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Vom Bruayplatz als vorwiegend grüne Fläche bis zum funktionalen Steinplatz Markt bekommt die Innenstadt ein neues Gesicht. Wie das aussehen soll, darüber zerbrechen sich sechs Büros beim Freiraumplanerischen Wettbewerb die Köpfe. Am Ende siegt ein Büro, das schon von seinem Namen her gut zu Fröndenberg passt.

Fröndenberg

, 09.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Einfach nur [f] heißt das Büro aus Solingen, das mit seinem Entwurf für die gute Stube der Stadt die Jury überzeugt hat und dessen Entwurf für Bruayplatz, Marktplatz sowie den verkehrsberuhigten Bereich Winschotener Straße/Im Stift Zug um Zug umgesetzt werden soll. Eines vorweg: Die umstrittene Frage der Marktquerung haben die Landschaftsarchitekten um Susanne Weihrauch, die die Pläne am Montag vorstellte, bewusst offen gelassen. Anders übrigens die anderen fünf Büros, die Beiträge zum Wettbewerb eingereicht hatten: Sie plädierten allesamt klar für die Sperrung der Marktquerung. Und auch Weihrauch betonte bei der Eröffnung der Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge im Rathaus: „Als Planer will man keine Parkplätze auf dem Marktplatz haben.“

Fontänenfeld auf dem Markt


In ihrem Entwurf haben die Solinger Landschaftsarchitekten den Markt ansonsten weitgehend in seiner jetzigen Funktionalität belassen. Lediglich für die Außenumrandung sehen sie eine farblich zwischen Braun und Grau schangierende Granitsteinpflasterung vor, die sich nicht nur bis zur Pizzeria in die Harthaer Straße erstreckt, sondern auch durchgängig bis zum Bruayplatz als neuer Bodenbelag dient. „Wir haben diesen Granitstein und nicht den in der Region üblichen Ruhrsandstein gewählt, weil er wesentlich langlebiger ist“, erklärte Susanne Weihrauch. Für den Marktplatz sieht der Siegerentwurf zudem ein Fontänenfeld vor, das nördlich der großen Linde angeordnet werden soll. Ein neues Sitzmobiliar aus Holz um die große Linde herum rundet die Pläne für den Markt ab. Auf die Palisadenmauer in Richtung Alleestraße würden die Planer künftig verzichten. „Aber der Entwurf ist nicht in Stein gemeißelt“, betonte Weihrauch.


Als verbindendes Element zwischen den Plätzen schlägt der Entwurf des Büros [f] Entwässerungslinien vor, die „subtil durch das Stadtgefüge führen“. Sie führten vom Markt aus zunächst in Richtung Himmelmannplatz, den das Büro ebenfalls überplant hatte. Allerdings schon bei der Vorstellung einräumte, dass die angedachte Beseitigung der dortigen Parkplätze und die geplante Begrünung angesichts der Funktion als Ankunftsplatz wohl „eher das Letzte sind, was baulich umgesetzt wird“, so Weihrauch. Im Bereich Im Stift sollen wieder kleinere Bäume den Lichtkunstbrunnen einrahmen, Holzbänke wie am Markt zum Verweilen einladen. Das „Dreigestirn aus kleineren Plätzen“, das sich zur Winschotener Straße hin findet, soll durch Spielgeräte und kleinere Stadtbäume weiter aufgewertet werden.


Filetstück der Planungen ist aber der Bruayplatz, der im Entwurf des Büros [f] durch eine terrassenförmige Anordnung mit viel Grün und einem Wasserlauf besticht, der über die verschiedenen Ebenen plätschert und den altbackenen Brunnen ersetzt. „Uns war auch wichtig, unabhängig von den Aldi-Plänen eine bauliche Kante zu dem Bereich zu behalten“, erläuterte Susanne Weihrauch. Daher sieht der Plan zur Aldi-Seite hin eine Baumpalisade mit dahinterliegenden Sitzgelegenheiten vor.

26 Anfragen waren bei dem den Wettbewerb moderierenden Büro plan-lokal eingegangen. Sechs Beiträge waren es am Ende, die von der Jury beurteilt werden mussten. In der Jury saßen neben Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe und Vertretern der Fraktionen versierte Landschaftsarchitekten. Sie vergaben am Ende einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Plätze. Alle Entwürfe sind bis zum 20. Juli ab sofort im Rathaus-Foyer zu bewundern. Umgesetzt wird aber der Siegerentwurf, der sich im vorgegebenen Kostenrahmen von 1,5 Millionen Euro für alle drei Plätze bewegt (ohne Planungskosten). Umgesetzt wird zuerst der Bereich Winschotener Straße/Im Stift, dann der Markt- und danach der Bruayplatz. Die konkrete Planung für den Bereich Winschotener Staße/Im Stift muss bis Jahresende abgeschlossen sein, um im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts für die Innenstadt (IHK) Fördermittel für 2019 zu erhalten. Da die Bewilligung immer dauert, geht Fachbereichsleiter Martin Kramme nicht davon aus, dass der erste Spatenstich vor Frühjahr 2020 gesetzt wird.
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