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68.000 Euro will die Stadt in diesem Jahr für ihre Spielplätze ausgeben. Veränderte Bedürfnisse der Kinder und nicht zuletzt Vandalismus zwingen zu zielgerichteten Investitionen. Aber unverhofft entspannt sich die Situation an anderer Stelle.

Fröndenberg

, 18.07.2018 / Lesedauer: 4 min

Nicht nur Kinder entwachsen dem Spielplatzalter irgendwann, auch die Spielplätze selbst sind oft nicht mehr zeitgemäß. Die Stadt will noch in diesem Jahr in eine ganze Reihe von Spielanlagen investieren, um dem zum Teil großen und vor allem geänderten Bedarf gerecht zu werden: Denn in Ortsteilen, in denen viele Kleinkinder nachgewachsen sind, muss auch das Angebot altersgerecht angepasst werden.

Frömern: Ein gutes Beispiel dafür ist der Spielplatz „Mutterkamp“ in Frömern: Dieser wird häufig von Tagesmüttern mit vielen betreuten Kleinkindern besucht. Die Tagesmütter wünschten sich, dass mehr Wackeltiere und eine Bank montiert werden. Die Spielplatzkommission der Stadt fand jetzt eine kostensparende Lösung: Weil der nicht weit entfernte Spielplatz „Gerstenkamp“ praktisch nicht mehr genutzt wird, können die dortigen Wackeltiere sowie eine Bank und ein Tisch zum Mutterkamp versetzt werden.

Ostbüren: Für den Spielplatz „Dobomil“ gibt es sogar einen Bürgerantrag, die Anlage für Kleinkinder attraktiver zu gestalten. Sollen neue Geräte aufgestellt werden, muss die Verwaltung den objektiven Bedarf ermitteln: Nach einer Zählung wohnen im Umkreis von 200 Metern sechs drei- bis sechsjährige Kinder und im Umkreis von 400 Metern 19 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Nach Ansicht der Spielplatzkommission sind zwar sowohl für kleine als auch für größere Kinder Geräte vorhanden. Man hätte aber gern aufgestockt – allerdings lässt sich die am Gerstenkamp nicht mehr benötigte Rutsche am Dobomil nicht sicher aufstellen. Immerhin regt die Kommission an, einen Backtisch in den Sandkasten zu setzen. Angedacht ist außerdem, auf dem Parkplatz Hinweisschilder auf den Spielplatz aufzustellen, damit Besucher ihn besser finden können.

Ardey: Apropos kostensparend: Im laufenden Haushalt sind 68.000 Euro für neue Spielgeräte vorgesehen. Ein Ansatz, der deutlich erhöht wurde, aber in diesem Jahr wohl gar nicht ausgeschöpft werden kann. Denn allein für ein neues Spielgerät auf dem Spielplatz „Goldbreite“ in Ardey waren 30.000 Euro veranschlagt worden, weil das vorhandene nicht mehr standfest ist. Allerdings werden an der Goldbreite kaum noch spielende Kinder gesehen – ein neues Gerät soll daher nicht mehr aufgebaut werden. Die Nachfrage soll noch abschließend geklärt werden.

Dagegen wird ein anderer Spielplatz in Ardey modernisiert: Am „Burland“ fehlt noch die bereits zugesicherte Schaukel, die noch in diesem Jahr montiert werden soll. Mehr Ruhe haben künftig wieder die Nachbarn des Bolzplatzes „Im Rottland“: Die Spielrichtung wurde um 90 Grad gedreht und die Tore neu aufgebaut. Es sei nun gewährleistet, dass die angrenzenden Wohnhäuser nicht mehr mit Bällen beschossen werden, berichtet die Kommission.

