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TMM hat zum Start seines 10-Millionen-Baus den Flussregenpfeifer ausgetrickst

dzPhoenix-West

Der Flussregenpfeifer drohte einem weiteren Unternehmen mit Baustopp seines neuen Firmensitzes auf Phoenix-West. Doch TMM hat sich etwas Pfiffiges einfallen lassen.

Dortmund

, 21.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Als Prof. Dr. Michael Hoffmann am 20. Februar 2019 einen Flussregenpfeifer auf dem Eckgrundstück erblickte, das er für den Bau seiner neuen Firmenzentrale auf Phoenix-West gekauft hat, wurde ihm etwas blümerant. Schließlich hatte der bodenbrütende Vogel bereits vor vier Jahren den Bau der Nordwest Handel AG um ein halbes Jahr verzögert.

Hätte der Flussregenpfeifer mit dem Nestbau auf dem sandig-steinigen Gelände begonnen, wäre Hoffmanns Familienunternehmen TMM ebenfalls von einem vorübergehenden Baustopp bedroht gewesen. Die Stadt habe ihm empfohlen, einen Zaun um das Gelände zu ziehen und Fuchsköpfe auf die Innenseite des Zauns zu malen, berichtet Hoffmann, das möge der Flussregenpfeifer nicht. Doch sein Sohn kam auf eine bessere Idee: Er ließ die Fläche kurzerhand mit einer Plane abdecken – und das Grundstück an der Carlo-Schmidt-Allee 13 wurde tatsächlich vom Flussregenpfeifer verschont.

Vor 35 Jahren nach Dortmund gekommen

So konnte am Donnerstag (18. 4.) wie geplant der erste Spatenstich für das 10-Millionen-Euro-Invest erfolgen, dem eine interessante Geschichte vorausgeht. „Vor fast 35 Jahren bin ich nach Dortmund gekommen“, erzählte der Firmengründer vor Ort, angelockt von der Vision des ehemaligen Hoesch-Chefs Dr. Detlev-Karsten Rohwedder, der schon damals überzeugt war, dass man auf Stahl allein keine Zukunft bauen kann, sondern in neue Technologien investieren muss.

1991 machte sich Hoesch-Manager Hoffmann, der mit mbp für das erste Software-Haus Deutschlands verantwortlich war, selbstständig und gründete die TMM als Gesellschaft für Unternehmensbeteiligungen und Beratung. 2002 traten seine drei Söhne als Geschäftsführende Gesellschafter in die Familiengesellschaft ein. TMM ist heute schwerpunktmäßig mit Beteiligungen auf den Segmenten IT, Baugewerbe und Gesundheitswesen tätig.

TMM hat zum Start seines 10-Millionen-Baus den Flussregenpfeifer ausgetrickst

Beim Spatenstich für das TMM-Forum auf Phoenix-West (v.l.): Thorsten Schenk (Goldbeck), Jürgen Beissner (Dortmunder Volksbank), OB Ullrich Sierau, Dr. Wolf Hoffmann (TMM), Ulf Wollrath (IHK), Prof. Dr. Michael Hoffmann (TMM) und Enkel Karl Hoffmann. © Gaby Kolle

Interessante Nachbarschaft

Der Blick in die künftige Nachbarschaft auf Phoenix-West weckt bei Prof. Michael Hoffmann viele Erinnerungen. Gleich mehrere Firmen dort sind aus mbp hervorgegangen. „Diese Nachbarschaft ist für uns interessant“, so Hoffmann, „wir haben uns das Grundstück richtig ausgeguckt.“ Gekauft hat TMM das 7400 Quadratmeter große Areal im Januar 2019 von NRW.Urban.

Bislang ging alles zügig voran. „Der erste Anruf von Prof. Hoffmann kam am 5. März 2018. Mit Gestaltungsbeirat und Baugenehmigung haben wir das innerhalb eines Jahres hingekriegt. Das haben wir selten“, resümiert Pascal Ledune, Vize-Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund.

Zweiter Bauabschnitt ist vorgesehen

Die Wirtschaftsförderung habe TMM auf dem Weg „sehr gradlinig begleitet“, stellte Dr. Wolf Hoffmann fest. TMM gebe nicht nur mit dem Gebäude ein Bekenntnis zu Dortmund ab, sondern auch mit unternehmerischen Aktivitäten, so Wolf Hoffmann, „wir werden den Standort mit Mitarbeitern bereichern.“ „Und mit Gewerbesteuern“, ergänzte sein Vater. Auch das bauausführende Generalunternehmen Goldbeck wird mit der Fertigstellung Mitte 2020 dort seine neue Geschäftsstelle Dortmund eröffnen. Darüber hinaus ist ein zweiter Bauabschnitt vorgesehen.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau bezeichnete das Bauvorhaben als „grandios und vorbildlich. Das sprengt hier alle Maßstäbe“, sagte er auch mit Blick auf den Riesenspaten, der für das obligatorische Spatenstichfoto im Sandhaufen steckte. Das ökologisch und nachhaltig ausgerichtete Gebäude bietet Platz für variabel gestaltbare Bürolandschaften, ein 17 Meter hohes, lichtes Foyer für bis zu 100 Besucher, ein Bistro für Mieter und Anrainer, einen Fitnessraum und Konferenzräume im Erdgeschoss.

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