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Am 1. August hat der Elternverein den Staffelstab an die SPI Unna übergeben: Auch der neue professionelle Träger des Offenen Ganztags an der Gemeinschaftsgrundschule will die Eltern einbinden.

Fröndenberg

, 03.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Der Wechsel in der Trägerschaft geschah sehr sanft, am auffälligsten war noch die Hüpfburg, die die Sozialpädagogische Initiative (SPI) am Donnerstag anlässlich ihres Starts auf dem Schulhof an der Friedhofstraße aufstellte.

„Wir haben fast das gesamte Personal übernommen“, berichtet Yvonne Gutzeit, die bei der SPI den Bereich Schule verantwortet. Nur drei von 15 Kräften, von Praktikanten bis Erziehern, hätten sich neu orientiert. Neue Verträge seien aber allen bisherigen Mitarbeitern angeboten worden.

Die Stärke des Offenen Ganztags an der Gemeinschaftsgrundschule ist die Einbeziehung der Eltern

Als neues Leitungsteam fungiert ein Duo: Evangelia Stiakaki und Lisa Kubirski. Stiakaki, die schon seit 2005 als Erzieherin im Offenen Ganztag an der Gemeinschaftsgrundschule arbeitet, hält den Wechsel des Trägers für sinnvoll: „Ehrenamtliche haben bisher den Job von Profis nebenbei gemacht“, sagt sie.

Dass nun ein Träger übernimmt, der seit mehr als 20 Jahren am Markt ist und mehrere Offene Ganztagsschulen betreibt, soll die Beteiligung der Eltern allerdings künftig nicht völlig beiseitedrängen. „Unsere Stärke ist, dass wir die Eltern miteinbeziehen und mit in die Verantwortung nehmen“, betont Evangelia Stiakaki.

Zehn Stunden am Tag verbringen viele Kinder in der Schule

Die Kinder sind mitunter von 7 Uhr morgens bis spätestens 17 Uhr in der Schule, verbringen also mehr Zeit mit Lehrerinnen und Erzieherinen als mit Mutter und Vater. Die Kooperation mit den Eltern, die nicht nur über die Inhalte des Nachmittagsprogramms informiert werden, sondern auch Wünsche äußern sollen, ist daher auch für SPI ein wichtiger Baustein.

So will der Träger auf Elternabenden nicht nur sein Konzept vorstellen, sondern zum Beispiel in einem Elterncafé auch Bedürfnisse der Erziehungsberechtigten abfragen. „Es ist ganz wichtig, dass wir die Eltern mit ins Boot nehmen“, fügt Yvonne Gutzeit hinzu. Das kann auch die Mitsprache beim Mittagessen sein. So wird sich der alte und neue Catering-Betrieb Leipertz aus Menden ebenfalls auf einem Elternabend vorstellen.

An den Inhalten des Offenen Ganztags wird sich grundsätzlich erst einmal nichts ändern. Betreuung, Bildung und Erziehung bleiben die drei Säulen des Nachmittagskonzeptes.

Man wird allerdings an einem Modellprojekt des Kreises Unna teilnehmen. Inklusionsassistenten, die Kinder mit besonderem Förderbedarf bisher individuell betreuen, sollen künftig jeder Klasse zugeordnet werden und vom Vormittags- bis zum Nachmittagsbereich durchgehend begleiten. Wenn am Anfang des neuen Schuljahres die verschiedenen Arbeitsgemeinschaften geplant werden, werden auch die Kinder angehört. „Partizipation ist wichtig“, so Yvonne Gutzeit. Die bewährte Ganztagsklasse, die also den Schulvormittag und den Nachmittag gemeinsam verbringt, wird es ebenfalls weiter geben.

Déjá-vu für eine frühere Schülerin, die jetzt OGS-Leiterin ist

Ein Déjà-vu gab es auch für Lisa Kubirski, die sich mit Evangelia Stiakaki die Leitung des Offenen Ganzstags aufteilt. Die Fröndenbergerin besuchte schon als Schülerin die Gemeinschaftsgrundschule. „Man hat sich gleich wieder wohlgefühlt“, sagt sie strahlend. Dieses Gefühl sollen auch die Kinder nach den Sommerferien haben – am heutigen Freitag, 3. August, endet die Ferien-OGS und am Montag übernimmt dann die Overbergschule für die nächsten drei Wochen.

Smartphones sind unerwünschte Geräte an der Schule

Frankreich hat es zentral für alle Schulen geregelt: ein Verbot von Smartphones auf dem Schulgelände. In Nordrhein-Westfalen überlässt das Schulministerium den Schulen die Regelung.

An der Gemeinschaftsgrundschule wird in einem Elternbrief zu Schuljahresbeginn darüber aufgeklärt, dass Handys weder in der Schulklasse noch auf dem Pausenhof gern gesehen sind. Nur in Notfällen dürfen die Kinder mit ihrem Mobiltelefon zuhause anrufen. Das Verbot wird auch sanktioniert. „Andernfalls wird es einkassiert und Mama oder Papa müssen es bei uns abholen“, erläutert Evangelia Stiakaki.

Sogar Smartwatches, also Armbanduhr mit Internetfunktionen, tragen Schüler an der Gemeinschaftsgrundschule vereinzelt schon.

Die Regeln vom Vormittag gelten auch am Nachmittag weiter. Evangelia Stiakaki: „Wir können nicht einmal Hü und einmal Hott sagen.“

Dabei ist das Thema Neue Medien über ein Medienkonzept schon gut abgedeckt. Was auch sinnvoll ist. „Die Zockerei an der Playstation ist schon ein großes Thema bei den Kindern“, weiß Lisa Kubirski. Die starke Affinität auch bereits von neun- oder zehnjährigen Kindern zum Internet, macht sich die OGS aber auch zunutze. „Matheförderung gelingt damit heute besser“, weiß Yvonne Gutzeit. Da sei eine App viel attraktiver als der Rechenblock.

Am 6. September stellt sich die Schule in einem Elternforum schon für die Einschulung 2019 vor. Am 7. September wird es einen Tag der offenen Tür für alle Interessierten geben.
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