Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Sie stehen dort wie vor dem Startschuss zum großen Rennen: Am Fuße der Fröndenberger „Eule“, dem berühmt-berüchtigten Anstieg, werden seit dieser Woche Rennräder präsentiert.

Fröndenberg

, 19.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Ein neues Geschäft an der Alleestraße? Was Passanten und Autofahrer wohl als erstes vermuten, stimmt allerdings nicht: Andreas Grünewald stellt seit zwei Tagen einen Teil seiner Rennradsammlung im Ladenlokal Alleestraße/Ecke Markt aus. In dem alten Kaufhaus Müller, in dem zuletzt Bestatter Wilms sein Domizil hatte, rufen jetzt Rennmaschinen aus vielen Jahrzehnten Erinnerungen an Fröndenbergs Radsportgeschichte wach.

Grünewald, der seine Sammlung vor drei Wochen im Kulturausschuss vorgestellt hatte und der Stadt das Angebot unterbreitet, sie als eine Art langfristige Leihgabe auszustellen, könnte sich die alte Kettenschmiede Prünte als Standort vorstellen (wir berichteten). Die Initiative hat er nun ergriffen, um seine Rennräder der Öffentlichkeit in Fröndenberg vorzustellen.

Das Schaufenster zieht neugierige Blicke auf sich

Und darüber hinaus. Denn genau gegenüber der „Eule“ gelegen, zieht die Präsentation in den ersten Tagen schon viele Blicke auf sich. Einen Zwischenstopp legte am Mittwoch Michael Nicolai ein, als er auf seiner Radtour durch Fröndenberg kam. Viele Räder erkannte er auf Anhieb an Rahmen und Schaltgetrieben. „Rickert kommt ja von hier“, weiß der Hattinger. Ähnlich wie bei Oldtimer-Pkw-Treffen gebe es mittlerweile auch große Stelldicheins mit historischen Rennrädern. „Die Gemeinde wird immer größer“, erzählt Nicolai, der früher selbst Radrennen fuhr. „Daher kenne ich natürlich die Eule auch.“

Andreas Grünewald hat in dieser Woche 16 Fahrräder aus seiner neuen Heimat Schwäbisch Gmünd mitgebracht und in dem seit eineinhalb Jahren leer stehenden Räumen aufgebaut. Das Ganze wirkt schon wie eine Dauerausstellung – soll aber nur eine Übergangslösung sein. In zwei Wochen sollen zehn weitere Rennräder folgen, sodass sich ein guter Überblick über die wertvolle Sammlung bieten wird, die mehr als 80 Räder umfasst.

Sportgeschichte von mehr als 100 Jahren wird präsentiert

Natürlich werde er sich jetzt noch Gedanken machen, wie man die kleine Ausstellung noch ansprechender gestalten kann, so Grünewald. Bettina Hartwig-Labs, die den Kontakt zu Andreas Grünewald geknüpft und im Rat für die CDU-Fraktion den Antrag auf Einrichtung eines Ausstellungsraumes durch die Stadt gestellt hatte, zeigt sich von der Präsentation sehr angetan. „Das ist eine einmalige Gelegenheit – wir sind schließlich eine Fahrradstadt“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Andreas Grünewalds Sammlung umfasst eine Sportgeschichte von mehr als 100 Jahren, besteht aus Rennrädern der ersten Generation – das älteste stammt aus dem Jahr 1899 – bis hin zu Rennmaschinen aus Karbon aus den 1990er-Jahren. Räder mit Holzfelgen, Baujahr 1908, gehören ebenso zur Kollektion wie ein Zweirad, das 1934 beim Giro d‘Italia gefahren wurde. Allerdings geht es nicht ausschließlich um die mobilen Geräte selbst, sondern besonders auch um ihren Antrieb. Ein Schwerpunkt von Grünewalds Sammlung sind nämlich die verschiedenen Schaltungstechniken.

Ein Workshop könnte ein realisierbares Konzept erbringen

Wie es nun weitergeht, liege nicht in seiner Hand, sagt Andreas Grünewald. „Ich will der Stadt natürlich nichts aufdrücken, was sie nicht haben will.“ Die Einladung zu einem Workshop werde er jedenfalls gern annehmen: Dort soll überlegt werden, ob es ein Gesamtkonzept für ein modernisiertes Kettenschmiedemuseums sowie eine Rennradausstellung geben könnte. Schließlich geht es am Ende ganz entscheidend auch um Fördergelder.

Ein Schwerpunkt der Sammlung von Andreas Grünewald ist die Entwicklung der Schaltungen der Rennräder. Mit welchen technischen Kniffen sich französische, italienische oder japanische Hersteller fast im Jahresrhythmus überboten, wird an den entsprechenden Exponaten anschaulich. Auch Plakate von großen Rundfahrten oder Radsportkleidung im Wandel der Zeit hat Andreas Grünewald über die Jahre zusammengetragen. Vorhanden sind auch Bahnräder und Zeitfahrräder.
Lesen Sie jetzt