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Spuren der Panzerfaust-Bande führten nach Dortmund

Geldtransporter-Prozess

Gestohlene Autos und falsche Adressen: Nach den Überfällen auf Geldtransporter im Ruhrgebiet und im Rheinland führten die Spuren immer wieder nach Dortmund – verliefen sich dann jedoch.

Hagen/ Dortmund

, 03.08.2018
Spuren der Panzerfaust-Bande führten nach Dortmund

Einer der Angeklagten beim Prozessauftakt im Juni. © Jörn Hartwich

Als in Düsseldorf 2012 ein Geldtransporter mit Kalaschnikows überfallen wurde, gab es kurz darauf eine erste heiße Spur. Die Täter hatten ihren Fluchtwagen angezündet und waren mit einem anderen Fahrzeug weitergefahren. Das ausgebrannte Wrack hatte die Ermittler damals erst tief ins Emsland und dann nach Dortmund geführt.

Bei dem letzten Besitzer des Fahrzeugs handelte es sich um einen 75-jährigen Rentner, der seinen Opel-Astra (Baujahr 1993) kurz vor der Tat an einen Schrotthändler verkauft hatte. Dort hatte der Wagen zwei Wochen gestanden, dann wurde er von zwei circa 40-jährigen Männern gekauft. „Sie suchten ein fahrbereites Auto", sagte einer der ermittelnden Polizisten am Freitag als Zeuge vor dem Hagener Schwurgericht.

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Als Preis für den Astra waren schließlich 300 Euro vereinbart worden. Das Auto, das keinerlei Nummernschilder hatte, wurde vor das Firmengelände gestellt und dort später – allerdings unbemerkt – abgeholt.

Anschrift in Dortmund gab es nicht

Der Käufer hatte dem Schrotthändler damals einen Namen und eine Adresse in Dortmund genannt, die auch auf dem Kaufvertrag notiert wurde. Die Hoffnungen der Ermittler, einen entscheidenden Schritt vorangekommen zu sein, erfüllten sich jedoch nicht . „Die Anschrift gibt es nicht", sagte der Beamte den Richtern. Die Vorlage eines Ausweises war offenbar nicht verlangt worden.

Die Polizei hatte zwar noch die Überwachungsanlagen der näheren Tankstellen kontrolliert und auch die Handykontakte in den umliegenden Funkzellen verglichen - allerdings ohne Erfolg. „Das hat alles nichts ergeben", so einer der Ermittlungsbeamten. „Die Tat konnte nicht aufgeklärt werden.“

Beute von rund fünf Millionen Euro

Auch zwei Jahre zuvor hatte eine der Spuren bereits nach Dortmund geführt. Bei einem Überfall in Euskirchen war eines der Fluchtfahrzeuge mit einem Dortmunder Nummernschild versehen worden. Obwohl es damals Augenzeugen gab, hatte sich aber wohl keiner die genaue Buchstaben- und Ziffernfolge merken können.

Angeklagt sind sieben Männer. Es geht um 15 Überfälle zwischen 1997 und 2015 mit einer Beute von rund fünf Millionen Euro. Der mutmaßliche Chef der Bande ist 48 und kommt aus Wuppertal. Er hat bereits beim Prozessauftakt zugegeben, dass er bei 14 von 15 Taten dabei war.

Fahrer mit einer Panzerfaust-Attrappe

In Dortmund war laut Anklage offenbar der ganz große Coup geplant. Der 48-Jährige und seine Komplizen hatten es in Bodelschwingh an der Richterstraße auf einen Geldtransporter abgesehen, der angeblich neun Millionen Euro an Bord hatte.

Das Fahrzeug wurde damals eingekeilt, die Fahrer wurden mit einer Panzerfaust-Attrappe bedroht. Außerdem wurde geschossen – auf die Reifen, den Motor und in die Luft. Die Beute soll am Ende "nur" rund 300.000 Euro betragen haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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