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Wenn die Katholiken die Protestanten besuchen

Patronatsfest Höchsten

Ob die Ökumene jetzt auf dem Höchsten erfunden wurde, ist nicht sicher überliefert. Fest steht, dass Katholiken und Protestanten in dem kleinen Ortsteil immer gut klar kamen. Und jetzt gibt es ein besonderes Fest.

Höchsten

, 02.07.2018
Wenn die Katholiken die Protestanten besuchen

So sieht unser Karikaturist die Szenerie am Sonntag. Die St.-Kaiser-Heinrich-Gemeinde besucht die evangelische Gemeinde. © Karikatur HSB-Cartoon

Es ist alles vorbereitet, bestens sogar. Denn, was sich am Sonntag (8.7.) auf dem Höchsten tut, ist eine Premiere. Eine Premiere, die zeigt, wie Ökumene vor Ort gelebt wird. Kurz gesagt passiert Folgendes. Die St.-Kaiser-Heinrich-Gemeinde feiert ihr Patronatsfest – mit Prozession. Ging die sonst zumeist nur um den Block, gibt es diesmal ein ganz besonderes Ziel. Die evangelische Kirche auf dem Höchsten. Hier feiert die Kirchengemeinde Syburg – Auf dem Höchsten am gleichen Tag. Und genau dort wird die Prozession der Katholiken enden. Und anschließend wird an der Kirche am Grenzweg zusammen gefeiert – ab 11 Uhr.

Nur, wie kommt man auf so eine außergewöhnliche Idee? Also zunächst gibt es in St.Kaiser-Heinrich einen Gemeindeausschuss. Und in dem sitzen auch Marianne DeFrancesco und Stefan Pohl. Die hatten die Idee, das Patronatsfest (katholisch) in ganz in das Zeichen der Ökumene zu stellen. Mit einer Prozession.

Lange Tradition

Die Vorlage für diese ungewöhnliche Aktion kam von der anderen Fraktion, den Protestanten. Besser gesagt von Pfarrer Ralf Greth. Denn von hier kam der Vorschlag, das evangelische Gemeindefest unter das Motto „Gastfreundschaft“ zu stellen. „Den Ball haben wir gerne aufgenommen“, sagt Stefan Pohl. „Wir kommen gerne.“

Jetzt muss man wissen, dass die Ökumene auf dem Höchsten schon eine sehr lange Tradition hat. Die beiden Konfessionen verbindet schon seit vielen Jahrzehnten eine sehr gute Nachbarschaft. Entstanden ist die in den 30er Jahren. Durch die Freundschaft von Pfarrer Herrmann Rüter (evangelisch) und Pfarrer Luwig Kleffmann (katholisch). Nach beiden ist im Dortmunder Süden im Übrigen eine Straße benannt.

Verbindung bis heute

Beide haben schon früh dafür gesorgt, dass auf dem Höchsten die Ökumene schon frühzeitig gelebt wurde. Die gute Verbindung kam auch durch die Musik zustande. „Über die Jahrzehnte haben der evangelische Posaunenchor und der katholische Kirchenchor Kontakt gehalten“, sagt Marianne DeFrancesco. „Das ist schon ganz erstaunlich.“ Und als Pfarrer Rüter verstarb und auf dem alten Friedhof in Syburg beigesetzt wurde, hat Pfarrer Kleffmann dort die Trauerrede gehalten. Die ökumenischen Verbindungen haben sich fortgesetzt – bis heute.

Man hält eben zusammen auf dem Höchsten und deshalb wird nun auch zum ersten Mal so richtig offiziell zusammen gefeiert. „Wir werden die Gäste von St.- Kaiser-Heinrich in der evangelischen Kirche begrüßen“, sagt Ralf Greth. Es gibt eine kurze Rede – und dann wird auf dem Parkplatz vor der evangelischen Kirche am Grenzweg angestoßen. „Wir werden auf den Kirchentag im nächsten Jahr hinweisen“, sagt Greth. Eine Hüpfburg wird die jüngeren Besucher auf Trapp halten.

Der Sportverein Trinitas bietet ein buntes Programm, der Kindergarten ist mit dabei – unter anderem mit einem Erzählzelt. Untermalt wird der Mittag mit Caféhaus-Musik. Im Gemeindehaus wird ein großes Kuchenbuffet aufgestellt. Kühle Getränke und Leckeres vom Grill sind natürlich auch vor Ort. Es ist also alles bestens vorbereitet für den Sonntag. Zum evangelischen Gemeindefest mit katholischen Gästen.

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