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Wahnhafte Schläge in Fröndenberger Justizkrankenhaus

Amtsgericht Unna

Erst soll er im Schrank gesessen haben, dann fand man ihn regungslos in der Nasszelle. Offenbar im Wahn schlug im Fröndenberger Justizvollzugskrankenhaus ein Insasse dann nach einem Beamten.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 24.07.2018
Wahnhafte Schläge in Fröndenberger Justizkrankenhaus

Das Amtsgericht Unna verurteilte den Fröndenberger zu einer Bewährungsstrafe. © picture alliance / dpa

Offenbar im Wahn wollte ein Insasse einen Mitarbeiter des Justizvollzugskrankenhauses (JVK) attackieren. Nun stand er wegen des tätlichen Angriffs auf den Vollzugsbeamten vor dem Amtsgericht Unna. Ihm fehlte jegliche Erinnerung.

Ein Mithäftling informierte die Beamten am Abend des 4. Oktober, dass sich der 39-Jährige merkwürdig verhalte. Der Mann säße im Schrank. Ein Mitarbeiter sah nach dem Rechten, fand ihn jedoch nicht im Schrank. Vielmehr befand sich der Insasse nun in der Nasszelle und reagiert nicht auf Ansprache. Also betrat der Beamte den Raum und konnte gerade noch ausweichen, als ihn der Angeklagte ansprang und zuschlagen wollte.

Beim Justizbeamten entschuldigte sich der Angeklagte zwei Tage später

Im Prozess am Dienstag betonte der Angeklagte, der sich damals wegen einer unbezahlten Geldstrafe im Justizvollzugskrankenhaus befand: „Ich kann mich gar nicht erinnern. Ich hatte Wahnvorstellungen.“ Auf Nachfrage gab er an, er habe sich im Alkoholentzug befunden. „Das tut mir leid. Ich weiß auch nicht, wie es dazu kommen konnte. So etwas ist mir nie passiert.“ Sein Bedauern äußerte er bereits zwei Tage nach dem Vorfall dem betroffenen Beamten gegenüber und nutzte die Gelegenheit vor Gericht für eine weitere Entschuldigung.

Totz verminderter Schuldfähigkeit urteilte das Gericht drei Jahre Haft auf Bewährung aus

Das Gericht konnte in seinem Fall eine verminderte Schuldfähigkeit letztlich nicht ausschließen. Auch sprachen die glaubhafte Reue und die Tatsache, dass der Geschädigte bei dem Angriff nicht verletzt wurde, für den 39-Jährigen. Die Verhandlung endete für ihn mit drei Monaten Haft auf Bewährung und 40 Sozialstunden.

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