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Giftköder im Hundeparadies: Auf der Ostbürener Heide geht die Angst vor Tierhassern um

dzDraht im Fleisch

Treibt in Ostbüren ein Tierhasser sein Unwesen? Ein offenbar tödlich wirkendes Gift hat ein Hund beim Auslauf gefressen, jetzt biss ein Vierbeiner in ein Stück Fleisch, das mit Draht präpariert war.

Ostbüren

, 29.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Unter Hundebesitzern in Ostbüren geht derzeit die Angst um: Kürzlich verendete ein Hund, der zuvor deutliche Vergiftungserscheinungen gezeigt hatte, ein weiteres Tier konnte gerettet werden und in dieser Woche fand eine Hundebesitzerin ein Stück Fleisch mit Draht im Maul ihres Hundes. Im Ortsteil sind die Leute derzeit auf der Hut und wollen andere Hundebesitzer warnen.

Hunde laufen an langer Leine – Giftköder werden spät bemerkt

Zumal bereits vor vier bis sechs Wochen zwei weitere Hunde eingegangen sein sollen, wie Ortsheimatpfleger Gerd Höneise am Freitag schilderte. Vier der fünf genannten Vorfälle haben sich auf freier Flur auf der Ostbürener Heide abgespielt. Der Bereich zwischen Burgstraße, Zur Mark und Auf der Höhe gilt laut Höneise als Hundeparadies. Zwischen den Feldern und Wiesen führen etliche Wege hindurch und auf den Ostbürener Wald zu. Viele Leute ließen ihre Hunde dort an der lange Leine laufen und bemerkten daher oft nicht oder erst spät, ob und was ihre Vierbeiner aufgenommen haben.

Tierärztin hätte toten Hund für mehr Gewissheit gern obduziert

In der vorletzten Woche bemerkten es die Besitzer zu spät, ihrem Hund konnte nicht mehr geholfen werden. Tierärztin Dr. Monika Meyer kann nicht mit Gewissheit sagen, was zum Tod des Hundes führte. „Dafür hätte man ihn obduzieren müssen, aber das wollten die Besitzer nicht“, sagte sie. Von dem Ehepaar habe sie auch von zwei Vergiftungsfällen in Ostbüren erfahren, die zwei Jahre zurückliegen. Gerd Höneise sind zwei Todesfälle zu Ohren gekommen, die vier bis sechs Wochen alt sind, sowie ein weiterer Fall, bei dem ein Hund Vergiftungserscheinungen zeigte, sich aber wieder berappelte.

Präpariertes Fleisch offenbar über den Gartenzaun geworfen

Dass er sich nun an die Presse wendet, löste der aktuellste Fall aus: Am Mittwochmorgen zog eine Hundebesitzerin ihrem Haustier ein Stück Fleisch, in dem Draht steckte, aus dem Maul. Allerdings könnte dieser vermutete Anschlag auf Tiere noch makabrer sein: Der Hund fand das Fleisch im umzäunten Garten seiner Besitzer, wie die Polizei der Anzeige von Freitagmorgen entnimmt. Am selben Vormittag soll das Fleisch noch nicht im Garten gelegen haben. Seit Januar sind der Polizei keine weiteren Fälle gemeldet worden.

Besorgte Hundebesitzer haben WhatsApp-Gruppe gegründet

In Ostbüren haben Hundebesitzer eine WhatsApp-Gruppe gebildet, um sich bei Verdacht auf ausgelegte Giftköder gegenseitig warnen zu können. Hundebesitzerin Claudia Krüger empfiehlt, sich der Gruppe anzuschließen. Kontaktdaten kann man ihr unter Tel. (0 23 03) 94 22 93 mitteilen.

Giftköder

Verdächtige Substanzen für den Tierarzt sichern

  • Tierärztin Dr. Monika Meyer rät, Hunden verdächtige Gegenstände aus dem Maul, notfalls noch aus dem Hals zu ziehen.
  • Um bestimmen zu können, welche Substanzen die Hunde verschlungen haben, sollten vorhandene Reste immer beim Tierarzt abgegeben werden.
  • Die Polizei ermittelt im Fall des geretteten Hundes wegen versuchter Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.
  • Das Kreisveterinäramt konnte am Freitag keine Angaben zu bekannt gewordenen Vorfällen machen, weil sich sämtliche Mitarbeiter im Außendienst befanden.

Wurstpelle präpariert

Vergiftungen in Ostbüren schon 2014

  • Vor einigen Jahren sind in Ostbüren schon einmal Hunde vergiftet worden. Eine Wurstpelle, präpariert mit Rattengift, wurde einem kleinen Hund im April 2014 fast zum Verhängnis.
  • An der Straße Zur Mark im Bereich des Windrades lag der Köder, den der Hund beschnupperte und schon in der Schnauze hatte, als die Hundehalterin dazukam.
  • Sie konnte dem Hund die giftige Beute noch aus dem Maul ziehen. Der Hund wurde sofort zur Tierärztin gebracht und bekam ein Gegengift.

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