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Bis Radfahrer in Dortmund den Radschnellweg Ruhr durch Dortmund nutzen können, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Zu Beginn werden sie mit Provisorien leben müssen.

Dortmund

, 26.06.2018 / Lesedauer: 3 min

Einen Einblick in den aktuellen Stand der Planungen zum Radschnellweg Ruhr (RS1) im Kreuzviertel bot das Forum Stadtbaukultur in der FH an der Sonnenstraße. Der städtische Verkehrsplaner Winfried Sagolla bekräftigte dabei das Ziel, im Frühjahr 2019 die Bauarbeiten zum ersten Bauabschnitt in Angriff nehmen zu können.

Er führt mitten durch das Kreuzviertel und gilt damit als einer der schwierigsten Abschnitte im Gesamtverlauf des RS1 durch das Ruhrgebiet. Um Radfahrern hier weitgehend freie Fahrt zu ermöglichen, sollen, wie berichtet, die Große-Heim-Straße und die Sonnenstraße zu Fahrradstraßen werden – in denen zwar weiterhin Autos fahren dürfen, aber Radfahrer Vorfahrt haben.

Markierungen und Beschilderung für die Fahrradstraße

Beginn des Abschnitts ist am Abzweig von der B1 am Südwestfriedhof. Großen Umbaubedarf sieht Sagolla in der Großen-Heimstraße nicht. „Hier passiert nicht viel mehr als neue Markierungen und Beschilderungen“, erklärte der Verkehrsplaner.

Die wichtigsten Änderungen. Die Fahrradstraße wird zur Vorfahrtstraße, das heißt, das die bisherige Rechts-vor-Links-Regelung an den Querstraßen aufgehoben wird. Und: Das Parken auf der Fahrbahn vor den Baumscheiben wird verboten. „Es ist heute schon weitgehend illegal und bislang nur geduldet worden“, erklärt Sagolla. Erhalten bleiben aber alle offiziellen Parkplätze in den angelegten Parkbuchten.

Erste bauliche Veränderungen wird es am Abzweig von der Großen-Heimstraße in die Sonnenstraße geben, wo die Aufpflasterung entfernt werden soll. Der Radschnellweg ist durchgehend asphaltiert und mit grünen Markierungen versehen, erfuhren die Teilnehmer des Forums Stadtbaukultur. Den ersten Kompromiss bei den hohen Zielen des Radschnellwegs, müssen Radler bei der Überquerung der Lindemannstraße machen. Hier geht es nicht kreuzungsfrei weiter, sondern über eine Ampelregelung.

Einbahnstraße wechselt die Richtung

Östlich der Möllerbrücke soll nach den aktuellen Planungen die Einbahnstraßen-Richtung für Autofahrer umgedreht werden. Sie hätten künftig also freie Fahrt in östliche Richtung. So gibt es keine Behinderungen für die Radfahrer durch wartende Autos an der Einfahrt in den Straßenabschnitt. Hier wird die Umwidmung der Sonnenstraße zur Fahrradstraße auch nur auf Kosten von Parkplätzen gehen, weil die Fahrbahnbreite sonst nicht ausreicht.

Vorgesehen ist, dass generell an der Nordseite entlang der S-Bahn-Linie Schrägparken möglich sein soll und dafür Parkplätze an der Häuserseite entfallen – etwa 20 schätzt Sagolla. Endgültig haben sich die Verkehrsplaner hier allerdings noch nicht die Karten gelegt. „In der Sonnenstraße sind noch einige Probleme zu lösen“, räumte Sagolla ein. Fest steht, dass die marode Fahrbahn saniert wird und die Sonnenstraße eine neue Fahrbahndecke bekommt.

Brücken lassen auf sich warten

Ein Problem, das ebenfalls noch zu lösen ist, ist die Überquerung von Hohe Straße und Ruhrallee. Der Radschnellweg soll die Straßen mit Hilfe neuer Brücken entlang der S-Bahn-Linie überqueren. Doch bis die gebaut sind, wird noch einige Zeit vergehen. Fünf Jahre sei dafür ein realistischer Zeitraum, erklärte Sagolla auf Nachfrage. „Und da müssen wir schon Gas geben.“ Bis dahin soll der Radschnellweg mit Hilfe einer neuen Ampel ebenerdig über die Hohe Straße geführt werden.

Mit ähnlichen Provisorien werden Radfahrer auch an anderer Stelle leben müssen. Bis zum Bau einer neuen Radwegebrücke parallel zur Schnettkerbrücke an der B1 und zum Weiterbau des Radschnellweg über die Ruhrallee hinweg in Bahndamm-Höhe entlang der S-Bahn-Linie 4, werden ebenfalls noch einige Jahre vergehen.

Der Radschnellweg Ruhr soll als breiter und weitgehend kreuzungsfreier Radweg in Ost-West-Richtung durch das gesamte Ruhrgebiet führen. Von der 101 Kilometer langen Strecke führen 24 Kilometer durch Dortmund. Im Westen der Stadt folgt der Radschnellweg (RS1) weitgehend dem Verlauf der B1 unter anderem auch entlang der Universität, ab dem Kreuzviertel der Trasse der S-Bahn-Linie 4. Nach einer Anfang 2018 geschlossenen Vereinbarung werden die innerstädtischen Streckenabschnitte, die auch in der Baulast der Stadt liegen, von den städtischen Verkehrsplanern im Stadtplaungs- und Bauordnungsamt geplant. Die Planungsarbeit für die freien Strecken soll unter Regie des Landesbetriebs Straßen.NRW von Ingenieurbüros übernommen werden. Erste Abschnitte des RS1 auf einer ehemaligen Bahnstrecke zwischen Essen und Mülheim sind bereits eröffnet..
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