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Miró wie in Paris an der Ruhrbrücke in Fröndenberg

dzKulturrucksack

Erst infantile Kunst und nun Miró: Drei neue Bilder für die Brücke über die Ruhr zwischen Fröndenberg und Menden sind entstanden. Gemalt wurden sie beim Kulturrucksack im Treffpunkt Windmühle.

Fröndenberg

, 07.08.2018 / Lesedauer: 3 min

„Frei nach Miró“, betont die 85-Jährige, hätten die Kinder in den vergangenen Tagen gearbeitet. Denn Miró einfach abmalen – das wäre ja nicht kreativ gewesen. Um Bilder im Stil des berühmten Künstlers zu gestaltet, zeichnet Gisela Scheugenpflug die Formen vor. Anschließend machen sich die Kinder ans Ausmalen. Und ganz wie das berühmte Vorbild, dem Scheugenpflug so gerne nacheifert, weil sich die bunten flächigen Motive klasse für die Arbeit mit Kindern anbieten, wurden die Figuren vornehmlich mit Primärfarben ausgemalt.

Damit die Bilder später Wind und Wetter trotzen, verwenden die Nachwuchskünstler Acrylfarbe; Gisela Scheugenpflug wird die Bilder später noch lackieren. Das Aufhängen übernimmt das Bauamt. Einen Termin konnte Birgit Mescher von der Stadtverwaltung, die das Programm des Kulturrucksacks betreut, noch nicht nennen. „Es wäre sicherlich schön, wenn das zeitnah geschieht“, sagt sie. Und das findet auch Scheugenpflug, mit Blick auf den dritten Fröndenberger Miró, der neben den beiden Neuen schon seit vergangenem Jahr im Keller des Treffpunkts auf dem Mühlenberg lagert.

Schon eine Wand der Overbergschule, an der sich Scheugenpflug viele Jahre engagiert hatte, zieren Bilder des modernen Künstlers, „wie am Unesco-Gebäude in Paris“, sagt Scheugenpflug, die bei den satten Farben und abstrakten Formen einfach ins Schwärmen gerät. Und so soll auch die Ruhrbrücke irgendwann aussehen, wenn auf der rechten Seite alle Bilder aufgehängt sind.

Insgesamt haben drei bis vier Kinder den Workshop für die Brückenbilder besucht. Lia Rattay ist neun Jahre alt und war schon in der vergangenen Woche beim Ferienspaß-Malen mit dabei.

Comics nachgezeichnet

Das hatte ihr so gut gefallen, dass sie auch bei der neuen Aktion im Treffpunkt wieder mitmachen wollte. Mit Acrylfarbe kennt sie sich jetzt immerhin schon aus. An Miró gefällt ihr gut, dass man die Bilder nicht so oft sieht – aber wenn doch erkenne man den Stil sofort. Maximilian Anlauf ist zehn Jahre alt. Zuhause malt er sehr gerne. Am liebsten zeichnet er seine Disney-Comics nach. Erst die Figuren, dann wird ausgemalt. Und weil er eine künstlerische Ader hat, empfahl ihm die Oma, sich doch für den Workshop anzumelden.

Statt eines Kulturrucksacks über das Jahr verteilt, hatten die Städte Fröndenberg und Menden in den vergangenen Jahren immer ein großes gemeinsames Kulturcamp in den Sommerferien veranstaltet, dass anfangs um die Kettenschmiede herum und später noch im Treff in Bösperde stattfand. Doch, so gut es in der Ruhrstadt auch angenommen wurde, hatte das Konzept dem Geldgeber, dem Land NRW, nicht gefallen. Der Kulturrucksack sollte das gesamte Jahr über Einzelveranstaltungen bieten. Um diese zusätzlich zum Camp zu organisieren, reichte das Geld nicht aus, sodass inzwischen auf das Kulturcamp mit großer Abschlussveranstaltung, die mehrere hundert Leute zog, verzichtet wird. „Seitdem läuft es auch leider nicht mehr so gut“, bedauert Birgit Mescher. Im vergangenen Jahr hatte sie versucht, das Angebot breiter aufzustellen, indem sie etwa Musikschule und Kettenschmiedemuseum mit ins Boot holte. Doch die Anmeldezahlen sprachen eine deutliche Sprache: „Der Aufwand lohnt sich nicht mehr“, so Mescher. Kommendes Jahr werde das Konzept beibehalten.
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