Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nach Angriff auf Seniorin soll ein verwirrter Dortmunder in die geschlossene Psychiatrie

Landgericht Dortmund

Ohne Grund soll ein 38-jähriger Dortmunder im April eine Seniorin niedergeschlagen und verletzt haben. Der Mann ist psychisch krank. Vor Gericht geht es um die Einweisung in die Psychiatrie.

Am Mittag des 21. April soll der Beschuldigte urplötzlich damit begonnen haben, am U-Bahnhof „Stadtgarten" Passanten anzupöbeln. Eine 69-jährige Seniorin geriet dabei offenbar schnell ins Visier des Randalierers. Völlig grundlos, dafür aber gezielt und mit großer Wucht soll der Mann ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Die Folgen waren gravierend.

Das Opfer erlitt Hirnblutungen

Das Opfer stürzte auf den harten Fußboden und zog sich schwere Schädelverletzungen zu. Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellten die Ärzte Hirnblutungen fest. Außerdem hatte der Schlag der Seniorin den Kiefer gebrochen. Die Lebensgefahr, die zu Anfang noch bestanden hatte, war jedoch zum Glück schnell gebannt.

Nachdem die Polizei den mutmaßlichen Schläger gefasst und mitgenommen hatte, stellte sich bald heraus, dass der 38-Jährige zum Zeitpunkt der Tat wohl nicht Herr seiner Sinne war. Noch am gleichen Tag wurde er in die Psychiatrie gebracht. Dort wird er bis heute behandelt.

Nicht die erste Tat

Das Landgericht muss nun entscheiden, ob die Unterbringung für unbestimmte Zeit angeordnet wird oder ob mildere Maßnahmen ausreichen könnten. Tatsache ist jedoch: Die Attacke auf die Seniorin ist nicht der erste brutale Ausraster, den die Staatsanwaltschaft ihm zuschreibt.

Im September 2017 soll der Mann in einem Café zwei Personen grundlos geschlagen haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, im März in einem Haus für Wohnungslose mit einer heißen Kaffeekanne auf einen Mitbewohner losgegangen zu sein.

Gutachten Mitte Dezember

Am Mittwoch wurde im Prozess vor dem Landgericht außerdem bekannt, dass der Dortmunder schon früher bei einer angeblichen Urlaubsreise nach Afrika aufgefallen ist. „Ich wollte da nur einen Freund besuchen", beteuerte er gegenüber den Richtern. Tatsächlich muss er aber am Flughafen Frankfurt so ausgerastet sein, dass er noch vor dem Abflug festgehalten und anschließend in eine Klinik gebracht wurde.

Mitte Dezember soll Psychiater Bernd Roggenwallner sein Gutachten über den Gesundheitszustand des Beschuldigten erstatten. Danach ist mit einem Urteil zu rechnen.

Lesen Sie jetzt