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Pkw steht verlassen auf einem Feld – der Halter schläft seinen Rausch aus

dzVor Gericht

Zwei Männer aus Menden gehen gemeinsam etwas Trinken, wachen am nächsten Tag in einer Wohnung auf. In Frömern wird ein Strommast um- und ein Baum angefahren. Aber wer saß am Steuer?

von Jana Peuckert

Fröndenberg

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Als eine junge Frau am Mittag des 14. Oktober vergangenen Jahres eine Straße in Frömern entlang ging, bot sich ihr plötzlich ein ungewohntes Bild: Quer über der Straße lag ein Strommast, ein Baum war beschädigt und auf einem Feld stand ein verlassenes Auto. Dieses sei sogar abgeschlossen gewesen, berichtete die Frau im Amtsgericht Unna im Zeugenstand. Dort sagte sie im Prozess gegen den Halter des Fahrzeugs aus.

Fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung

Die Staatsanwaltschaft warf dem 31 Jahre alten Mann aus Menden eine fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung aufgrund Genusses von Alkohols sowie Unfallflucht vor. Der Angeklagte gab an, sich nicht mehr an die Vorfälle des Tattages erinnern zu können. Es könnte jedoch sein, dass er jemandem seinen Autoschlüssel gegeben hatte, mit der Bitte, den Wagen des Mendeners wegzufahren.

Eine zweite Zeugin erklärte am Donnerstag, ihr Ehemann hätte am Abend zuvor mit dem Angeklagten gemeinsam etwas getrunken. Als sie am Morgen gegen 8 Uhr aufgestanden sei, hätte der Angeklagte noch geschlafen. Das sei auch der Fall gewesen, als sie und ihr Mann gegen 10 Uhr das Haus verlassen hätten. Gegen 12 Uhr sei das Paar zurückgekehrt. Der 31-Jährige sei noch bei ihnen gewesen, habe nicht gewusst, wo er war und warum.

Mann war „total neben der Spur“

„Er war total neben der Spur“, sagte die Zeugin aus. Das war auch einer anderen Hausbewohnerin aufgefallen, die den Rettungswagen gerufen hatte. Der Angeklagte kam ins Krankenhaus. Zeitgleich traf die Polizei am Feld ein.

Dort hätten die Ermittler Spuren entdeckt, die darauf hätten schließen lassen, dass vergeblich versucht worden war, das Fahrzeug vom Acker herunter zu bekommen. Personen seien nicht in der Nähe gewesen. Vorstrafen brachte der Angeklagte gestern nicht mit.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft erklärte in ihrem Plädoyer, dass nicht zweifelsfrei bewiesen sei, dass der Angeklagte gefahren war. Sie beantragte daher einen Freispruch. Dem schloss sich der Richter an. Auch, wenn einiges dafür spreche, dass der Mann mit etwa 1,4 Promille am Steuer gesessen und den Unfall verursacht hatte, könnte das nicht nachgewiesen werden. Ebenso gut hätte eine andere Person mit dem Wagen fahren können.

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