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Fröndenberger halten mit Projekt die Erinnerung an die NS-Zeit wach

„Einmal werden wir wieder Menschen sein“

In Fröndenberg haben sich Jugendliche mit der Vergangenheit Deutschlands befasst. Dabei haben sie etwas Wichtiges für ihr eigenes Leben gelernt.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 14.07.2018 / Lesedauer: 3 min
Fröndenberger halten mit Projekt die Erinnerung an die NS-Zeit wach

Melissa war von Beginn an im Team. Sie freut sich, dass die Präsentation bei den Anwesenden auf große Anerkennung stieß. Benedickt © Peter Benedickt

Auf mehreren Schautafeln wurden die Ergebnisse des Projekts „Einmal werden wir wieder Menschen sein“ im neu errichteten Anbau des Jugendtreffs Windmühle jetzt der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Initiative kam von Josi Mehlhorn. Die Motivation, solch ein Konzept über diesen langen Zeitraum zu stemmen, kann sie mit wenigen Worten erklären: „Wir haben das Thema der Judenverfolgung und da speziell das Drama um Anne Frank in der Schule durchgenommen“. Dass danach alles wieder vergessen war, sei ihr zu wenig gewesen.

Durch die finanzielle Unterstützung des LWL-Programms „Partizipation und Demokratie fördern“ und gemeinsam mit Ramona Jakobs-Reichert und Yvonne Romé hat sie ein Programm erstellt, das unter anderem den Besuch des Anne Frank-Haus in Amsterdam vorsah.

Andere Blickwinkel

Bereits im September wurde der Start mit der Vorstellung im Sozialausschuss angestoßen. Eine Gruppe von 14 festen Mitgliedern, die zwischen elf und 20 Jahren alt sind, hat die Geschichte des Nationalsozialismus aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Eine Stadtführung mit Archivar Jochen von Nathusius eröffnete den jungen Menschen neue Einblicke in die Geschichte Fröndenbergs. Da waren etwa die Stolpersteine, die darauf hinweisen, wo jüdische Mitbürger bis in die dreißiger oder vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gelebt hatten, bevor sie plötzlich verschwanden. Ein Theaterstück über ein jüdisches Mädchen, das am gleichen Tag wie Adolf Hitler Geburtstag hatte und in den Untergrund ging, zeigte weitere Seiten des damaligen Lebens auf.

„Für uns war es wichtig, durch das Aufarbeiten dem Vergessen entgegenzuwirken“, waren sich Diana, David und Lars einig. „Wir haben viel mitnehmen können und möchten durch unser Wirken unter anderem dafür sorgen, dass so eine Zeit nie mehr wieder kommt.“

Familie und Jugend-Dezernatsleiter des Kreises Unna, Torsten Göpfert, freut sich über die Initiative: „Wir sind nicht alt genug, um Schuld zu tragen. Aber wir alle tragen Verantwortung. Deshalb die Frage: Was bleibt haften?“ Diana wusste eine Antwort: „Wir Jugendliche müssen die Erinnerung wach halten, in den Schulen Mitschülern Einblicke geben, gegen das Vergessen wirken.“

Die Teilnehmer haben auch etwas für ihr eigenes Leben gelernt. „Durch dieses Projekt sind wir alle ermutigt worden, uns einzumischen, wenn wir feststellen, dass andere Menschen, egal ob wegen der Religion, Hautfarbe oder Herkunft, ausgegrenzt oder misshandelt werden“, sagt Diana.

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