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Stadt richtet Innovations-Büro ein und hofft auf internationale Experten

Digitalisierung

Das neue Chief Information/Innovation Office (CIO) der Stadt Dortmund hat im Juni seine Arbeit aufgenommen. Die Mitarbeiter wollen Dortmund zu einer zukunftsfähigen Smart-City machen.

von Nicole Stieben

Dortmund

, 17.07.2018
Stadt richtet Innovations-Büro ein und hofft auf internationale Experten

Das neue Chief Information/Innovation Office der Stadt hate viele Aufgaben. Eine davon: den Ausbau von Ladestationen für Elektroautos voranbringen. © Stephan Schütze

Im vergangenen Herbst gab es Ärger zwischen Oberbürgermeister Ullrich Sierau und den Fraktionen im Rat. Diese wollten in der Verwaltung einen Chef für Informationstechnik – der OB einen Chef für Innovationen, der Dortmund auf dem Weg zur Smart City – zur digitalen Stadt – begleitet.

Am Ende konnte man sich einigen, und im Juni hat nun eine im Amt des Oberbürgermeister und des Rates angesiedelte neue Stabsstelle ihre Arbeit aufgenommen: das Chief Information/Innovation Office (CIO). Wortwörtlich übersetzt also das Chef-Informations-Innovations-Büro. Das CIO ist für alle Themen zur Digitalisierung in der Stadtverwaltung und in der Stadtgesellschaft verantwortlich, soll digitale Trends und Entwicklungen beobachten und Projekte anstoßen. Mit so einem Büro nehme Dortmund „unter Deutschlands Kommunen eine Vorreiterrolle ein“, sagte Sierau bei der Vorstellung des CIO am Montag.

Eine smarte Stadt mit Parkplatzproblemen

Geleitet wird das Büro von Dr. Jan Fritz Rettberg, zuvor Innovationschef beim Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft der Technischen Universität Dortmund. Er sagt: „Ich wohne seit 1998 in Dortmund und das gerne. Dortmund ist in meinen Augen eine spannende Stadt für solche Projekte, denn sie ist bereits smart und soll ab jetzt noch smarter werden.“

Dortmund habe schon Vorsprünge zu anderen Kommunen und sei im Vergleich zu den Millionenstädten überschaubarer und in einzelnen Dingen schneller. Ein Beispiel: Mit 180 Ladestationen für Elektroautos sei Dortmund bundesweit bereits Spitzenreiter. Mit dem Projekt „NOx“ soll das CIO den Ausbau weiter vorantreiben. NOx steht bekanntlich für Stickstoffoxide. Diese schädlichen Abgase sollen durch den Aufbau von weiteren 550 Ladestationen gesenkt werden – indem mehr Menschen bewegt werden, auf E-Autos umzusteigen. „Das kommt vor allem auch der Umwelt zugute“, sagt Denes Kücük, der stellvertretende Leiter des CIO. Er kommt vom nordrhein-westfälischen Innenministerium nach Dortmund, war zuletzt als Referent im Bereich Digitalisierung tätig.

Das CIO befasst sich auch mit der Parkplatzproblematik in der Stadt. Vor allem in Bezirken wie dem Kreuzviertel sind Parkplätze rar. „Leute, die zum Beispiel tagsüber auf der Arbeit sind, brauchen ihren Parkplatz in dem Zeitraum nicht. Da könnte dann jemand anderes in der Zeit sein Auto hinstellen“, sagt Kücük. Es soll ein System entstehen, bei dem Autobesitzer per App einen privaten Parkplatz für bestimmte Zeit buchen können.

„Wir wollen das entdämonisieren“

Mit der Digitalisierung sind in der Gesellschaft durchaus auch Ängste verbunden, beispielsweise der drohende Verlust von Arbeitsplätzen und Datenmissbrauch. „Wir wollen das entdämonisieren. Digitalisierung vernichtet keine Arbeit, sondern schafft welche“, sagt Oberbürgermeister Sierau. „Digitalisierung soll kein Selbstzweck sein. Wir machen das nicht, weil es gerade cool und angesagt ist, uns geht es um einen Mehrwert für Bürger und Städte-Infrastruktur“, sagt Kücük.

Neben der digitalen Infrastruktur soll das CIO zunächst auch die Verwaltung, weitere Behörden und Bildungseinrichtungen in den Fokus nehmen. Das gehört zum Masterplan „Digitales Dortmund“.

Nach der von Rettberg und Kücük entwickelten Idee „Dogital“ finden kommunal-interne Workshops statt, in denen auf hohem Level über eine digitale Zukunft diskutiert werden soll. „Einzelne Prozesse sollen kennengelernt, offen kommuniziert und so in Gang gebracht werden. Digitalisierungsbestrebungen in der Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft sollen so vernetzt werden“, sagt Rettberg.

Zukunftskonferenz mit „Experten aus ganz Europa“

Einmal im Jahr soll es mit „Experten aus ganz Europa“ eine „Dogital“-Zukunftskonferenz geben. Die innere Entwicklung der Digitalisierung in Dortmund soll auf die ganze Stadt und darüber hinaus übertragen werden.

Oberbürgermeister Sirau sieht dem sehr zuversichtlich entgegen: „Städte in der ganzen Welt sollen sagen: ‚Wir wollen das so wie in Dortmund machen‘. Dortmund soll eine Vorbild-Stadt in Sachen Digitalisierung sein.“

Die Stadt hat sich bereits für den Stiftungspreis „Digitalste Stadt“ bei der Stiftung „Lebendige Stadt“ beworben. Bei der Preisverleihung im September wird sich zeigen, ob die bisherigen Ideen aus Dortmund preiswürdig sind.