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Trauer um toten Mops „Rudi“: Besitzerin sah Rattengift auf der Straße und geht zur Polizei

dzStrafanzeige erstattet

Um ihren vergifteten Mops „Rudi“ trauert Verena De Angeli immer noch. Die Ostbürenerin hat Strafanzeige erstattet. Das Kreisveterinäramt hat derweil einen Tipp, wie sich Hundehalter untereinander warnen können.

Ostbüren

, 02.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Mindestens ein Hund ist vor Kurzem offenbar an einem vergifteten Köder verendet, den er auf der Ostbürener Heide gefunden und gefressen hatte. Ein weiterer Hund schnappte auf einem umzäunten Gartengrundstück ein mit Draht präpariertes Stück Fleisch, blieb aber unverletzt. Verena De Angeli hat am Montag (1. April) ebenfalls Strafanzeige erstattet.

Hundebesitzer wütend auf feige Tat eines Tierhassers

„Wie feige und krank muss ein Mensch sein, um so etwas zu tun“, kommentiert ein User auf Facebook unsere Berichterstattung. Wut und Empörung sind groß. Bei Verena De Angeli überwiegt die Trauer und die Hoffnung, dass andere Hundebesitzer gewarnt sind. Denn: Innerhalb der vergangenen drei Jahre seien nun drei Hunde mit ähnlichen Symptomen an Vergiftung verendet.

Trauer um toten Mops „Rudi“: Besitzerin sah Rattengift auf der Straße und geht zur Polizei

Verena (r.) und Hannah De Angeli trauern um ihren toten Mops "Rudi", der höchstwahrscheinlich an Rattengift verendet ist. © privat

Verena De Angelis Verdacht: Jemand hat zumindest grob fahrlässig und unsorgfältig Rattengift offen ausgelegt. Ihr Mops Rudi hatte am Montag vergangener Woche (25. März) unter einem Busch an einem zurzeit besitzlosen Nachbargarten irgendetwas aufgenommen und war am Samstag darauf sehr qualvoll gestorben. Es deute alles auf Rattengift hin, weil der Hund starke innere Blutungen hatte. Auf dem Weg zu einer Tierklinik in Ahlen musste Verena De Angeli umdrehen, weil Rudi schon zu geschwächt war und Blut ausspie.

Strafanzeige gestellt – Giftkörner auf der Straße gesehen

Trauer um toten Mops „Rudi“: Besitzerin sah Rattengift auf der Straße und geht zur Polizei

Mops "Rudi" starb einen qualvollen Tod, nachdem er in Ostbüren Rattengift wahrscheinlich gefressen hatte. © privat

Sie habe nun Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Der Polizei teilte die gelernte Tierarzthelferin auch mit, dass in der Vergangenheit ein Ostbürener eingeräumt habe, wegen „Ratten im Garten“ das Gift auszulegen. Sie habe die Giftkörner einmal „frei an der Hecke in Richtung Straße“ bemerkt; allerdings nicht an dem besitzlosen Grundstück. Das Ordnungsamt sei damals schon einmal verständigt worden. „So etwas muss doch richtig ausgelegt werden“, sagt Verena De Angeli. Die knallblauen und -roten Perlen könnten ansonsten sogar für Kleinkinder gefährlich werden. In Ostbüren hat sie bereits ein Warnschild ausgehängt.

Kreisveterinäramt berichtet von „vermehrten“ Funden von Giftködern

Das Kreisveterinäramt berichtet unterdessen auf Anfrage von „vermehrten“ Funden von Giftködern im gesamten Kreisgebiet in den zurückliegenden Monaten. Solche Köder, die in Ostbüren gezielt auf Spazierwegen von Hundebesitzern ausgelegt worden sein könnten, werden demnach „wellenartig“ häufiger und seltener von Findern gemeldet. Das Veterinäramt habe allerdings kaum Handhabe, bei Köderproben Substanzen ermitteln zu können. Die Suche nach Gift ohne Anhaltspunkte gleiche der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. „Das ist nicht zielführend, weil es unzählige Substanzen gibt“, heißt es beim Kreis. Das Amt gehe Hinweisen von Bürgern zwar nach, erster Ansprechpartner bleibe aber die Polizei. Es bestehe auch keine Pflicht, bei Verdacht Giftköder dem Kreisveterinäramt zu melden.

Internetportal

Radar zeigt Fundstellen von Giftködern an

  • Während sich in Ostbüren unter Hundebesitzern bereits eine WhatsApp-Gruppe gebildet hat, deren Mitglieder dort Verdächtiges kundtun, weist der Kreis auf eine weitere Warnmöglichkeit hin.
  • Im Internet können Verdachtsfälle oder Funde auf dem bundesweit bespielten Portal www.giftkoeder-radar.com gemeldet werden. In der Datenbank sind nach Angaben der Betreiber zurzeit fast 9900 Fundorte gespeichert.
  • Bevor die Fundorte veröffentlicht werden, würden bei Veterinärämtern, Tierärzten oder Polizeidienststellen sachdienliche Informationen zum Fundort eingeholt.
  • Das Portal berichtet unter anderem davon, dass immer wieder Nadeln in Hackfleisch, Angelhaken in Brot oder Rattengift in Leberwurst versteckt und ausgelegt werden.
  • Die Betreiber des Giftköder-Radars bieten sogar Workshops zum Thema an, im April auch in Dortmund.

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