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Somali und Afghanen werden Vorbilder bei der Mülltrennung

dzSeminar im Integrationszentrum

Ist das sehr deutsch? Noch bevor Flüchtlinge in Fröndenberg überhaupt anerkannt sind, lernen sie schon, wie man hierzulande richtig den Müll trennt. Was verblüfft: Somali und Afghanen machen hoch konzentriert mit.

Fröndenberg

, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Patenschaftskreis für Flüchtlinge in Fröndenberg geht das Thema Integration konsequent an: Selbst Menschen, die noch in einem laufenden Asylverfahren und mit unsicherer Bleibeperspektive in der Stadt leben, sollen lernen, wie Restmüll, Biomüll und Grüner-Punkt-Abfälle richtig getrennt werden.

Missstand im Integrationszentrum: Alles kommt in eine Tonne

Susanne Hippenstiel und Karin Eckei haben den Kursus im Integrationszentrum auf dem Mühlenberg organisiert: An vier Tagen klärte eine Dozentin der VHS Unna-Fröndenberg-Holzwickede die Flüchtlinge darüber auf, wie in deutschen Landen der Müll ordnungsmäßig zu sortieren ist. Ein Missstand im Integrationszentrum löste bei den beiden Fröndenberger Flüchtlingshelferinnen den Impuls zum Müllseminar aus: Bis vor Kurzem gab es nur einen Mülleimer in der Einrichtung neben dem Stadtteiltreff Windmühle – einen Mülleimer für alles.

«Mülltrennung muss in Fleisch und Blut übergehen.»
Susanne Hippenstiel vom Patenschaftskreis

„Mülltrennung muss in Fleisch und Blut übergehen“, findet Susanne Hippenstiel. Schließlich kann diese Tugend einmal wichtig werden, wenn man tatsächlich einen dauerhaften Aufenthaltsstatus erwirbt und kein Unmut bei Behörden oder Nachbarn aufkommen soll.

Somali und Afghanen werden Vorbilder bei der Mülltrennung

Beim Müllseminar im Integrationszentrum lernten die Flüchtlingen anhand eines Puzzlespiels, in welche Tonne welcher Abfall gehört. © privat

Abfallberaterin Doris Hohmann stieß auf sehr konzentrierte Seminarteilnehmer aus Somailia, Pakistan, Ertitrea und Afghanistan. Spielerisch und sehr niederschwellig vermittelte die Fachfrau die wichtigsten Kenntnisse. So wurde anhand eines Puzzlespiels entsorgbaren Gegenständen das richtige Müllgefäß zugeordnet. In welche Tonne gehört wohl ein voller Staubsaugerbeutel? Sehr aufmerksam waren die Flüchtlinge beim Thema rote Tonne und Gefahrstoffe. Aus der Weiterbildungseinheit ist nun auch die Idee entstanden, einen Ausflug zur Wertstoffdeponie in Ostbüren zu organisieren.

Müllseminar in den Sprachkurs für Flüchtlinge integriert

Eigens für das Müllseminar sind die Flüchtlinge übrigens nicht in das Integrationszentrum gekommen. Das Thema integrierte der Patenschaftskreis in den bestehenden Sprachkurs, der bereits seit dem vergangenen Jahr läuft. Dort können auch Mütter und Väter Deutsch lernen, weil es eine Betreuung für die regelmäßig acht bis neun anwesenden Kleinkinder gibt, die vom Erzbistum Paderborn getragen wird. Auch die Stadt Fröndenberg schießt zehn Prozent zu den Kosten des Kurses zu. Übrigens erfüllt inzwischen auch der Anbau an der Windmühle die Vorgaben des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes: Die GWA hat der städtischen Einrichtung zwei Sätze an Müllgefäßen spendiert.

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