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Dortmunder Kampfgockel wechselt zum FC Bayern

Skulptur „Fighting Cockerel“

Spektakuläre Spielertransfers vom BVB nach München gab es schon mehrfach. Jetzt gibt es ein außergewöhnliches Ausleihgeschäft von Dortmund an den FC Bayern München.

Dortmund

, 11.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Dortmunder Kampfgockel wechselt zum FC Bayern

Die von Elke Strauch geschaffene Nachbildung von Elkans Kampfhahn wird die Künstlerin auf Vermittlung von Fußball-Archivar Gerd Kolbe gemeinsam mit Klaus Wegener von der Auslandsgesellschaft an den FC Bayern München übergeben. Normalerweise steht die Skulptur im Orchesterzentrum an der Brückstraße, hier vertreten von Verwaltungsdirektor Dr. Jonas Becker. © Oliver Volmerich

Es waren gleich mehrere Künstler, die den Fußballclub Bayern München am 27. Februar 1900 gegründet haben. Unter ihnen auch Benno Elkan, Student an der Münchener Kunstakademie – und gebürtiger Dortmunder. Als Bildhauer schuf er so bekannte Werke wie die Menorah, den siebenarmigen Leuchter, vor dem israelischen Parlament in Jerusalem.

Geschenk für Tottenham Hotspur

Die Menorah entstand in London, wohin der jüdische Künstler wegen der Verfolgung in der NS-Zeit geflüchtet war. Dort schuf er auch ein Kunstwerk, das nun Auslöser für das Leihgeschäft zwischen Dortmund und München ist. Ein von Benno Elkan geschaffener Kampfhahn „Fighting Cockerel“ war ein Geschenk des Londoner Fußballvereins Arsenal an den Ortsrivalen Tottenham Hotspur. Der Hahn ist das Wappentier des Fußballclubs, der am Mittwoch der Gegner des BVB im Champions-League-Achtelfinale ist.

Dortmunder Kampfgockel wechselt zum FC Bayern

Der Künstler Benno Elkan mit der Original-Skuptur des Kampfhahns für den Fußballclub Tottenham Hotspur. © Archiv

Das Problem ist: Das Original-Kunstwerk von Benno Elkan ist verschollen. Deshalb schuf die Holzwickeder Künstlerin Elke Strauch eine Nachbildung des „Fighting Cockerel“. Die Auslandsgesellschaft ist wie Dortmunds Fußball-Archivar Gerd Kolbe seit vielen Jahren darum bemüht, das Andenken an den Künstler Benno Elkan in Dortmund zu ehren und auf den großen Sohn der Stadt aufmerksam zu machen.

Die Nachbildung des Kampfhahns hat deshalb einen Ehrenplatz im Foyer des Orchesterzentrums an der Brückstraße – dort, wo einst das Geburtshaus von Benno Elkan stand. Die jüdische Familie hat auch in der Dortmunder Sportgeschichte bleibende Spuren hinterlassen. Vater Salomon Elkan, ein Schneidermeister, war 1875 Mitbegründer des Dortmunder Schachvereins. Sein Sohn Benno hob 20 Jahre später den ersten Dortmunder Fußballclub DFC 1895 mit aus der Taufe, den Vorgänger des TSC Eintracht 48/95.

Übergabe mit schwarz-gelbem Gruß

Jetzt wird der Platz für Benno Elkans „Fighting Cockerel“ im Orchesterzentrum für einige Zeit verwaist bleiben. Denn gemeinsam mit einer Karl-Valentin-Skulptur Elkans aus dem Museumsarchiv geht er als Leihgabe aus Dortmund nach München.

Denn der FC Bayern will unter dem Titel „Zwischen Atelier und Fußballplatz – Die Gründer des FC Bayern“ die Vereinsgründer mit einer bis zum 31.1.2020 laufenden Sonderausstellung in der Erlebniswelt des Vereins in der Allianzarena ehren. Zu den ausgestellten Werken gehören dann auch die Skulpturen Benno Elkans aus Dortmund.

Klaus Wegener wird als Präsident der Auslandsgesellschaft die Kampfhahn-Nachbildung zur Ausstellungseröffnung am 27. Februar an Bayern Präsident Uli Hoeneß übergeben. „Und dabei werde ich auf jeden Fall ein BVB-Trikot oder zumindest einen BVB-Schal tragen“, verspricht Wegener.

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