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Günter Rückert zeigt Kunst mit viel Humor in Fröndenberg

dzVernissage

Fast alles, was er an Bildern gerade zuhause hatte, so scherzte zur Vernissage die Vorsitzende Andrea Stahl, zeigt der Künstler Günter Rückert seit Sonntag im Fröndenberger Kunstverein.

Fröndenberg

, 22.07.2018 / Lesedauer: 3 min

In der Ruhrstadt ist der Dortmunder kein Unbekannter. Sein Bruder lebt hier – und 2015 hatte Rückert schon einmal in den alten Räumen des Kunstvereins ausgestellt. Die waren in der Tat wesentlich kleiner. Und so können sich die Fröndenberger nun tatsächlich über einen noch breiteren Querschnitt aus seinem Repertoire freuen.

Die Nordstadt in Acryl

Zu sehen und zu kaufen sind große Formate, gemalt mit Leinwand auf Acryl, die abstrahiert Orte der Dortmunder Nordstadt zeigen. Die Reihe ist für eine Ausstellung im Torhaus am Dortmunder Rombergpark entstanden, erklärt Rückert, der nicht nur malt, schreibt und Karikaturen zeichnet, sondern auch Regie für den Dortmunder Geierabend führt.

Neben großen Bildern, die zum Beispiel die Brückstraße in der nördlichen Innenstadt und mehrere Perspektiven auf den Kanalhafen zeigen, hat Rückert auch kleine mit Mischtechnik gestaltete Bilder mitgebracht. Auf den ersten Blick wirken sie morbide. Doch das war gar nicht beabsichtigt, so Rückert.

Es handelt sich zum Teil um tote Tiere, wie einen Fisch, einen Vogel oder eine Muschel, die beim Urlaub auf Amrum an den Strand gespült wurden. Sie inspirieren den Künstler einfach zum Zeichnen: „Das Leben ist vergangen, aber die Form des Körpers ist noch da.“ In den Bildern steckt viel Gezeichnetes mit ein wenig Aquarellfarbe kombiniert.

Weniger morbide – aber oft auch von Beobachtungen aus dem Alltag inspiriert – sind Radierungen, die die Ausstellung an der Alleestraße ebenfalls zeigt. Die Radierung gehört zu den liebsten Techniken des Dortmunders. Auch weil seine Frau gerne bei der Vervielfältigung der Drucke hilft – die es aber immer nur in einer kleinen limitierten Auflage gibt. Kritisch, satirisch, schrägt, humoristisch, beschreibt der Kunstverein den Inhalt der Farbradierungen, die mit drei Platten gedruckt werden, deren Herstellung hoch aufwendig und mit viel Dreck verbunden ist.

Die Radierungen tragen Titel wie etwa „Zellulitis in Eving“. Und genau das ist auf der Radierung zu sehen. Das Bild einer leicht bekleideten, korpulenten Dame, die ein Hühnchen in einer Mülltonne in Dortmund-Eving versenkt, hatte sich Günter Rückert eingebrannt. Trotzdem fuhr er damals kurz rechts ran, um die Szenerie in einer ersten Skizze festzuhalten.

Katzen und Rollmöpse

Eine Katze, die sich selbst im Spiegel betrachtet, dort aber nur ihren Rücken sieht, ist eine Anspielung auf den surrealistischen Maler René Magritte – und ebenfalls beantwortet Rückert künstlerisch die Frage, wer eigentlich das Rollmopsabtropfgewicht kontrolliert und wie das vonstattengeht.

Günter Rückert stellt vom 22. Juli bis 26. August jeweils sonntags 11 bis 14 Uhr in der Alleestraße 59 aus. Am 26. August ist um 12 Uhr ein Künstlergespräch.
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