Steinbach. Zuletzt habe man eine weitere Tür auf den WCs sowie Insektengitter in den Küchenfenstern installiert. Auf Nachfrage bestätigte die Gemeinde, dass seitens der Wewole die entsprechenden Anträge für den Betrieb eingegangen sind, aber noch Unterlagen fehlen. Vor allem für die Konzession zum Ausschank alkoholischer Getränke müssten noch Unterlagen nachgereicht werden.

Neu in der Gastronomie

In diesem Bereich hat die Stiftung keinerlei Erfahrungswerte. Die Wewole mit Sitz in Herne wurde 2016 im Zuge einer Umstrukturierung als Werkstatt für Behinderte gegründet. Der Schwerpunkt der Beschäftigten liegt auf Werkarbeiten an Standorten in Herne und Castrop-Rauxel. Zwar bietet die Wewole auch Stellen in der Landschaftspflege, in der Floristik oder in der eigenen Großküche. Ein eigenes Café zu betreiben, ist aber Neuland.

Seit zwei Monaten wird das „Schmackofatz“ von behinderten Menschen betrieben. Das Restaurant verköstigt die Mitarbeiter im Technischen Rathaus der Stadt Herne. Einen weiteren Café-Betrieb plant die Wewole zudem am Bahnhof Castrop-Rauxel, wo sie Ende Juli ein Gebäude erworben hat. „Die Erfahrungen aus dem Schmackofatz fließen natürlich in die weiteren Projekte ein“, sagt Wagner. Dass die Mitarbeiter rotieren, ist laut Wagner aber nicht vorgesehen. Die bestehenden und geplanten Gastro-Betriebe würden künftig mit festen Stellen besetzt.

„Wir als Emschergenossenschaft bedauern sehr, dass es gerade in diesem wunderbaren Sommer keinen regulären Betrieb gibt. Wir sind auf der anderen Seite froh darüber, dass sich der Zustand gegenüber den letzten Jahren nicht verschlechtert hat, denn es finden ja die geplanten Feste und Veranstaltungen statt“, sagt Steinbach. Die Aussage hinkt: Ein Fest zum 1. Mai fiel aus, ebenso der Erdbeersonntag. Kirschensonntag und Apfelsonntag sind in den Terminen der Emschergenossenschaft ebenfalls nicht aufgeführt. Einzig bekannter und für die Öffentlichkeit zugänglicher Termin ist derzeit die Britische Nacht am 27. Oktober im Rahmen des Krimifestivals Mord am Hellweg. Diese Veranstaltung soll auch wie angekündigt stattfinden.

Der Emscherquellhof bleibt in diesem Jahr zu

Wer die Ruhe sucht, ist in diesem Sommer am Emscherquellhof richtig: In diesem Jahr ist nicht mehr viel los vor Ort. © UDO HENNES

Geöffnet wird der Hof zudem für externe Veranstaltungen – Tagungen zum Beispiel. Möglich ist auch, sich auf dem Emscherquellhof trauen zu lassen. „Mir ist keine Veranstaltungsanfrage bekannt, die abgelehnt werden musste. Die einzige Einschränkung ist, dass die Wewole keine großen Hochzeitsfeiern übernimmt, sondern nur die übliche Bewirtung bei Trauungen“, sagt Steinbach. Bürgermeisterin Ulrike Drossel bestätigt, dass standesamtliche Zeremonien möglich sind, aber keine Hochzeitsfeste an sich. „Wir hätten uns das auch anders gewünscht. Das Konzept muss aber auch überzeugend funktionieren. Wir werden in dem Punkt geduldig sein“, sagt Drossel.

Als Pächter unter Druck gesetzt, fühlt sich die Wewole jedenfalls nicht: „Uns wurde große und rückhaltlose Unterstützung seitens aller Beteiligten zuteil. Der Betrieb des Emscherquellhofs ist für uns ein langfristiges und spannendes Projekt, bei dem wir eine Menge an Erfahrungen in den nächsten Jahren sammeln dürfen und tolle Ideen umsetzen werden“, sagt Inci Wagner. Anprechpartner für externe Veranstaltungen ist die Wewole-Stiftung. Bei Trauungen führt der Weg über das Standesamt der Gemeinde unter Tel. (02301)915213.

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