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Streit um ein Gästehaus in Bausenhagen

dzKreis droht Schließung an

Im Clinch liegen der Ruhrlandhof in Bausenhagen und der Kreis Unna: Ein Gästehaus, in dem Touristen beherbergt werden, soll künftig seine Pforten schließen. Der Hofbetreiber sieht seine touristische Ausrichtung in Gefahr.

Fröndenberg

, 08.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Der Kreis Unna will dem Ruhrlandhof in Bausenhagen die Nutzung einer Hütte untersagen, in der Übernachtungsgäste beherbergt werden. Während das Bauordnungsamt in einem Schreiben vom 1. August an den Hofbetreiber von einer nicht genehmigten Nutzung ausgeht, hält Walter Dertmann das Vorgehen für „nicht nachvollziehbar“.

In der „Almhütte“, wie Dertmann die Unterkunft auf dem Gelände des Hofes nennt, logierten Gäste „vornehmlich zum Zwecke der Erholung.“ Das Gästehaus sei noch vor drei Jahren mit hohen Kosten „vollends saniert“ worden „nach schriftlicher Freigabe durch den Kreis Unna“. Die Kreisverwaltung hält dem entgegen, dass es zu keiner Zeit eine Genehmigung für einen Beherbergungsbetrieb in der Hütte gegeben habe. Eine offizielle Gästeunterkunft sei auch gar nicht genehmigungsfähig, weil sich der gesamte Hof nicht nur im Außenbereich, sondern im besonders geschützten Landschaftsschutzgebiet befinde. Auch Planungsrecht decke den Betrieb nicht, weil die hierfür zuständige Stadt Fröndenberg dieses bislang gar nicht geschaffen habe.

Der Kreis meint, es sei kein privilegiertes Vorhaben wie bei einem landwirtschaftlichen Betrieb

„Das ist dort kein rechtsfreier Raum“, betont Constanze Rauert, Pressesprecherin des Kreises Unna, auf Anfrage unserer Zeitung. Es werde zwar nicht in Abrede gestellt, dass mit dem touristischen Ansinnen des Ruhrlandhofes ein guter Zweck verfolgt werden soll. Bauordnungsrechtlich bleibe dem Kreis aber keine andere Wahl, als die künftige Nutzung als Beherbergungsstätte zu untersagen. Die ursprünglich privilegierten Nutzungsrechte in dem Außenbereich seien spätestens in dem Zeitpunkt entfallen, als der frühere Bauernhof seinen Betrieb aufgegeben habe und verkauft wurde.

Der Hofbetreiber pocht darauf, dass die Almhütte seit 60 Jahren für Feriengäste genutzt werden

Walter Dertmann verweist darauf, dass das Gästehaus seit 60 Jahren als Ferienhaus vermietet wurde. „Fakt ist, dass es diesen Landschaftsplan zur damaligen Zeit noch nicht gab.“ Es habe sich auch „kein Mensch jemals über das Vorhandensein dieser ,Almhütte‘ beklagt“, so Dertmann. Die Belange der Öffentlichkeit, mit der der Kreis Unna die angedrohte Untersagungsverfügung begründe, seien „stets nur positiv berührt“ worden, zum Beispiel durch viele Feierlichkeiten der Bausenhagener Vereine oder auch die Teilnahme an den Offenen Gärten im Ruhrbogen.

Neue touristische Unterkünfte würden derzeit händeringend gesucht – jetzt solle eine geschlossen werden

Zudem besuchten in jedem Jahr nahezu gleich viele Gäste aus dem Ausland die Almhütte „wie in allen Hotels und Gasthäusern der Stadt Fröndenberg zusammen“. Die Stadt Fröndenberg habe kürzlich schließlich sogar öffentlich dazu aufgerufen, Fremdenzimmer anzumelden, um Touristen Unterkünfte bieten zu können. Für Walter Dertmann ist das letzte Wort in der Sache noch nicht gesprochen. Die Privilegierung gelte nicht nur für landwirtschaftliche, sondern auch für die touristische Nutzung – die schließlich nur im Außenbereich und nicht in der Innenstadt möglich sei.

Walter Dertmann hofft, seine Almhütte auch künftig als Gästeunterkunft nutzen zu können. „Ich gehe davon aus, dass sowohl bei der Stadt als auch beim Kreis Unna die Einsicht wächst, dass wir nichts anderes wollen, als auf Dauer einen Ferien- und Freizeithof zu betreiben“, sagt er.

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