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Bessere Markierungen und klare Hinweise sollen die Sicherheit für Radfahrer erhöhen

Antrag des Bürgerblocks

Radfahren ist in Holzwickede an vielen Stellen zu gefährlich. So empfindet es der unabhängige Bürgerblock und fordert an bestimmten Stellen, dass die Gemeinde nachbessert.

11.02.2019 / Lesedauer: 4 min
Bessere Markierungen und klare Hinweise sollen die Sicherheit für Radfahrer erhöhen

Statt gestrichelter Linien im Kreuzungsbereich fordert der BBL einen roten Farbstreifen, der Radfahrern klar die Vorfahrt gewährt. © Udo Hennes

Reine Radwege gibt es innerhalb der Gemeinde im Grunde keine. Wer beispielsweise über den Emscherradweg oder den Ruhrtalradweg in die Gemeinde fährt, der teilt sich die Wege mit Autofahrern oder Fußgängern – je nachdem, ob und wo Radfahr- und Schutzstreifen aufgebracht wurden.

Durchgezogene oder gestrichelte Linien auf Straßen, rotes Pflaster auf Gehwegen – wenn innerhalb der Gemeinde Fahrstreifen für Radfahrer ausgewiesen sind, dann diese. Wird ein Fahrstreifen per gestrichelter Linie auf der Fahrbahn geführt, dann dürfen auch Autos oder Lkw diese Streifen überfahren – zum Beispiel, um einem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen. Auch ein dreiminütiger Halt ist hier erlaubt.

Radfahrstreifen mit durchgezogener Linie sind hingegen eigentlich tabu für Autos, Lkw und Co. und dürfen weder überfahren noch zum Halten genutzt werden. Nur an Kreuzungen und Zufahrten dürfen sie überfahren werden. Die Realität sieht freilich oft anders aus.

Bessere Markierungen und klare Hinweise sollen die Sicherheit für Radfahrer erhöhen

Durch die Unterführung ist der Weg klar für Radfahrer und Fußgänger geteilt. © Greis

In der Gemeindemitte teilen sich Fußgänger und Radfahrer in weiten Teilen entlang der Hauptstraße einen baulich getrennten Weg. Radfahrer nutzen die rot gepflasterte Spur, Fußgänger die grau gepflasterte. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club befürwortet diese Variante für stark befahrene Straßen durchaus, schränkt in einem Positionspapier aber ein, dass insbesondere Kreuzungen und Zufahrten als „unfallsensible Stellen übersichtlich gestaltet sein“ müssen.

Hier setzt die Kritik des BBL an. Für acht Straßen, darunter eben Hauptstraße, aber auch Bahnhofstraße, Massener Straße oder Opherdicker Straße, fordert der Bürgerblock in einem Antrag mehr Sicherheit durch bessere Markierungen in den Kreuzungsbereichen zu insgesamt 25 abgehenden Straßen. Der BBL fordert, die Radspuren an Kreuzungen durch einen vollflächigen roten Farbanstrich hervorzuheben. So befürwortet es auch der ADFC. Wenn überhaupt, dann wird der motorisierte Verkehr bislang nur über gestrichelte Linien auf Radspuren aufmerksam gemacht.

Radfahrer finden keinen Hinweis auf richtiges Verhalten

Zwei gesonderte Punkte im Antrag des Bürgerblocks nehmen die Hauptstraße und der Oelpfad ein. Wer als Radfahrer den gekennzeichneten Weg an der Hauptstraße gen Bahnhofstraße nutzt, kommt hinter Raumausstattung Rademacher an ein totes Ende und findet hier keine Information, wie man sich verkehrsgerecht verhält. Für einen Radfahrer bleibt offen, ob er den Bürgersteig entlang der Bahnhofstraße nutzen oder auf die Fahrbahn wechseln soll, was ein einigermaßen gefährliches Unterfangen ist. Der BBL fordert hier „eine eindeutige, sichere Verkehrsregelung für den Radverkehr“.

Sicher gut gemeint, aber völlig sinnfrei ist an der Stelle auch das Durchfahrtsverbot für Auto und Co. in die Allee von der Nordstraße kommend, während Radfahrer theoretisch über die Kreuzung freie Fahrt hätten. Da Radfahrer entlang der Nordstraße aber über separate Spuren durch die Unterführung auf dem Gehweg geführt werden und so die Fußgängerampel nutzen, ist der Hinweis an der Stelle mindestens verwirrend.

Bessere Markierungen und klare Hinweise sollen die Sicherheit für Radfahrer erhöhen

Riskante Erlaubnis: Von der Nordstraße kommend, dürfen Radfahrer in die Allee fahren. Hier die Kreuzung zu queren, wäre aber sehr gefährlich. © Greis

Eine weitere gefährliche Stelle sieht der BBL Am Oelpfad auf Höhe eines Wirtschaftsweges ohne Eigennamen entlang der Ökozelle. Radfahrer, aber auch Fußgänger müssen an der Stelle den Oelpfad queren, um auf der Gegenseite auf den Rad- und Gehweg zu gelangen. In nördlicher Richtung sei der Oelpfad hier aber schlecht einzusehen. Würden sich Fahrzeuge zügig nähern, dann würden diese erst spät erkannt. Für den BBL eine vermeidbare Gefahrenstelle, die sich durch Grünschnitt und einen Hinweis auf querende Radfahrer und Fußgänger beseitigen ließe. Die Sichtweise teilt der Bürgerblock auch für den Einmündungsbereich vom Wertstoffhof kommend gen Oelpfad.

Mit den Forderungen des BBL kann sich auch Friedhelm Klemp, Fraktionsvorsitzender der Grünen, anfreunden. „Das kann man nur unterstützen. Es kommt oft zu Konflikten, weil es beispielsweise entlang der Opherdicker Straße gar keinen Radstreifen, sondern nur den Hinweis für ‚Radfahrer frei‘ gibt“, sagt Klemp.

Bessere Markierungen und klare Hinweise sollen die Sicherheit für Radfahrer erhöhen

Radfahrer dürfen den Gehweg entlang der Bahnhofstraße nutzen, müssen das aber nicht. Auch auf der Straße dürfte man fahren. Aufgrund des Verkehrs ist das aber nicht ratsam. Schmalere Pflanzstreifen könnten zumindest eine Möglichkeit sein, um eine breitere Radspur zu ermöglichen. © Greis

Die Grünen hatten im Vorjahr bereits einen Antrag formuliert, der ein ganzheitliches Radfahrkonzept für die Gemeinde fordert. Mit Verweis auf laufende Planungen des Regionalverbands Ruhr zum Radwegenetz in der Region, hatte die Verwaltung damals gebeten, hier entsprechende Ergebnisse abzuwarten. Sicher ist, dass die Verwaltung mit der Emschergenossenschaft im Austausch steht, um auszuloten, wie man den Emscherweg fahrradfreundlicher und sichtbarer ab Schäferkampstraße gen Emscherquellhof und Gemeindemitte umgestalten kann.

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