Mühlenberg: Mit ganz anderen Problemen hat die Stadt auf dem Spielplatz Ulmenweg zu kämpfen. mit massivem Vandalismus und starker Verschmutzung. Schon in der Vergangenheit gab es am Ulmenweg unappetitliche Auswüchse, verrichteten zum Beispiel Zeitgenossen ihre Notdurft im Sandkasten. „Die soziale Kontrolle hat dort gefehlt“, berichtet Sportausschussvorsitzender Oliver Funke im Gespräch mit der Redaktion. Die Ordnungspartnerschaft der Stadt mit der Polizei habe aber offenbar zuletzt nicht mehr funktioniert. Die Spielplatzkommission rät daher, dass das Ordnungsamt erneut Kontakt zur Polizei aufnimmt, damit der Bereich künftig überwacht wird. Kommission und Stadtverwaltung regen außerdem an, Bäume und Büsche stark zurückzuschneiden, um den Anwohnern der umliegenden Häuser eine freie Sicht zu ermöglichen. Aufgegeben werden soll der Spielplatz jedenfalls nicht, es soll vielmehr ein kleines Spielgerät „optisch verschönert“ werden.

Bei einem Sturm im Mai war die Rutsche auf dem Spielplatz am Stadtteiltreff Windmühle zerstört worden. Eine neue Rutsche würde 14.000 bis 15.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer kosten. Daher hat die Verwaltung die Finanzierung aus dem Leader-Fördertopf geprüft. Das Regionalmanagement „Börde trifft Ruhr“ habe jedoch mitgeteilt, das Kinderspielplätze nicht durch das Programm gefördert werden. Weil der Spielplatz Goldbreite aufgegeben wird, kann nun ein Teil der frei werdenden Mittel an der Windmühle investiert werden. Der Windmühle wurde zudem zugesagt, dass die nicht genutzte Tischtennisplatte abgebaut wird, damit der Platz besser für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Warmen: Die Spielecke in Warmen hat ein abgängiges Spielgerät. Auch wenn der Pachtvertrag für das Gelände kurzfristig abgeschlossen ist, soll das Gerät möglichst noch in diesem Jahr durch ein ähnliches ersetzt werden.

Bentrop: Für den Spielplatz in Bentrop ist zwar nur ein kurzfristiger Pachtvertrag abgeschlossen, dennoch soll ein neues Spielgerät angeschafft werden. Denn das Hauptspielgerät, ein Rutschenturm, ist abgängig und daher nicht mehr sicher. An der Auswahl des Gerätes sollen die Kinder beteiligt werden. Noch in diesem Jahr könnte das neue Spielgerät in Bentrop installiert werden.

Unterm Strich komme die Stadt in diesem Jahr mit dem zur Verfügung gestellten Geld wohl aus. Bezahlt mache sich, dass Detlef Penzek, zuständiger Mitarbeiter im Grünflächenamt und Herr der Spielplätze, der Politik im Vorfeld der Haushaltsberatungen stets frühzeitig die dringendsten Bedarfe bekanntgibt, lobt Oliver Funke.

„Dringend aufgewertet“ muss nach „einhelliger Meinung“ der Spielplatzkommission der Spielplatz am Hindenburghain. Durch die Discgolfanlage und den „sehr schönen Baumbewuchs“ habe der Standort an Attraktivität gewonnen. Im Zuge der Umgestaltung des Stadions an der Graf-Adolf-Straße zum Sportpark Ruhr soll „ein komplett neuer Spielplatz geplant werden“, erläutert Sportausschussvorsitzender Oliver Funke auf Anfrage der Redaktion. Die Spielgeräte seien veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Die mit der Konzeption des Sportparks beauftragte Firma sei auch für die Anlage von Kinderspielplätzen kompetent. In Kürze werde die Bodenplatte des Rondells ausgewechselt. Die Kommission regt an, den Busch- und Baumbestand „drastisch zu reduzieren“, damit die Einsehbarkeit auf die Anlage gewährleistet ist. Der Kleinkinderspielplatz an der Mauer auf dem Himmelmanngelände werde sehr gut angenommen. Bürger regten an, eine zusätzliche Reckstange zu montieren, was die Spielplatzkommission unterstützt.
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