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In Gartencentern und Baumschulen tummeln sich jetzt wieder die Hobbygärtner: Der Garten soll fit für die warme Jahreszeit gemacht werden. Ein Mann mit tiefgrünem Daumen verrät, wie man sich die Gartenarbeit erleichtern kann.

Warmen

, 12.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Spätestens Ostern soll der Garten schön sein: Welke Überreste von Herbst und Winter werden abgeschnitten, der Rasen kurz gemäht und bunte Frühlingsblüher gepflanzt. Wer einen halben Samstag bei der Gartenarbeit verbracht hat, fühlt sich danach gern mal zehn Jahre älter.

«Die meisten machen einen gravierenden Fehler und schneiden den Rasen auf zwei Zentimeter.»
Bernhard Küster

Bernhard Küster ist vielen durch seinen romantischen und naturnahen Garten am Rammbach bekannt, den er seit vielen Jahren bei der Aktion „Offene Gärten im Ruhrbogen“ seinen Gästen präsentiert. Bei einem Ortstermin in Warmen erzählt der gelernte Bankkaufmann, mit welchen Kniffen er Jahr für Jahr ein blühendes Kleinod schafft und wann er seinen grünen Daumen entdeckte.

Ein Rasen braucht Licht, Luft und vor allem Feuchtigkeit

Hören Sie in Ihrer Nachbarschaft auch jeden Samstagvormittag die manchmal beruhigenden, manchmal nervtötenden Motorengeräusche von Rasenmähern? Mag das Wochenintervall noch Geschmackssache sein, sieht Bernhard Küster eine Fehlerquelle in der Schnitthöhe. Wenn er seinen Garten im Mai und Juli öffnet, wird er mit großer Sicherheit wieder auf seinen akkuraten Englischen Rasen angesprochen „Die meisten machen einen gravierenden Fehler und schneiden den Rasen auf zwei Zentimeter – dann verbrennt er“, warnt Küster. Der Warmener empfiehlt: Der Rasen darf alle acht Tagen gemäht werden, aber auf fünf Zentimeter Höhe. Vorteil: Die Halme beschatten sich gegenseitig, der Morgentau hält sich länger im Gras und nährt die flachwurzelnde Pflanze noch bis mittags. Brandstellen durch starke Sonneneinstrahlung kennt Küsters Rasen nicht.

List gegen Löwenzahn und Maulwürfe: Gartentipps mit Herz und Verstand

Mauern aus Ruhrsandstein hat Bernhard Küster mit seiner Frau selbst angelegt. Die zahlreichen Nischen bieten Insekten, Kleintieren Lebensraum. Die Pflanzen, die in den Zwischenräumen wachsen, haben sich zum Großteil wild ausgesät. © Udo Hennes

Gänseblümchen, Löwenzahn und andere Wilde, die der Wind heranweht

Der längere Rasenschnitt hat einen weiteren Vorteil. Bernhard Küster beschreibt es an den Samen des Löwenzahns: Die kleinen Fallschirmchen der Pusteblume werden vom Wind auf die Rasenfläche geweht. Am unteren Ende des Fallschirms sitzt der Samen, der bei einem Zwei-Zentimeter-Rasen den Erdboden erreicht und inmitten der Wiese zum Löwenzahn heranreifen kann. Wer das nicht möchte, hält den Rasen nicht zu kurz – denn dann bleibt der Samen am oberen Halm hängen und wird von der nächsten Mahd aufgenommen.

List gegen Löwenzahn und Maulwürfe: Gartentipps mit Herz und Verstand

Auch Andreas Klein (l.) öffnet in diesem Jahr wieder seinen Wassergarten für interessierte Besucherinnen und Besucher. © Marcel Drawe

Wie man Strauch-, Kletter- und Teerosen in Form hält

Das trockene Jahr 2018 „war ein Superjahr für Rosen“, sagt Bernhard Küster und zeigt auf die „Peitschentriebe“ seiner üppigen Kletterrosen. Aber Rosen wollen in Form gebracht werden. „Kletterrosen muss man eine Höhe von vier bis fünf Metern gewähren“, sagt Küster. Sensibler muss man bei Tee- und Buschrosen vorgehen. „Wenn die Forsythien blühen“, rät Bernhard Küster, können auch Teerosen zurückgeschnitten werden. Denn vorher ist noch mit starken Frösten zu rechnen. Die wasserhaltigen Triebe der Rosen gefrieren, dehnen sich aus und „reißen kaputt“, warnt Küster. Um üppige Blüte zu erreichen, muss beim Rückschnitt Vorsicht walten: Das schlafende Auge, also die Knospe für den nächsten Trieb, sollte nur weggekürzt werden, wenn es am Stengel innen liegt, und sollte ansonsten nach außen zeigen. Nur dann bekommt es ausreichend Sonne.

List gegen Löwenzahn und Maulwürfe: Gartentipps mit Herz und Verstand

Bei den offene Gärten im Ruhrbogen sind auch wieder Lichtergärten geöffnet, so wie in den Vorjahren schon bei Gudrun und Gisbert Herrmann (auf und hinter der Bank re.). © Marcel Drawe

Den Garten wirklich „winterfest“ machen?

Im Herbst schreiten viele Gartenbesitzer eifrig zur Tat: Der Garten soll winterfest werden. Manchmal ist weniger mehr, hat Bernhard Küster festgestellt. Schneide man Pflanzen mit Hohlstengeln weit zurück, kann Wasser tief eindringen und führt oft zur Fäule. Also, besser die verblühten Stauden stehen lassen. Laub oder braune Blätter an Gewächsen sehen zwar nicht schön aus auf dem Beet, sie verhindern aber, dass unnötig viel Wildkräuter – man sagt auch Unkraut – sprießen können, weil ihnen schlicht das Licht fehlt.

Das Leben der Maulwürfe kann man retten

Wen auch ärgert, dass sein „Mitbewohner“ im Garten, Erdhäufchen auf dem gepflegten Grün nach oben schaufelt, rät Bernhard Küster zu einer List. Der fleißige Höhlengräber komme ziemlich pünktlich morgens, mittags und abends und wühle seine Gänge. Der gebürtige Mendener, der in Halingen auf einem Bauernhof groß geworden ist, hat bereits fünf der Gesellen mit einer Finte gefangen: Einen Meter hinter dem frisch entstehenden Hügelchen setzt er den Spaten vor den Gang und buddelt das Tierchen aus. „Den sechsten habe ich so noch nicht erwischt“, erzählt er lachend.

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