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Bis zu 14 Millionen Euro für Neubauten der Fröndenberger Feuerwehr

Brandschutzbedarfsplan

Ein Gutachter hat festgestellt: Fröndenberg soll künftig fünf leistungsfähige Standorte der Feuerwehr bekommen. Sieben Standorte müssten damit aufgegeben werden. Kurz vor der geplanten Beschlussfassung kursiert ein neuer Vorschlag für einen sechsten Standort.

Fröndenberg

25.06.2018
Bis zu 14 Millionen Euro für Neubauten der Fröndenberger Feuerwehr

Feuerwehr Fröndenberg Gerätehaus Mitte © Marcel Drawe

Während die Verwaltung sich recht knapp auf die Analysergebnisse des Gutachtens der Firma Orgakom, den „weitgehenden Konsens in der Freiwilligen Feuerwehr“ sowie ein „schlüssiges Standortkonzept beruft und empfiehlt, „den Brandschutzbedarfsplan auf dieser Grundlage weiter zu erarbeiten“, sehen zumindest die CDU- und die WFG-Fraktion noch Konkretisierungsbedarf.

Hinzu kommt: Seit dem Wochenende liegt den Fraktionen des Stadtrates ein Vorschlag für einen sechsten Standort der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Tisch. Wie unsere Redaktion erfuhr, möchte die Löschgruppe Ardey, dass am Industriegebiet Atlantik eine Feuerwache vorgesehen wird. Der jetzige Standort Mitte soll oberhalb des JVK verlegt werden.

CDU-Fraktionschef Gerd Greczka möchte für diesen Vorschlag „möglichst einvernehmlich“ mit der Feuerwehr eine Lösung finden. Die Firma Orgakom habe die Standortfrage nach objektiven Kriterien geprüft und beantwortet. Die Einblicke und Erfahrungswerte der Feuerwehrkameraden sollten nach Ansicht Greczkas aber nicht außen vor bleiben.

Jedenfalls müsse vor einer Zustimmung im Rat die Umsetzung des Konzeptes konkretisiert werden. „Alles andere sieht nach einem Persilschein aus“, so Gerd Greczka.

Bis zu 14 Millionen Euro für Neubauten der Fröndenberger Feuerwehr

© UDO HENNES

Für Herbert Ziegenbein ist die Debatte um die Zahl der Standorte dagegen abgeschlossen. „Wir schließen uns dem Konzept und der Ansicht der Wehrführung an, fünf Standorte zu etablieren“, sagte der Noch-SPD-Fraktionschef am Montag. Ähnlich sieht es Martin Schoppmann (Grüne), der sich der Expertise der Wehrführung anschließt, die das Konzept für tragfähig erachtet. Die Bedarfsplanung, so Ziegenbein, könne immer angepasst werden, auch mit Blick auf die Entwicklung einzelner Ortsteile. Gerätehäuser, die aufgegeben werden, etwa in Ardey oder in Bentrop, sollten „für die Stadtteile erhalten werden“, so Ziegenbein.

Schürenfeld und Stentrop

Noch fünf statt heute zwölf Standorte sieht das Papier des Gutachters vor: Erhalten blieben demnach die Feuerwehren Mitte, Frömern und Ostbüren, außerdem würden zwei neue Standorte West und Ost entstehen. Wie die Redaktion erfuhr, soll es sich bei dem Standort West um eine Teilfläche des geplanten Gewerbegebietes Schürenfeld in Strickherdicke und bei dem Standort Ost um das bereits erworbene Grundstück an der Oase Stentrop handeln.

Bis zu 14 Millionen Euro für Neubauten der Fröndenberger Feuerwehr

© Roman Grzelak

Aus informierten Kreisen wird der Vorteil eines sechsten Standortes angezweifelt. Sichergestellt sein müsse, dass innerhalb von acht Minuten die Drehleitern an den Hochhäusern auf dem Mühlenberg und Westick stehen – diese Hilfsfrist sei auch bisher immer eingehalten worden.

Bis zu 14 Millionen Euro für Neubauten der Fröndenberger Feuerwehr

© UDO HENNES

Ein weiterer neuer Standort treibt sicherlich auch die Kosten in die Höhe. Laut Herbert Ziegenbein werde bisher von einem Kostenrahmen von zehn bis 14 Millionen Euro für Neubauten in Strickherdicke und Stentrop sowie für die Wache Mitte innerhalb von sechs Jahren ausgegangen. Der Zeitplan sei wohl kaum einzuhalten, glaubt Ziegenbein; was die Kosten angeht, solle sich die Verwaltung um Zuschüsse bemühen.

Während sich FWG-Fraktionschef Matthias Büscher erst in der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwoch äußern will, teilt die FDP mit, sie könne das Konzept „nicht mittragen“. „Offenbar völlig vernachlässigt“ worden seien die „ihre Freizeit opfernden Feuerwehrleute und die Nachwuchsgewinnung“.

Aktive Nachwuchswerbung

Aktive Nachwuchswerbung sei das Gebot der Stunde. Fielen eigene Löschgruppen weg, werde auch für Kinder und Jugendliche die Feuerwehr unattraktiver. Schrumpfe die Personaldecke weiter, „wird irgendwann eine Berufsfeuerwehr notwendig.“ Dies sei die mit Abstand teuerste Lösung, prognostiziert die FDP.