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Feuerwehr sichert weißes Pulver bei IKEA Kamen und in der Polizeiwache Fröndenberg

dzErneut verdächtige Post

Am zweiten Tag nacheinander hielt am Dienstag verdächtiges Pulver in Briefsendungen Feuerwehr und Polizei in Atem: Nicht nur die Polizeiwache in Fröndenberg, sondern auch IKEA in Kamen und die Arbeitsagentur Hamm waren betroffen.

von Marcus Land, Anna Gemünd, Stefan Milk

Kreis Unna

, 09.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Bekannt wurde zunächst der Fall in Fröndenberg: An die Bezirksdienstaußenstelle im Stift war ein Brief adressiert, in dem nach dem Öffnen des Umschlages am Vormittag ein Tütchen mit einem weißen Pulver gefunden wurde. Der Beamte schlug sofort Alarm.

Feuerwehr sperrt den Einsatzort in der zentralen Innenstadt ab

Der Bereich um die Polizeidienststelle, zentral in der Innenstadt gelegen, wurde nach dem Eintreffen der Feuerwehr abgesperrt. Wie bereits am Montag, als unter anderem das JVK betroffen war, sicherte die Spezialeinheit der Feuerwehr Dortmund das Tütchen in dem Umschlag. Eine Gefahr für den Bezirksbeamten, der den Umschlag öffnete, habe nicht bestanden.

Feuerwehr sichert weißes Pulver bei IKEA Kamen und in der Polizeiwache Fröndenberg

Die Polizei sperrte für die Zeit des Feuerwehreinsatzes den Verwaltungsparkplatz von IKEA. © Stefan Milk

Die Polizei bestätigt mittags den zweiten Einsatz bei IKEA in Kamen

Gegen Mittag bestätigte die Kreispolizeibehörde unserer Redaktion, dass auch bei IKEA in Kamen ein Umschlag mit weißem Pulver gefunden wurde. Die Feuerwehr sicherte auch diese Postsendung. Offenbar hatte der Mitarbeiter, der den Brief öffnete, sofort richtig reagiert: Als er die Plastiktüte mit dem weißen Pulver entdeckte, verschloss er den Umschlag sofort wieder und packte ihn zusätzlich in eine Kunststofftüte.

Feuerwehr sichert weißes Pulver bei IKEA Kamen und in der Polizeiwache Fröndenberg

Die Spezialisten der Feuerwehr Dortmund trugen angesichts der potenziellen Gefahr durch das aufgefundene Pulver Schutzanzüge. © Stefan Milk

Verwaltungsparkplatz gesperrt – aber Geschäftsbetrieb läuft weiter

Der Betrieb bei IKEA konnte trotz des Einsatzes normal weiterlaufen. Ab der Ladezone war ein Teil des Verwaltungs-Parkplatzes gesperrt, der große Kundenparkplatz war jedoch nicht betroffen. Die Analytische Task Force fuhr nach Abschluss ihres Einsatzes in Fröndenberg sofort weiter nach Kamen, wo gegen 14.30 Uhr der Einsatz beendet werden konnte.

Feuerwehr sichert weißes Pulver bei IKEA Kamen und in der Polizeiwache Fröndenberg

Der Eimer, in dem der Umschlag mit dem weißen Pulver aufbewahrt wird. © Stefan Milk

Rund um den Einsatzort im Stift war bei Anwohnern und Geschäftsleuten lange unklar, was Grund für den Feuerwehreinsatz war. Kunden der Sparkasse, die ihren Betrieb weiterführen konnte, mussten offenbar zunächst warten, bis sie begleitet von Feuerwehrleuten zu ihren im Stift geparkten Autos geführt wurden.

In Fröndenberg brodelt die Gerüchteküche, von einer Bombe ist die Rede

Auf dem benachbarten Marktplatz war das Rätselraten am Vormittag groß. Sandra Gansera beobachtete, dass ein Feuerwehrfahrzeug die Durchfahrt zum Stift blockierte. Erste Gerüchte hätten sich ausgebreitet, Kunden von einem Bombenfund gesprochen, sagte die Mitarbeiterin der Metzgerei Rafalczik. Im Geschäft habe sie rasch nachlassenden Kundenstrom bemerkt. „Es zog sich wie Kaugummi.“

