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Seit 70 Jahren backt Neuhaus in Fröndenberg nicht nur Brötchen

Handwerk

Schon vor dem Betreten des Geschäfts an der Landstraße 43 in Warmen umhüllt ein leckerer Duft die Nase des Besuchers. Kein Wunder – handelt es sich doch um die Bäckerei von Marlies Neuhaus, einen echte Traditionsbetrieb in Fröndenberg.

von Jana Peuckert

Fröndenberg

, 07.07.2018 / Lesedauer: 3 min
Seit 70 Jahren backt Neuhaus in Fröndenberg nicht nur Brötchen

Seit 1948 gibt es den Bäckerladen mit Backstube an der Landstraße 43 in Warmen. Bei der Bäckerei handelt es sich um einen alt eingesessenen Betrieb und nicht um eine moderne große Kette, wie sie heute viele Bäckereien betreiben.Peuckert

In diesem Jahr besteht der Betrieb 70 Jahre lang. Am 1. September 1948 eröffnen Marlies‘ Eltern die Bäckerei. Für die Tochter steht zunächst fest, dass sie Verkäuferin werden will. Also besucht Marlies Neuhaus nach der Volksschule zwei Jahre lang die Handelsschule. „Dann habe ich gedacht, nur Verkäuferin ist keine Herausforderung. Wenn, dann schon Bäckerin“, erzählt Neuhaus. Gesagt, getan: Die Warmenerin beginnt ihre Ausbildung. Dabei wird ihr die Zeit in der Handelsschule angerechnet und sie verkürzt die Lehre von drei auf zwei Jahre.

Nach erfolgreichem Abschluss ist sie zunächst vier Jahre Gesellin, bevor sie sich entschließt, ihren Meister zu machen. Ihr späterer Mann, Radio- und Fernsehtechniker, lernt viel mit, weshalb er auch eine große Hilfe für die Eltern von Marlies Neuhaus ist. Besonders während der viermonatigen Meisterschule. Da kommt die Tochter nämlich nur am Wochenende von Olpe nach Hause. 1973 hat Marlies Neuhaus ihr Ziel erreicht. Weitere vier Jahre später gehen ihre Eltern in Rente und sie übernimmt das Geschäft.

Neuhaus liebt ihren Beruf. „Man kann einfach alles herstellen, wie es gewünscht wird“, sagt sie. Und alles sei so lecker. Das finden auch die vielen Stammkunden, die der Bäckerei seit vielen Jahren die Treue halten.

Wenn Marlies Neuhaus nicht in ihrem Laden steht, ist sie mit ihrem Verkaufswagen unterwegs, jeden Vormittag. Donnerstags gehört sie zum festen Kern des Fröndenberger Marktes: „Die Leute warten da immer schon auf mich.“ Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, besucht die Bäckermeisterin regelmäßig Messen. „Ich mache das alles gerne. Ich würde es auch jederzeit wieder so machen“, sagt sie.

Eines ihrer drei Kinder ist ebenfalls Bäckerin. Das Geschäft der Mutter wird sie allerdings nicht übernehmen. Marlies Neuhaus hat trotzdem keine Angst vor einem Aus. Sie ist sicher, dass es weitergeht. Auch generell hat sie keine Sorge, dass das Bäckerhandwerk aussterben wird: „Ich habe früher schon gesagt, wir Bäcker müssen einfach nur durchhalten. Es wird ja doch auf Qualität und nicht nur auf Einheitsbackware Wert gelegt.“ Deshalb sieht sie auch im Backangebot der Discounter keine Konkurrenz. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass Kunden, die zwischendurch mal das Angebot der Supermärkte genutzt haben, schließlich doch zurückgekehrt sind mit der Begründung, dass die Backwaren bei Neuhaus besser schmeckten und länger frisch blieben.

Und noch etwas gibt Marlies Neuhaus Hoffnung auf den langen Erhalt ihres Geschäftes: die große Nachfrage nach Praktikumsplätzen und Ausbildungsstellen. Der aktuelle Lehrling sei bald fertig und sein Nachfolger stehe schon so gut wie sicher in den Startlöchern.

Am 2. September gibt es zum 70-jährigen Bestehen einen Tag der offenen Tür in der Bäckerei Neuhaus. Eine Chance, weiteren Menschen den Beruf des Bäckers schmackhaft zu machen.

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