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Früher eher verpönt, heute in aller Munde: Mit dem Begriff Heimat setzten sich auch Kinder und Jugendliche im Treffpunkt Windmühle auseinander. Der Fröndenberger Nachwuchs kommt zu interessanten Definitionen.

von Lara Joy Rosenstein

Fröndenberg

, 10.07.2018 / Lesedauer: 3 min

„Was bedeutet Heimat für mich?“ – Eine Frage, die auf den ersten Blick harmlos erscheint, aber alles andere als leicht zu beantworten ist. Für den einen ist es ein bestimmter Ort, für den anderen zum Beispiel ein starkes Gefühl. Welche Rollen spielen dabei Globalisierung und die zunehmende Vernetzung der Welt? Zehn Jugendliche haben sich im Treffpunkt Windmühle mit genau diesen Fragen auseinandergesetzt.

Langzeitprojket zu Nationalsozialismus und Judenverfolgung hat Schüler sensibilisiert

Der Begriff „Heimat“ wird zurzeit immer häufiger diskutiert. Das Land Nordrhein-Westfalen hat eigens ein Heimatministerium geschaffen – nach dem Vorbild Bayerns. NRW will künftig mehr Projekte fördern, die der „Heimat“ zugutekommen. Die Politik, jedenfalls einzelne Regierungen, sieht also offenbar den Bedarf, sich auf die Heimat zurückzubesinnen. Ein Grund dafür könnten die zunehmenden Einflüsse von anderen Kulturen sein. Im Rahmen eines Langzeitprojektes rund um den Nationalsozialismus und die Judenverfolgung beschäftigten sich auch Jugendliche mit dem Thema Heimat und versuchten sich an eigenen Definitionen.

Den Jugendlichen ist klar: Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Heimat gibt es nicht

Direkt zu Beginn der Diskussion waren sich alle in einer Sache einig: Die Frage nach der Bedeutung von Heimat lässt sich nicht allgemein beantworten.

„Ich sehe in Syrien meine Heimat. Es ist das Land, in dem ich geboren wurde“, sagt zum Beispiel Tasnem. Für die Zwölfjährige stellt Deutschland ein zweites Zuhause dar. Syrien ist in Tasnem allerdings als ihre Heimat fest verwurzelt. Für viele der Jugendlichen ist Heimat nicht nur mit dem Ort gleichzusetzen, an dem sie gerade leben. Ein Wohlfühlen und der respektvolle Umgang miteinander sind die entscheidenden Faktoren, welche das Heimatgefühl ausmachen.

Christina definiert Heimat für sich selbst so: „Meine Heimat ist in mir verankert. Egal wo ich gerade bin, trage ich immer ein Stückchen Heimat mit mir.“ Nicht nur die 19-Jährige sieht diese enge persönliche Verbindung zur Heimat. Viele Projektteilnehmer aus der Windmühle stimmen ihr zu und betonen die prägende Wirkung von Heimat. Der Einfluss anderer Kulturen sei in diesem Zuge vielmehr eine Bereicherung, da er für neue Impulse und Abwechslung sorge.

Die voranschreitende Vernetzung spielt eine immer größere Rolle

Neben den Folgen der Globalisierung spielt auch die voranschreitende Vernetzung eine immer wichtigere Rolle. Das Internet, Handys und Laptops sind laut den Jugendlichen schon nicht mehr wegzudenken. Doch auch in Bezug auf die Bedeutung von Heimat sind WLAN & Co. alles andere als irrelevant. „Die Digitalisierung schafft in gewissermaßen ein starkes Band zur Heimat, findet etwa die 14-jährige Marie Breitling. Dank der Vernetzung sei es mittlerweile ein Kinderspiel mit der Heimat in Kontakt zu treten. Und das sogar, wenn sie auf der anderen Seite der Welt liegt. In der Diskussion im Treffpunkt Windmühle stellt sich allerdings heraus, dass vor allem das Verlassen der Heimat den meisten Jugendlichen besonders schwerfallen würde. „Meine Familie und Freunde sind meine Heimat. Einen Neuanfang kann ich mir ohne sie nicht vorstellen“, gibt der elfjährige Lars Reichert zu.

Jugendliche präsentieren am Freitag, 134. Juli, ihr Projekt in der Windmühle

In diesem Zuge kamen die Jugendlichen noch einmal auf das Leben der Juden zu Zeiten des Nationalsozialismus zu sprechen. Die Flucht aus der Heimat rückte in den Mittelpunkt der weiteren Diskussion.

Am kommenden Freitag, 13. Juli, um 18 Uhr präsentieren die Jugendlichen ihre Projektergebnisse rund um die Judenverfolgung und um das Leben der Anne Frank. Alle interessierten Bürger sind in den Treffpunkt Windmühle eingeladen.

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