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Leerstand in Fröndenberg bewegt sich auf kritische Grenze zu

Stadtentwicklung

Mit zehn Prozent Leerstand bei Ladenlokalen hat sich die Ruhrstadt auf eine Grenze zubewegt. Ab dieser Marke beginnt der kritische Bereich. Die Stadt arbeitet gerade an einer Erhebung des Problems und möglichen Lösungen.

Fröndenberg

28.06.2018 / Lesedauer: 3 min
Leerstand in Fröndenberg bewegt sich auf kritische Grenze zu

Sogar im Herzen der Stadt wie hier direkt am Marktplatz gibt es in Fröndenberg Leerstände. Daran soll sich etwas ändern. Als ersten Schritt zur Besserung hat die Verwaltung eine Studie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse stehen nun fest.Fotos: Archiv © Marbach

Mitten in der Guten Stube – neben der Bäckerei und mit Schaufenster zum Marktplatz befindet sich einer der wohl auffälligsten Leerstände der Stadt. Andernorts wäre eine derartige Ladenfläche beliebt. Nicht aber in Fröndenberg, wo sich der Einzelhandel nach und nach aus dem Zentrum verabschiedet. Diesem Trend möchte die Verwaltung entgegenwirken. Unter anderem mit einer Studie zur Gestaltung und Nutzung von leer stehenden Ladenlokalen in der Innenstadt im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts (IHK).

Die Ergebnisse der Studie sind am Mittwoch im Hauptausschuss vorgestellt worden. Der wohl interessanteste und zugleich abenteuerliche Vorschlag, der mit der Studie beauftragten Planungsgruppe Stadtbüro: Warum nicht die Stärken Fröndenbergs mit den Schwächen der Stadt verbinden? Das Interesse an Übernachtungsmöglichkeiten ist gestiegen. Solange es kein neues Hotel gibt, könnten Betten in Leerständen zur Verfügung gestellt werden. Vorbild sind die Grätzl-Hotels in Wien. Individuell gestaltete Suiten, die sich alle in ehemaligen Geschäftslokalen befinden, denen so neues Leben eingehaucht wurde.

Fakt ist laut Studie, dass der Einzelhandel in Fröndenberg in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat. Zu den immer noch stark frequentierten Bereichen gehören die Winschotener Straße und der Bereich um den Aldi-Markt. Die Leute seien vor allem noch dort anzutreffen, wo sie die Produkte des alltäglichen Bedarfs erwerben können. Besonders schwach war der Passantenstrom laut Umfrage an der Alleestraße.

Arbeit und Arztbesuch

Einkaufen, Arbeit oder den Arztbesuch gaben die meisten der befragten Passanten als Grund an, in die Fröndenberger Innenstadt zu kommen. Dabei hat das Gros keine weiten Wege auf sich genommen. Viele der Befragten kamen aus Fröndenberg West. Für ihren Innenstadtbereich wünschten sich die meisten mehr Einzelhandelsgeschäfte, ein schöner gestaltetes Umfeld und damit verbunden auch mehr Aufenthaltsqualität.

Um eine Entwicklung deutlich zu machen, der entgegengewirkt werden sollte, hat das Planungsbüro den Stand 2017 mit dem Stand 2007 vergleichen. Dabei wird deutlich: Der Einzelhandel ist zurückgegangen, der Dienstleistungssektor hingegen angewachsen. Die Kunden orientieren sich aus dem Zentrum heraus in Richtung des nach außen gewanderten Edekas oder in der Gegenrichtung zum neu gebauten Lidl.

Nun ergibt sich für die Stadt die Frage, wie dem Problem entgegengewirkt werden kann. Zwar sei die Zahl der Leerstände laut Planungsbüro nicht „exorbitant hoch“ – aber immerhin lägen viele Leerstände zum Beispiel an der Alleestraße, wo sie täglich gegenwärtig sind. Fröndenberg hat eine Leerstandsmarke von zehn Prozent erreicht, die unter Experten als Warnmarke definiert würde. Die demografische Entwicklung aber auch die Digitalisierung werden in Zukunft Herausforderungen für den Einzelhandel in Fröndenberg sein.

Während der öffentliche Raum im Rahmen des IHK nun attraktiver gestaltet werden soll, sei es Aufgabe der Stadt, im Bereich Leerstandsmanagement Prozesse zu steuern.

Datenbank der Stadt

Die Stadt pflegt beispielsweise schon eine Datenbank, in der alle Leerstände aufgeführt sind. Es gebe aber noch viel mehr tu tun. So könnten etwa auch Bürger aktiviert werden, ihre Ideen aktiv mit einzubringen. Denkbar wären zum Beispiel kreative Übergangslösungen, bei denen leere Schaufenster wie in der Nachbarstadt Menden als Ausstellungsraum genutzt werden.

Verfügbares W-Lan sei für einen guten Einkaufsstandort so selbstverständlich wie ein gemeinsamer Internetauftritt des lokalen Einzelhandels, mit dem aktiv Standortmarketing betrieben wird.

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