Absage an Katastrophentourismus – Hektik bricht zu keiner Zeit aus

Hektik habe sich in der Innenstadt zu keiner Zeit ausgebreitet, berichtete Bernd Kern, der am Markt wohnt. Zwar habe man viele Fahrzeuge und die Sperrung des Stifts bemerkt, Genaueres aber nicht erfahren. „Aber ich bin auch kein Katastrophentourist.“ Schräg gegenüber im Café Melange lief der Vormittag ganz normal. Inhaberin Oya Soyyigit wunderte sich zunächst, dass Fahrzeuge aus der Karl-Wildschütz-Straße quer über den Markt zur Harthaer Straße umgeleitet wurden. Nur gerüchteweise bekam auch sie etwas mit. Eine Kundin der Bäckerei habe einen Feuerwehrmann gefragt: In der Praxis eines Zahnarztes laufe ein Einsatz. Eine Fehlinformation.

Wut auf Absender der Briefe: „Wie krank muss man sein?“

„Wie krank muss man sein, solche Umschläge zu verschicken?“, fragte sich Oya Soyyigit, die gerade bei der Lektüre der Dienstagsausgabe des Hellwegers mit den „Pulver-Einsätzen“ vom Montag saß. Soyyigit: „Wie viel Zeit, Energie und Aufwand das alle kostet.“ Auch Bernd Kern, der mit seiner Frau Brigitte das Bücherparadies am Markt betreibt, schüttelte den Kopf. Jugendliche seien da ganz bestimmt nicht am Werk. „Das sind Leute, die Verunsicherung verbreiten wollen.“

Gefahrstoff-Spezialisten nehmen Proben mit ins Labor nach Dortmund

Die Proben, die die Gefahrstoff-Spezialisten von dem weißen Pulver nehmen, wurden zunächst mit nach Dortmund genommen, wo sich der Standort der ATF befindet. Die nun insgesamt fünf Fälle im Kreis Unna ähneln sich, sodass es durchaus möglich sein kann, dass es sich um denselben Täter handelt. Die Polizei wird auch im Fall des Pulverfundes in der Polizeiwache Fröndenberg und bei IKEA in Kamen ein Strafverfahren einleiten.

Feuerwehr sichert weißes Pulver bei IKEA Kamen und in der Polizeiwache Fröndenberg

Am Vormittag öffnete ein Bezirksbeamter in der Polizeidienststelle in Fröndenberg ein Päckchen, das ein Tütchen mit weißem Pulver beinhaltete. Es schloss sich ein aufwändiger Einsatz der Feuerwehr an. © Michael Neumann

„Ganz unabhängig davon, ob es sich um einen Gefahrenstoff handelt oder nicht, steckt dahinter auch einfache eine erhebliche Störung, die nicht unwesentliche Teile der Polizei- und Feuerwehrkräfte bindet und die Bevölkerung verunsichert“, sagt Vera Howanietz, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Unna. Ob ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen im Kreis Unna und dem Fund eines Umschlags mit weißem Pulver in der Agentur für Arbeit in Hamm am Dienstag besteht, ist noch unklar.

Der Brief, der in Hamm geöffnet wurde, war an Unna adressiert

Möglich scheint dies allerdings, da der Brief, der in Hamm geöffnet wurde, gar nicht an die Agentur für Arbeit dort, sondern an die Agentur für Arbeit in Unna adressiert war. Die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Unna liegt im Bereich der Agentur für Arbeit Hamm und als Postanschrift der Unnaer Behörde ist auch offiziell die Adresse der Behörde in Hamm angegeben. So wird dort auch regelmäßig Post für die Mitarbeiter in Unna geöffnet.

Am Vortag aufgefundene Substanz ist noch nicht untersucht worden

Die Proben, die am Montag von dem weißen Pulver genommen wurden, das sich in einem Umschlag im Katharinen-Hospital in Unna befand, sind noch nicht untersucht worden. Die Proben befinden sich im Gewahrsam der Kreispolizeibehörde und werden im Zuge der Ermittlungen an die Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) weitergegeben. Dann werde auch der Stoff analsysiert. So lange das Pulver komplett verschlossen aufbewahrt werde, wie es derzeit der Fall sei und keine Gefahr davon ausgehe, sei es nicht zwingend erforderlich, es sofort zu untersuchen.

