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Endlich ein Aufbruch-Signal für die neue Kita St. Marien

Kita-Neubau für Fröndenberg

Zwei Jahre ist es her, dass ein Ersatzbau für die Fröndenberger Kita St. Marien notwendig wurde. Nun gibt es einen Dringlichkeitsbeschluss, der dem Schmallenbach-Haus die Kostenübernahme zusichert.

, 02.07.2018
Endlich ein Aufbruch-Signal für die neue Kita St. Marien

Schmallenbach-Haus Geschäftsführer Heinz Fleck (r.) und Architekt Dieter Schaarschmidt hatten schon im April 2017 Pläne für eine neue Kita im Herzen des Schmallenbach-Haus-Geländes vorgestellt. Mehr als ein Jahr später hat die Politik per Dringlichkeitsbeschluss die Kostenübernahme zugesichertFotos: Archiv © Marcel Drawe

Damit hat die Politik endlich den Weg geebnet für den Kita-Neubau auf dem Gelände des Schmallenbach-Hauses. Der Dringlichkeitsbeschluss war notwendig geworden, weil die im Kinderbildungsgesetz (Kibiz) vorgesehene Pauschale die ermittelten Baukosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro nicht abdeckt und der Ausschuss erst wieder Mitte September tagt.

Seit zwei Jahren laufen die Überlegungen, einen Ersatzbau für die baufällige Kita St. Marien zu errichten. Und schon 2016 hatte Kreis-Dezernent Torsten Göpfert sich gewünscht, der Neubau stünde schon zwei Jahre lang. Denn die Zahl der Kita-Nutzer steigt.

Nach endlosen Standortdiskussionen mit aberwitzigen Vorschlägen wie dem, die Kita auf dem Karl-Wildschütz-Parkplatz zu errichten, und Demonstrationen für und gegen einen Standort im Wäldchen am Schmallenbach-Haus gelang Heinz Fleck im April 2017 mit dem Vorstoß, auf dem Gelände des Schmallenbach-Hauses eine neue Kita zu errichten, der Durchbruch. Der Geschäftsführer des Schmallenbach-Hauses hatte damals die Hoffnung, schon im Sommer 2018 die neue Kita eröffnen und somit das Modell-Projekt von Jung und Alt in unmittelbarer Nachbarschaft starten zu können. Immerhin haben schon zwei Unis Interesse an einer wissenschaftlichen Begleitung signalisiert.

Der Sommer 2018 kam, die Kita nicht. Die Abstimmungsgespräche zwischen dem Schmallenbach-Haus als Bauherr, der katholischen Kita Ruhr-Mark gGmbH als Träger sowie den Jugendämtern auf Kreis- und Landesebene zogen sich hin. „Kurz vor Weihnachten 2017 war klar, so könnte gebaut werden“, sagt Heinz Fleck, Geschäftsführer des Schmallenbach-Hauses. Das Projekt wurde ausgeschrieben. „Für uns war die zeitliche Komponente entscheidend. Daher haben wir mit einem Generalunternehmer geplant, der die Kita in Modulbauweise hochzieht, statt mit einzelnen Gewerken“, so Fleck.

Doch die Baubranche boomt, die Auftragsbücher sind voll. Von 14 angeschriebenen Unternehmen machten nur zwei Firmen Angebote – und die lagen nicht nur preislich 20 Prozent auseinander, sondern auch über dem Investitionsvolumen, das von der Miete abgedeckt würde. Ohne einen dauerhaften Zuschuss des Kreises war der 2,3 Millionen Euro teure Neubau also wirtschaftlich nicht zu stemmen. Ein Dringlichkeitsbeschluss zur Übernahme dieser Kosten musste her.

Laut Jugendamtsleiterin Sandra Waßen deckt das Kibiz einen Mietzuschuss von 8,47 Euro pro Quadratmeter im ersten Jahr und eine Steigerung pro Jahr um 1,5 Prozent ab. Im Raum stehen aber Mieten, die sich je nach Zinskonditionen bei der Kreditaufnahme zwischen 11,85 und 12,35 Euro pro Quadratmeter bewegen. Zweischen 3,38 und 3,88 Euro pro Quadratmeter muss der Kreis also zusätzlich berappen. Bei einer Kita mit zwei Gruppen für über Dreijährige und zwei für unter Dreijährige, sind 690 Quadratmeter Raumbedarf einzuplanen. Also liegt der zusätzliche Finanzbedarf im ersten Jahr zwischen rund 28.000 und 30.000 Euro. Auch wenn man die jährliche Steigerung der Kibiz-Pauschale einrechnet, sind es ein paar Hundertausend Euro, die über die Laufzeit von 25 Jahren zusätzlich zu berappen sind. Geld, das die Fröndenberger über die Jugendamtsumlage zu zahlen haben.

Fröndenberg bildet da jedoch keine Ausnahme. Weil das Kibiz für die Finanzierung von Neubauten bei Weitem nicht auskömmlich ist, steht der Kreis Unna laut Sandra Waßen bereits im Gespräch mit der Landesregierung. „Wir warten auf die Neufassung des Kibiz“, sagt Waßen.

Derweil ist Heinz Fleck erleichtert, nun seinen Architekten Dieter Schaarschmidt an die Vorbereitungen für den Bauantrag setzen zu können, während parallel der Pachtvertrag mit dem Kita-Träger vorbereitet wird.

Fertige Pläne für die Kita hat Fleck diesmal nämlich nicht in der Tasche. Zu tief sitzt noch die böse Erfahrung mit dem ursprünglich geplanten Bau im Waldstück auf dem Hirschberg. Die Planung dazu hatte eine fünfstellige Summe verschlungen, wurde nach Anwohnerprotesten aber von der Politik verworfen. Als gebranntes Kind will Fleck nun erst einmal Vorgespräche mit Kreis und Stadt führen. Ungefähr im September könnte dann ein Bauantrag gestellt werden. Wird dieser bewilligt, dauert der eigentliche Bau ungefähr zehn Monate. Wenn alles gut läuft, könnte die neue Kita St. Marien also zum Kita-Jahr 2019/2020 in Betrieb gehen. Ein Jahr später, als ursprünglich geplant.