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Manuel Neukirchner, Direktor des Fußballmuseums, war 2006 Pressechef des WM-Spielorts Dortmund. Von den Spielergebnissen bekam er nicht viel mit – er war zu sehr mit der WM beschäftigt.

Dortmund

, 14.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Der Wahnsinn hält Einzug, noch bevor die FIFA von ihrem Hausrecht Gebrauch macht und den Signal Iduna Park für vier Wochen Weltmeisterschaft in „WM-Stadion Dortmund“ umbenennt. Die Westfalenhalle 3B wird in diesen Tagen zum Stadium Media Center. In kurz: SMC. Zu Deutsch: zum Medienzentrum West der Fußball-WM. Auf 5.000 Quadratmetern entstehen 650 Arbeitsplätze, mehr als 500 für Printjournalisten und 132 für Fotografen. Zwei Springbrunnen, eine Relaxing Zone, eine Smoking Area und ein paar Bambuspflanzen sorgen für den passenden Rahmen für dieses Bild. Die Uhren ticken hier ziemlich schnell. Es ist WM-Countdown. Es ist Mitte Mai 2006. Und es folgen vier Wochen Sommermärchen.

Tausende Journalisten aus aller Welt

„Ergebnisse habe ich während der WM nur schemenhaft wahrgenommen, meine Kinder allenfalls minutenweise gesehen“, erinnert sich Manuel Neukirchner. Er war damals 38 und Pressechef des Organisationskomitees für den Spielort Dortmund. Er war verantwortlich – für den Einsatz von 70 Volunteers an jedem einzelnen Tag und den reibungslosen Ablauf in jeder einzelnen Minute.

Beim Halbfinale Deutschland - Italien etwa waren es 2.700 Medienvertreter; sie berichteten unter anderem für die Bejing Evening News aus China, den Cameroun Tribune (Kamerun), Fairfax Newspaper (Australien) und natürlich die Gazzetta Dello Sport (Italien). Insgesamt sendeten 7.000 Journalisten aus 215 Ländern ihre Nachrichten in die ganze Welt. Zum Vergleich: 1974, bei der ersten Weltmeisterschaft in Deutschland und Dortmund, waren es 500 Journalisten aus 45 Ländern.

Draußen Sommermärchen, drinnen Stress

Aus dem Gebäudekomplex von Medienzentrum und Stadion ist Neukirchner in diesen Wochen nur selten herausgekommen, auf das Grillen mit Freunden und Tippzetteln hat er verzichten müssen, die einmalige Stimmung in der Dortmunder Innenstadt kennt er nur aus Erzählungen. Die Heim-WM war vielmehr Arbeit als Vergnügen. Doch es hat sich gelohnt.

„Es waren interessante Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt“, sagt Manuel Neukirchner. Die trifft er heute im Deutschen Fußballmuseum. Der Essener leitet die Erlebniswelt am Dortmunder Hauptbahnhof als Direktor. Nach Stationen als Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung und stellvertretender Geschäftsführer der Egidius-Braun-Stiftung hat sich damit für ihn ein Kreis geschlossen.

Vom Media Center ins Fußballmuseum

Heute wie damals kommt es ihm auf jedes Detail an. Der Mann ist Perfektionist. Er sagt: „Es sind die vielen Kleinigkeiten, die sich zu einem großen Ganzen summieren.“ Im Fußballmuseum ist es also das Zusammenspiel aus 1.600 Exponaten, 25 Stunden Filmmaterial, raumgreifendem Sound und ergreifender Inszenierung. „Es kommt mir auf das Erlebnis in seiner Ganzheit und damit in all seiner Vielfalt an“, sagt Manuel Neukirchner. „Im Museum geht es also um die Kombination aus Szenografie, Ästhetik, Architektur, Vermittlung von Inhalten sowie kultureller und sozialer Verantwortung.“

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