Weißes Pulver in Fröndenberg und Kamen gefunden
Liveticker abgeschlossen
  • 13:12 Uhr

    Die Polizeidienststelle in Fröndenberg ist abgesperrt

    An die Bezirksdienstaußenstelle in Fröndenberg wurde ein Brief verschickt, in dem nach dem Öffnen des Umschlages am heutigen Vormittag ein Tütchen mit einem weißen Pulver gefunden wurde.Der Bereich um die Polizeidienststelle in Fröndenberg wurde abgesperrt und die Feuerwehr trifft derzeit die nötigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. 

  • 13:13 Uhr

    Offenbar wurde das Päckchen geöffnet

    Durch die Spezialeinheit der Feuerwehr Dortmund wird der Umschlag gesichert und in einem eigenen Labor zunächst untersucht werden. Die weiteren Ermittlungen zum Sachverhalt werden durch die Polizei Unna durchgeführt werden.
    Nach ersten Informationen handelt es sich um ein Päckchen, das geöffnet wurde. Nach derzeitigem Stand besteht keine Gefahr für Mitarbeiter der Polizeidienststelle.

  • 13:15 Uhr

    Auch bei IKEA in Kamen wurde weißes Pulver gefunden

    Die Kreispolizeibehörde bestätigt unserer Redaktion gerade, dass auch bei IKEA in Kamen ein Umschlag mit weißem Pulver gefunden wurde. Der Einsatz dort läuft.

  • 13:30 Uhr

    Situation bei IKEA ist entspannt

    Der Betrieb bei IKEA läuft trotz des Einsatzes ganz normal, wie unser Reporter vor Ort berichtet. Ab der Ladezone ist ein Teil des Verwaltungs-Parkplatzes gesperrt, der große Kundenparkplatz ist davon jedoch nicht betroffen.Die Feuerwehr und die Polizei warten darauf, dass die Analytische Task Force eintrifft, die derzeit noch in Fröndenberg das verdächtige Pulver untersucht.

  • 13:38 Uhr

    Auch in Hamm ist weißes Pulver gefunden worden

    Jetzt ist nicht mehr nur der Kreis Unna betroffen: Wie der Westfälische Anzeiger berichtet, wurde am Dienstagmittag auch in der Agentur für Arbeit in Hamm ein Briefumschlag mit einer weißen Substanz gefunden.

  • 13:54 Uhr

    Umschlag bei IKEA ist jetzt gesichert

    Die Feuerwehr hat den Umschlag, der bei IKEA in Kamen eintraf, jetzt gesichert. Offenbar hatte der Mitarbeiter, der den Brief öffnete, sofort richtig reagiert: Als er die Plastiktüte mit dem weißen Pulver entdeckte, verschloss er den Umschlag sofort wieder und packte ihn zusätzlich in eine Kunststofftüte.

    Diese Tüte haben zwei Feuerwehrleute jetzt in einem Plastikeimer aus dem Gebäude getragen und auf einem Feuerwehrfahrzeug deponiert. Nun warten sie auf die Einsatzkräfte der Analytischen Task Force.

  • 13:59 Uhr

    Einsatz in Fröndenberg ist beendet

    Wie unser Reporter vor Ort berichtet, ist der Feuerwehreinsatz an der Polizeiwache in Fröndenberg mittlerweile beendet. Die Analytische Task Force befindet sich auf dem Weg nach Kamen. Die Proben, die die Gefahrstoff-Spezialisten von dem weißen Pulver nehmen, werden zunächst mit nach Dortmund genommen, wo sich der Standort der ATF befindet. 

  • 14:10 Uhr

    Heute kein Ergebnis zu den Proben aus Unna

    Die Proben, die am Montag von dem weißen Pulver genommen wurden, das sich in einem Umschlag im Katharinen-Hospital in Unna befand, sind noch nicht untersucht worden. Das sagt eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna gerade unserer Redaktion. Die Proben befinden sich im Gewahrsam der Kreispolizeibehörde und werden im Zuge der Ermittlungen an die Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) weitergegeben. Dann werde auch der Stoff analsysiert. So lange das Pulver komplett verschlossen aufbewahrt werde, wie es derzeit der Fall sei und keine Gefahr davon ausgehe, sei es nicht zwingend erforderlich, es sofort zu untersuchen.

  • 14:29 Uhr

    Einsatz in Kamen ist auch beendet

    Auch bei IKEA in Kamen ist der Einsatz der Feuerwehr und der Polizei jetzt beendet. 

    Wir beenden unseren Liveticker, berichten aber natürlich weiter auf www.hellwegeranzeiger.de

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