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Deutsche Bahn erklärt, was hinter dem „Nebelhorn“ der Regionalbahn 54 durch Fröndenberg steckt

dzPrüfung zugesagt

Seit Monaten fühlen sich Anwohner der Bahnlinie in Frömern erheblich gestört: Ein lautes Signal der Regionalbahn 54 schreckt bereits in aller Früh Schlafende hoch. Die Bahn erklärt, was dahinter steckt.

Frömern

, 09.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit dem vergangenen Herbst ärgern sich Anwohner in Frömern über einen lauten Signalton, von dem sie vom frühen Morgen bis in den späten Abend hinein regelmäßig in der Nähe der Bahnstrecke aufgeschreckt werden.

Klaus Boldt beschreibt einen durchdringenden, nervenden Ton

Klaus Boldt wohnt rund 150 Meter Luftlinie entfernt von der Linie der Regionalbahn 54, die durch den Fröndenberger Ortsteil führt. „Es ist so laut wie ein Nebelhorn“, beschreibt Boldt den durchdringenden Ton, der kurz vor dem Durchfahren des Zuges ertönt.

Deutsche Bahn erklärt, was hinter dem „Nebelhorn“ der Regionalbahn 54 durch Fröndenberg steckt

Vor unbeschrankten Bahnübergänge, wie hier der Übergang „Am Birnbaum“ in Frömern, müssen Lokführer den kreuzenden Verkehr mit einem Pfeifensignal warnen. © Kreis Unna

Dass der Lokführer mit dem Signal kreuzenden Verkehr vor den unbeschrankten Bahnübergängen im Dorf warnt, weiß Klaus Boldt. „Aber früher konnte man das aushalten“, sagt er. Er vermutet, dass mit dem Einsatz des neuen Zugmodells Pesa-Link auch das Signal lauter geworden ist. Rätsel gibt ihm und anderen Betroffen aber auf, warum manchmal auch der leisere, von früher gewohnte Ton zu hören ist.

»Was soll das sonst im Sommer geben, wenn die Fenster offenbleiben?«
Klaus Boldt, Anwohner in Frömern

Dirk Pohlmann hat auf Nachfrage unserer Zeitung recherchiert. Das Pfeifsignal, wie es technisch richtig heißt, müssten die Lokführer in der Tat abgeben, wenn sie „technisch nicht gesicherte Bahnübergänge“ passieren, erläutert der NRW-Sprecher der Deutschen Bahn. Auch die Vermutung Klaus Boldts, dass die Laustärke des Tons mit dem neuen Zugmodell zu tun habe, sei wohl nicht ganz abseitig.

Deutsche Bahn erklärt, was hinter dem „Nebelhorn“ der Regionalbahn 54 durch Fröndenberg steckt

Der Halt der Deutschen Bahn in Frömern. Probleme tauchen nicht hier, sondern an den vier unbeschrankten Bahnübergängen auf. © Borys Sarad

Allerdings müsse das Eisenbahnbundesamt auch die Einhaltung von Geräuschgrenzwerten überprüfen, bevor es einen neuen Zug für den Streckenbetrieb zulässt. Man werde nun an die Techniker, die die Pesa-Link-Züge wegen anderer Mängel derzeit ohnehin untersuchen, den Hinweis aus Frömern weiterleiten, sagte Pohlmann zu. Möglicherweise lasse sich durch die Software, die den Ton regelt, die Lautstärke nach unten pegeln.

Entnervte Anwohner sollen ihr Haus zum Verkauf angeboten haben

Dass zurzeit auf der Strecke auch der von früher gewohnte leisere Pfeifton zu hören ist, habe wohl auch eine simple Erklärung: Weil die neuen Züge aktuell nachgerüstet werden, müssen zeitweise wieder Fahrzeuge einer alten Baureihe auf der Strecke fahren.

Klaus Boldt hofft, dass aus dem empfundenen Nebelhorn tatsächlich schnell ein Pfeifsignal wird. „Was soll das sonst im Sommer geben, wenn die Fenster offenbleiben?“, fragt sich Boldt. Er habe erfahren, dass manche entnervte Anwohner schon ihr Haus zum Verkauf anbieten wollen.

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